#17: VDP.Weinbörse Mainz: Fünf Weingüter, was bleibt, sind die Menschen dahinter

Shownotes

In dieser Folge von Kirsch Royal nehme ich euch mit nach Mainz, auf die VDP.Weinbörse in der Rheingoldhalle. Zwei Tage vorher war ich noch im Burgund, mein Gaumen also ganz auf große Pinots eingestellt. Was mich auf der Weinbörse erwartet hat, war kein Marktplatz, sondern ein Klassentreffen. Vom Leistungskurs Wein.

Es ist eine Folge über Begegnungen, die über Jahre tragen, auch wenn man sich lange nicht sieht.

Über Winzerinnen und Winzer, die ihren eigenen Weg gegangen sind, oft gegen die Stimmen, die anfangs die Nase gerümpft haben.

Über die Frage, wer eigentlich die Reife eines Weins bezahlt, wenn die Flaschen Jahre im Keller liegen.

Und über eine Geste der Solidarität, die genau auf dieser Messe ihren Anfang nahm.

Wir sprechen über:

  • Alexander Stodden und seine Spätburgunder von der Ahr, die mich durch meine ganze Zeit in der Gastronomie begleitet haben
  • Jochen Beurer aus dem Remstal und eine Zeitrechnung, die nicht in Jahren läuft, sondern in „Stupsis"
  • Désirée Schröder von Loosen und ihren Blick, der nicht beim Wein stehen bleibt, sondern in Lösungen für ihre Kunden weiterdenkt
  • Josef Milz aus Trittenheim, eine Entdeckung an der Mosel, Riesling im Barrique und den Mut zur eigenen Handschrift
  • Dönnhoff an der Nahe und die Solidaritätsgeschichte des Frostjahres 2024

Wir richten den Blick auf das, was wirklich bleibt:

  • nicht die Verkostungsnotizen, sondern die Menschen hinter den Ständen
  • die Verbindungen, die über ein Bild, eine Folge, einen Status weiterlaufen
  • die Gesten, die nur entstehen, weil sich Menschen begegnen

Zum Abschluss gibt es mein Royal to go: Die Beziehung, die dich in zehn Jahren noch trägt, baust du jetzt. Nicht auf dem Netzwerk-Event mit Visitenkarte, sondern an dem ganz normalen Abend, an dem du dir Zeit nimmst für einen Menschen, obwohl gerade nichts davon abhängt. Pflege deine Beziehungen, wenn du sie nicht brauchst. Dann sind sie da, wenn es darauf ankommt.

Eine Folge über Wein als Anlass.

Und über die Menschen, die bleiben.

Die Weingüter in dieser Folge:

Weingut Jean Stodden, Rech / Ahr –Spätburgunder von der Ahr, geführt von Alexander Stodden. Verkostet: Spätburgunder JS, Recher Spätburgunder, Dernauer Hardtberg (Erste Lage) und zum Schluss der Blanc de Noir 2025.https://www.stodden.de | https://www.instagram.com/jeanstodden

Weingut Beurer, Kernen-Stetten / Württemberg –Jochen Beurer, biodynamisch, bekannt für klare, präzise Rieslinge aus dem Remstal. Mein Favorit: Riesling Schilfsandstein 2023.https://www.weingut-beurer.de | https://www.instagram.com/weingut.beurer

Weingut Dr. Loosen, Bernkastel / Mosel –Désirée Schröder von Loosen. Mein Favorit: Ürziger Würzgarten Riesling Alte Reben 2024.https://drloosen.de | https://www.instagram.com/dr.loosen

Weingut Josef Milz, Trittenheim / Mosel – VDP-Gründungsmitglied, über 500 Jahre Familientradition. Im Fokus: die Magna Charta, ein im Barrique gereifter Riesling aus der Großen Lage Trittenheimer Apotheke.https://josef-milz.com | https://www.instagram.com/josef_milz

Weingut Hermann Dönnhoff, Oberhausen / Nahe –Eine der Spitzenadressen der Nahe. Verkostet: der Jahrgang 2025 quer durch sowie eine gereifte 2010er Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Spätlese.https://www.doennhoff.com | https://www.instagram.com/weingut.doennhoff

Links zum Thema: VDP – Verband Deutscher Prädikatsweingüter: Veranstalter der Weinbörse Mainz und Dachverband der genannten Weingüter. https://www.vdp.de | https://www.instagram.com/vdp.diepraedikatsweingueter

Buch „Die größten Rieslinge der Welt" von Jens Heilmann und Norbert Lewandowski: Darin wird der 2001er Stettener Pulvermächer, eine Riesling Spätlese trocken vom Weingut Beurer, beschrieben.

Wenn dir die Folge gefallen hat, schreib mir, was dich bewegt hat, erzähl mir von deiner eigenen Begegnung auf einer Messe oder an einem Weinstand und empfiehl Kirsch Royal weiter, wenn du jemanden kennst, der Gastgeberkultur genauso liebt wie du und ich.

Kontakt: kirsch@maja-kirsch.com

Hier findest du mich: https://maja-kirsch.com

Dieser Podcast Kirsch Royal ist eine Produktion von STUDIO VENEZIA – the podcast company https://www.studiovenezia.de/

Transkript anzeigen

00:00:08: Zwei Tage vorher war ich noch vom Begrund, das habt ihr in der letzten Folge gehört oder ihr könnt es auch mal nachhören.

00:00:13: Mein Gaumen war also noch ganz auf große Pinos eingestellt als ich in Mainz in der Rheingold-Teile stand – auf der VdP Mainzer Weinbörse.

00:00:20: Ich war lange nicht mehr da und habe euch in einer der letzten Folgen schon erzählt, ich hatte mich richtig drauf gefreut!

00:00:27: Auf das Wiedersehen mit Kolleginnen und Kollegen, mit Winzerinnen und Winzer….

00:00:31: Im Grunde ist so eine Weinböse ein großes Klassentreffen allerdings eher im Leistungskurs Wein Und wie bei jedem Klassentreffen ging es am Ende nicht um die Noten.

00:00:40: Es ging um die Menschen, genau da nehme ich euch heute mit hin und durch ein paar dieser Begegnungen keine Verkostungsprotokolle – Menschen, die dahinter stehen!

00:00:49: Ich bin an dem Tag ziemlich direkt und zielstrebig auf den Stand von Alexander Stotten zu gegangen und das hatte einen Grund.

00:00:55: Mit dem Begrundmaßstab noch im Mund wollte ich zu Alex dessen Wein nämlich durch meine gesamte Zeit in der Gastronomie begleitet haben Und während wir probierten, erzählte mir nebenbei, dass er den Podcast hört.

00:01:06: Dass er meinen Status folgt und ich hatte plötzlich das Gefühl, dass ihr bestens informiert war, dass wir die ganze Zeit in Verbindung geblieben sind ohne es voneinander zu wissen.

00:01:16: Wir hatten uns lange nicht gesehen.

00:01:17: Ich hatte die Weine lange nicht probiert und wir hatten auch lange nicht gesprochen.

00:01:22: Ich kaufe ja längst nicht mehr aktiv ein und trotzdem war da nichts abgerissen.

00:01:26: Es lief nur über andere Wege Über ein Bild, über eine Folge, über einen Status.

00:01:31: Das hatte ich ehrlicherweise gar nicht so oft im Schirm gehabt.

00:01:34: Und wenn die einer der besten Rotweinwinzer Deutschland sagt, dass er dir folgt, dann macht das was mit mir.

00:01:41: Ein bisschen stolz ehrlich gesagt und vor allem Demut!

00:01:45: Denn was erzählt ist nicht, dass ich Kunden war sondern dass das was wir früher zusammen gestaltet haben offenbar weiter trägt.

00:01:53: Im Glas hatte ich an dem Tag den Spätbegründer JS Den recht späte Begründe als Ortswein und erste Lage der Neue Hartberg.

00:02:04: Und ich sage es hier an dieser Stelle ganz klar, dass diese Weine für mich zum besten gehören was wir an Roten in Deutschland anbauen.

00:02:11: Weshalb ich sie auch heute noch gerne meinen Kunden empfehle?

00:02:15: Dazu kommt das sich nach der Flutkatastrophe das Ahrteil unterstützen wollte und für mich heißt das ganz konkret die Weine in die Gläser zu bringen und von ihnen zu erzählen.

00:02:23: Zum Schluss kam dann noch einer meiner Lieblingsweine vom Weingutgenau Stotten nämlich Der Blanc de Noir aus zwei Tausendfünfundzwanzig in diesem Fall.

00:02:31: Der kam auch noch ins Glas.

00:02:32: Also kein Roter, sondern ein Refresher wie wir sagen und der hat den Gaumen einfach für alles was da jetzt kommt freigemacht.

00:02:40: Ich fang bewusst mit dieser Geschichte an weil diese erste Stand schon alles enthielt worum es an diesem Tag ging.

00:02:46: Diese Verbindung war längst da bevor ich einen Wort gesagt hatte Und sie war nicht da weil ich kunden bin Sondern weil über Jahre etwas gewachsen ist.

00:02:53: das hält Auch wenn man sich lange nichts sieht.

00:03:00: Und auch da ist eine Verbindung, die schon lange hält.

00:03:03: Jochen war damals eine echte Entdeckung für mich zu meinen Zeiten in der Schwarzwaldstube und zwar nicht für Rotwein was man in Württemberg oder bei Württemberg vielleicht vermuten würde sondern für seine Weißweine.

00:03:14: Für diese klaren sehr präzisen Rieslinge, die er macht!

00:03:18: Wie lange ich Jochen schon kenne das rechne ich ehrlich gesagt nicht in Jahren?

00:03:21: Wir rechnen nämlich ins Stupsis.

00:03:24: Stupsi hieß damals der Hase der Familie, mit denen die Kinder gespielt haben als ich das erste Mal auf dem Weingut war.

00:03:31: Und das tragische an Hasen ist ja dass sie mit der Lebenserwartung es nicht zu genau nehmen.

00:03:36: Es gab über Jahre also schon eine ganze Reihe Stupsis Einer nach dem anderen und jeder neue Stupsi markiert sozusagen ein neues Kapitel unserer Bekanntschaft.

00:03:46: Bei welcher Nummer wir inzwischen sind?

00:03:48: Darüber sind Jochen und Ich uns bis heute nicht einig.

00:03:50: Das gleichen wie jedes mal aufs Neue ab wenn wir uns sehen und kommen jedes Mal auf ein anderes Ergebnis.

00:03:56: Ich finde es trotzdem schön, dass wir unsere gemeinsame Zeit nicht in Jahren zählen sondern in Stupsis.

00:04:01: die Frage ist dann nicht wie lange haben wir uns nicht gesehen?

00:04:03: Die Frage ist Wie viele Stubsis liegen dazwischen?

00:04:07: was diese Zeitrechnung für mich an dem tag aber so greifbar gemacht hat war Adrian.

00:04:11: Adrian ist ja auch ein Sohn.

00:04:12: er ist heute im Weingut unterstützt seinen Vater Und ich kenne ihn seit des stupsi gibt seit der allerersten Generation.

00:04:20: Damals war er das Kind, das mit dem Hasen im Hof gespielt hat und jetzt steht dahinter dem Tisch, schenkt seine Weine ein.

00:04:27: Da kann man sagen dass wir älter geworden sind und das ist keine traurige Feststellung sondern eine schöne weil man miterlebt wie aus einem kind ein Winzer wird.

00:04:36: Und genau das was bei Jochen und mir die Jahre machen Das macht dieses weingut auch mit dem Wein.

00:04:43: Seine weine die weine von Adrienne und Jochen brauchen zeit.

00:04:46: vor allem also die rieslinge brauchen Zeit.

00:04:49: sie geben auch oft nicht alles im ersten Moment Preis.

00:04:53: Manchmal braucht es den ganzen Abend, sie öffnen sich über einen Abend, über Jahre und ich kann euch versprechen wer die Geduld hat wird belohnt.

00:05:01: Mein Favorit an dem Tag und das ist bei ihm wirklich schwer war der Zwei-Tausend-Zwanziger Riesling Schiff Sandstein.

00:05:08: Und wer nochmal über einen großen Rieslin von ihm nachlesen möchte Es gibt Buch ist ein bisschen so'n Paradewerk für uns Someliers, das große Buch der Rieslinge.

00:05:21: Und da gab's glaube ich einen Jahrzehnte-Riesling Spätlese von ihm, der es in dieses Buch, also in diese großen Rieselingen der Welt geschafft hat.

00:05:32: und genau dieser Gedanke, dass guter Wein Zeit braucht, hat mich an dem Tag noch zu einer Begegnung geführt über die ich unbedingt mit euch sprechen will.

00:05:39: denn wenn Wein mit den Jahren gewinnt dann stellt sich ja eine ganz praktische Frage Reife kostet Das ist immer das, was ich predige.

00:05:47: Was auch gelernt habe im Einkauf.

00:05:50: Die Flaschen liegen jahrelang im Keller.

00:05:52: Das Geld liegt praktisch nebenan.

00:05:55: Lagerkosten gebundenes Kapital?

00:05:56: Die Frage ist also nicht ob reifer Wein besser wird sondern wer diese Zeit eigentlich finanziert.

00:06:03: und diese Frage dass Wein sein braucht hat sich an dem tag dann von ganz allein weitergesponnen denn als ich bei dieser Schröder vom weingutlosen stand war genau das plötzlich Thema ohne dass ich es irgendwie bewusst gesucht hätte, aber es spugte ja immer im Kopf.

00:06:18: Wir waren uns sofort einig dass viel zuviel Wein viel zu jung getrunken wird und das ist keine Beobachtung die nur auf losend zutrifft sondern ehrlicherweise trifft oder war das Gespräch bei fast jedem Winzer an dessen stand ich an diesem Tag wahr.

00:06:32: Es ist eine Herausforderung die mir immer wieder begegnet und Ich bin fest davon überzeugt dass es diese Reife braucht um den Weinen gerecht zu werden Und um beim Gast überhaupt erst Begeisterungen auslösen zu können und auch erst diese Begeisterung zu erzeugen.

00:06:49: Und aus diesem Einvernehmen heraus sind wir auf einen Gedanken gekommen, der eigentlich so groß ist für ein Messegespräch beziehungsweise ich muss es korrigieren.

00:06:56: Desiri hat ihn schon gedacht... Wir haben darüber gesprochen wenn reife Weine das Ziel sind dann muss ja jemand diese Reife finanzieren.

00:07:04: Jemand muss die Jahre im Keller tragen und die Frage ist wie Winster dafür eine Lösung finden können?

00:07:10: Desiri gesagt dass sie diese Herausforderungen annehmen und unterstützen will Nehm ich hier zu hundert Prozent ab, weil sie zu den Menschen gehört die solche Dinge wirklich zur Ende denken.

00:07:21: Was sich an Desiris Schröder so schätze ist das was sie über die Empfehlung hinaus mitbringt.

00:07:26: Sie ist ehrlich offen und direkt.

00:07:28: Sie kennt die Winzer Szene und die Weine wie ihre Westentasche Und genau deshalb kann sie auch mal kritisch sein!

00:07:35: Sie ist immer wertschätzend aber klar Aber sie bleibt nicht beim weinen.

00:07:40: Sie denkt weiter in Lösungen für ihre Kunden.

00:07:43: Wie bringt ein Haus seine Weine an die Gäste?

00:07:45: Wie macht es sie attraktiv?

00:07:47: und das geht nicht nur fürs Glas, sondern auch bei ganz anderen

00:07:51: Themen.".

00:07:52: Das ist ein dienstleistungsorientierter Blick mitten aus der Weinzähne heraus und er kommt meinem Gesicht als Gastgeberin sehr nahe – nur aus einem anderen Kontext!

00:08:02: Und genau das macht eine Empfehlung von ihr noch wertvoller….

00:08:06: Die Weine von Dr.

00:08:07: Losen waren übrigens wie seit vielen Jahren verlässlich auf absolutem Spitzenniveau und mein Favorit war der Ölziger Würzgarten, ein Riesling vom alten Reben aus dem Jahr zwanzig vierundzwanzig.

00:08:17: Ich mag diese Exotik, diese besondere Aromatie die der Würzghärten als Lage mitbringt und das ist für mich eine ganz eigene Handschrift im Glas!

00:08:28: Und natürlich gehe ich bei Desiree nicht weg ohne nach einer Empfehlung zu fragen – nach einer Entdeckung auf dieser Weinbörse.

00:08:36: Das Tipp war Josef Mills aus Drittenheim an der Mosel.

00:08:41: Ich glaub, die waren zwei Stände weiter und ich geb zu dass sich dort Feuer noch nie bewusst am Stand gestanden hatte.

00:08:47: Und das ist ja das Schöne an so einer Empfehlung von jemanden dem man vertraut Du landest bei jemandem den du selbst nie auf dem Zettel gehabt hättest?

00:08:57: und sehr ehrfurchtigen Lage dritten Heimer Apotheke, der im Berik greifte.

00:09:12: Und im Gedächtnis geblieben ist er mir aber nicht nur wegen des Weines sondern wegen der Art wie der Winzer von ihm erzählt hat.

00:09:19: Er war ehrlich, er hat gesagt dass das herausfordernde Jahre hinter ihm und dem Weingut liegen und gleichzeitig war da ein Stolz zu spüren seinen Weg gefunden zu haben auch gegen die Stimmen die anfangs die Nase gerumpft haben.

00:09:30: Wir reden hier von Riesling in Berik.

00:09:32: Das war eine mosellange fast Kätzerei.

00:09:36: Auch ich stehe dem ganzen skeptisch gegenüber.

00:09:39: Aber er hat gespürt, dass es zu ihm passt und zu seinem Weingut und dann hatte er's einfach durchgezogen Und das finde ich mutig und verdient meinen vollsten Respekt.

00:09:47: Ich war an dem Stand erst mal skeptisch Das gebe ich zu Denn ich steh' Holzeinsatz generell eher zurückhaltend gegenüber Gerade beim Riesling.

00:09:56: Und dann wurde ich überrascht Der Wein bringt wahnsinnig viel Substanz mit Er würzige als fruchtige Noten Eine tolle Cremigkeit und was ich nicht gefunden haben, waren diese aufdringlichen störenden Bariktöne die ich befürchtet hatte.

00:10:09: Ich gehe davon aus es sind bogundische Fässer mit französischer Eiche und ich vermute fast dass das keine Erstbelegung mehr ist sondern schon genutzte Fässern waren weil das Holz so fein eingebunden war und es so wenig im Vordergrund stand.

00:10:24: Ich bin sicher dieser Wein braucht Zeit und das ist ganz sicher dass es ein spannender Begleiter wird Zum Essen, zum Käse zu verschiedenen Gerichten.

00:10:34: Mit dem muss man sich auseinandersetzen aber er hat es auch verdient.

00:10:38: Was ich von diesem Stand mitgenommen habe ist eigentlich dasselbe was schon bei den anderen gespürt hatte Den Mut zur eigenen Hand schrift wird am Anfang selten jemand belohnen Aber er trägt weiter als jede Anpassung.

00:10:49: Eine Station in diesem Tag will ich euch noch erzählen und sie führt das worüber Ich hier die ganze Zeit spreche eigentlich zu Ende.

00:10:55: Am Stand von Dennhoff an der nahe hat die Verkostung ameliefrik gemacht Und das war wieder eine alte Verbindung.

00:11:03: Amelie ist die Tochter von Karl-Henrik Frick, einem Winzer und Bekannten mit dem wir den einen oder anderen feuchtfröhlichen Abend nahe verbracht haben in seinem Weinberg manchmal auch beim Essen im Restaurant Hermann Zölle.

00:11:16: Ammelie ging damals noch zur Schule und heute steht sie für das Weingut Dönnerhof hinter dem Tisch – ich glaube seit fast fünf Jahren!

00:11:24: Sie hat mich nicht sofort erkannt und ich sie ehrlich gesagt auch nicht gleich einsortiert, aber während wir probierten stellten mir beide fest dass sich das hier irgendwie vertraut anfühlt.

00:11:33: Und dann kam bei ihr der moment in dem es klick gemacht hat.

00:11:36: du bist doch die die damals teilhändisch bei uns zuhause gekocht hat und ja das war ich.

00:11:42: was wir damals dazu getrunken haben war ein riesling von banggood donhoff und genau dieses haus ist heute der arbeitgeber.

00:11:47: Sie hat die Verkostung mit mir gemacht, sehr professionell.

00:11:50: Und ich bin ziemlich sicher, dass sie den gereiften Chats eine Zwei-Tausend-Szenar Niederhäuser Hermanns Höhleriesling Spätlese auch ein kleines bis hin wegen dieser alten und offenbar positiven Erinnerungen ins Glas bekommen habe.

00:12:03: Das ist etwas das sich von früher gut kenne.

00:12:06: Als ich selbst noch hinter den Weinständen auf der Weinbörse stand und ausgeschenkt habe gab es immer die sogenannten Bückwaren Die Bückweine!

00:12:13: Die guten Flaschen für ausgesuchte Gäste oder wie der Grieche sagt, für die guten Freunde.

00:12:19: Und in dem Gespräch ... Oder auch im Nachgang an die Mainzer Weinbörse ist mir noch eine Geschichte aus dem Jahrgang zwanzig vierundzwanzig begegnet, die mich sehr bewegt hat.

00:12:31: Zwei-tausendvierundzwanzeig war ein Frostjahr.

00:12:33: Die Spätfrüste im April haben an der Nahe einen großen Teil der Donov Ernte damals vernichtet und was dann passiert ist erzählt mehr über diese Branche als jede Marktanalyse.

00:12:44: zwei andere Häuser Wittmann aus Rheinhessen und Bücklin-Wolf aus der Pfeils haben den Weingut Donhoff Trauben aus ihren Spitzenlagen überlassen.

00:12:53: Das Team vom Weingutt Donhoffe ist selbst rausgefahren und hat gelesen, der Auspol lief im eigenen Keller und am Ende standen drei Ortsweine in der Flasche die es ohne diese Geste nie gegeben hätte.

00:13:05: Das Schönste an dieser Geschichte ist wo sie ihren Anfang nahmen Nämlich auf der Mainzer Weinbörse.

00:13:10: Cornier Lösdönöf hat von Wittmanns Angebot nämlich genau hier in Mainz oder dort in Mainze auf der Weinbürse erfahren, auf genau der Messe über die ich hier die ganze Zeit erzähle.

00:13:21: eine Veranstaltung, auf der von außen verkauft und eingekauft wird ist ein Wahrheit der Ort an dem so eine Geste überhaupt erst entstehen kann weil die Menschen sich dort begingen.

00:13:31: Und das brauchen sie gerade.

00:13:32: denn die Lage ist nicht einfach.

00:13:34: Der VDP hat für im Jahr vor, die Zahl ist sinkend.

00:13:48: Der Markt ist unter Druck, das spülen wir alle und die Kosten steigen.

00:13:51: Viele Winzer mit denen ich gesprochen habe reden aber trotzdem nicht von Krise sondern von einem sogenannten Strukturwandel.

00:13:57: Und sie meinen damit dass der Markt mehr Präsenz verlangt, mehr Beziehungspflege.

00:14:04: Nicht mehr Marketing.

00:14:05: Die Antwort sind genau solche Gesten, wie das war ein guter Enufsi auf der Messe erfahren

00:14:09: hat.".

00:14:10: Wenn ich an diesem Tag in Mainz zurückdenke, dann waren es nicht die Weine, die mich nach Hause begleitet haben – so gut sie auch waren!

00:14:16: Es waren die Menschen wie Alexander Stotten, der den Podcast hört, Jochen Boehrer mit dem Ich die Zeit in stupsis rechne, die Siri Schröder, die Mich weiter schickt ohne zu rechnen… Amelie, die irgendwann den Kopf hebt und sagt du bist doch die... Und viele weitere Begegnungen mit Karin, mit Silvio als Sommelierkollegen.

00:14:35: Und in jeder dieser Begegnungen lag dieselbe Leiserkenntnis Ich stehe nicht mehr jeden Abend im Restaurant und ich schreibe auch keine Weinkarten mehr für mein eigenes Haus.

00:14:44: Wein ist nicht mehr mein täglicher Fokus und ich bin auch nicht jedes Jahr auf eine dieser Messen.

00:14:49: Trotzdem führt es sich gut da noch dazu zu gehören.

00:14:52: Über die Jahre habe ich an vielen Türen geklopft und ich habe auch für die einen oder den anderen solche Tünen geöffnet.

00:15:00: Aber was am Ende bleibt sind nicht die Türen.

00:15:02: Was bleibt, sind die Menschen dahinter und dafür war ich auf dem Heimweg Und bin auch heute noch von herzen dankbar.

00:15:11: aber Ich will euch nicht als schönes gefühl mitgeben sondern Als etwas was ihr gebrauchen könnt denn diese beziehung sie nicht vom himmel gefallen.

00:15:18: Sie sind ein ganz normalen abenden entstanden an denen niemand daran gedacht hat etwas aufzubauen An einem feuchtfreeligen Abend im Weinberg an der nahe an einem thailändischen Essen in einer Winzerküche, an einem Stand auf der Börse, an dem ich jemand die gute Flasche von unter dem Tisch eingeschenkt habe weil ich ihn einfach mochte.

00:15:36: Und das ist mein Royaltür-Gruf für heute!

00:15:39: Die Beziehung, die dich in zehn Jahren noch trägt baust du jetzt nicht auf dem Netzwerkevent mit Visitenkarte sondern an dem ganz normalen Abend an dem du dir Zeit nimmst für einen Menschen obwohl gerade nichts davon abhängt.

00:15:51: also pflege deine Beziehungen wenn du sie nicht brauchst Dann sind sie da, wenn es darauf ankommt.

00:15:58: Und wenn wir schon beim Weiterentwählen sind an dieser Stelle, wenn euch die Folge gefallen hat, gibt's ihr gern weiter!

00:16:03: Schickt sich jemanden der Sie hören sollte und abonniert Kirsch Royale dann verpasst ihr keine Folge.

00:16:08: Das nächste Mal nehme ich euch mit in die Champagne.

00:16:10: Aber Ihr ahntest schon das ist eine weitere Geschichte aus meiner kleinen Miniserie Aus meinen Tankstellen zum Thema Wein.

00:16:17: Bis dahin wünsche ich euch bleibt neugierig, bleibt Gastgeber und vergesst nicht ab und zu jemandem die gute Flasche einzuschenken einfach so.

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