#18: Partydepression als Qualitätsmerkmal
Shownotes
Vier Tage Champagne, ein Haus, dreizehn Menschen – und ein prickelnder gemeinsamer Nenner: unsere Liebe zu Bubbles. In dieser Folge nehme ich euch mit auf die dritte Station meiner Tankstellen-Serie. Es war eine Reise, die fast alles hatte: Pläne, die nicht aufgingen, Entdeckungen, die ich so nicht gesucht habe, einen Weinberg, den man nur findet, wenn man geführt wird, und einen Abend, der sich selbst organisiert hat. Und ja – nun habe ich Partydepression. Das höchste Gütesiegel, dasich einer Reise ausstellen kann.
Ich erzähle von
- Partydepression und warum sie das ehrlichste Qualitätsmerkmal einer Reise ist
- Le dix-neuf Avenue de Champagne und Anthocyane zwei Entdeckungen, die den Fahrradplan endgültig begraben haben
- Maison Poisson in Billy-le-Grand: ein Winzer, den man nicht sucht, sondern zu dem man geführt wird
- dem Rosé de Saignée und warum er eine andere Kategorie ist als alles, was man sonst im Rosé-Glas erwartet
- der Perching Bar in Verzy: Champagner sechs Meter hoch in den Süntelbuchen, eine verbaselte Reservierung und trotzdem „Gänsehaut im Glas“
- Mouzon-Leroux und Complantation: alle sieben Champagner-Rebsorten auf einer einzigen Parzelle, und warum vier davon fast verschwunden wären
- einer kauffreudigen Gruppe, die auf ein Restaurant trifft, das sein Potenzial nicht nutzt und warum danach die Gäste überlegen, ob sie das Problem sind
- Heiko Antoniewicz, der kocht und die Leergut-Entsorgung als Akt in zwei Teilen Die Menschen hinter der Reise:
Sarah Schweizer – KATCH GmbH Organisatorin der Reise, Kaffeeexpertin, Barista und Mitgründerin der KATCH GmbH. Verantwortlich für die Kulinarik Kiste und die Sparte Kaffee Kontext. kulinarik-kiste.com | @kaffee_kontext
Heiko Antoniewicz Mehrfach ausgezeichneter Spitzenkoch, Autor und Impulsgeber der Branche. Mitgründer der KATCH GmbH. Hat an diesem Abend unfassbar lecker gekocht – und die Entsorgung in zwei Teilen übernommen. antoniewicz.org | @antoniewiczheiko
Die Orte und Häuser dieser Folge:
Domaine des 3 Sources / Anthocyane, Épernay Gegründet 2025 von Stéphane Keyser, Anthony Valette und Eric Drain. Kein klassisches Weingut, sondern eine Destination: Bar, Galerie, eigenes Gîte. Cuvées: Point de départ und Paradoxe. domaine-des-3-sources.com
Champagne Poisson, Billy-le-Grand / Montagne de Reims Premier Cru, kleiner Familienbetrieb, kein Marketing. Raynald Poisson hat das Haus über ein Jahrzehnt geprägt – die Jahrgänge 2015 und 2018 Prestige Millésime trägt noch seine Handschrift. Man findet ihn nicht – man wird zu ihm geführt. Kontakt über Hélène und Markus: @helen_passon
Perching Bar, Verzy / Montagne de Reims Champagner-Bar mitten im Wald der Süntelbuchen (Faux de Verzy), sechs Meter hoch in den Bäumen, Zugang über Hängebrücken. Gegründet von Olivier Couteau. Reservierung empfohlen – aber erwartet nicht, dass sie aufgeht. perchinglife.com | @perchingbar
Sébastien Mouzon / Les Fervins, Verzy / Grand Cru Sébastien Mouzon, 2008 Neustart mit Biodynamie und Complantation. Les Fervins: eine einzige Parzelle, alle sieben in der Champagne zugelassenen Rebsorten, 3.051 Flaschen pro Jahr, limitiert auf zwei pro Bestellung. Nicht in den Shownotes verlinkt – wer ihn findet, hat ihn verdient.
Brasserie Le Jardin, Les Crayères, Reims Ein Haus mit Geschichte und einem wunderschönen Garten. Reservierung empfohlen. Und: kommuniziert euer Potenzial – auch wenn es eigentlich nicht nötig sein sollte. lescrayeres.com
Champagne J. Lassalle / Loft Du Vigneron, Rilly-la-Montagne Unser Basislager für vier Tage. Fünfzehn Minuten von Reims, zwanzig von Épernay – mittendrin. jlassalle.com
Wenn dir die Folge gefallen hat, schreib mir, was dich bewegt hat. Und wenn du jemanden kennst, dem diese Reise gefallen hätte, schick ihm die Folge.
Kontakt: kirsch@maja-kirsch.com
Hier findest du mich: maja-kirsch.com
Dieser Podcast Kirsch Royal ist eine Produktion von STUDIO VENEZIA – the podcast company studiovenezia.de
Transkript anzeigen
00:00:08: Das Cabrio ist abgegeben, die Champagne im Rückspiegel und ich hab Party-Depression.
00:00:12: Herzlich willkommen bei Kirsch Royal!
00:00:14: Und wenn du heute zum ersten Mal dabei bist – Ich bin Maya und freue mich, dass du hier rein hörst.
00:00:19: Ich begleite Betriebe bei Förderanträgen, Zertifizierungen, bei Teamkonflikten, die keiner anspricht.
00:00:25: Das ist mein Alltag und ich liebe ihn.
00:00:27: Und dann gibt es diese Reisen, Weinmessen oder die Weinbörse, Weingüter, Regionen, die man trinken muss um sie zu verstehen.
00:00:36: Auch Arbeit, aber die Arbeit bei der ich auftanke.
00:00:40: Begrund war so eine Reise... Die Mainzer Weinbörse habe ich in der letzten Folge gerade vorgestellt und jetzt waren es vier Tage Champagne.
00:00:48: Das war meine dritte Tankstelle!
00:00:51: Ich hatte es bereits am Sonntag angekündigt in der Gruppe und war da in weiser Voraussicht dass mich das ereilen wird sowie auf jeder schönen Reise oder nach tollen Erlebnissen.
00:01:02: Und Montag war's dann soweit.
00:01:03: Die anderen waren noch einen Tag länger da, der schädt lief weiter.
00:01:07: Wir wussten doch wer was trinkt und wo sie gerade sind.
00:01:10: Irgendwie waren wir noch dabei und trotzdem hat es mich erwischt.
00:01:14: Partydepression!
00:01:16: An dieser Stelle das höchste Kompliment dass ich eine Reise machen kann.
00:01:21: Vier Champagner-Reingüter ein Haus eine Gruppe von Menschen die sich zum Teil kannten und zum Teil gerade erst kennenlernen.
00:01:30: Und das Mutige ist eigentlich Dass fremde Menschen zusammen ein Haus mieten und sich vier Tage auf eine Reise begeben, ohne zu wissen wie das ausgeht.
00:01:41: Was einem das erlaubt sind zwei Dinge – Eine tolle Planung von Sarah zum Beispiel Ein Geschenk für diese Reise Und die Champagne selbst, eine Region die landschaftlich wunderschön ist und kulinarisch eine absolute Bereicherung Die ein bisschen für Luxus steht und dass auch darf Aber eben nicht nur für Status, sondern für Geschichten und Philosophien die eine ganze Branche geprägt haben.
00:02:03: Und immer noch prägen!
00:02:06: Die für Qualität und auch für ein Lebensgefühl steht das so finde ich es man sich gönnen sollte.
00:02:13: Und sie war unser prickelnder gemeinsamer Nenner in der Gruppe.
00:02:18: Wir waren in Riila Montagne Ein wunderschönes Dorf mit vielen Kalksteinhäusern Garten voller Blumen und die Weinberge fangen dort an, wo das Dorf aufhört.
00:02:29: Also praktisch in jeder Ecke.
00:02:32: Regie ist ungefähr fünfzehn Minuten von Raums entfernt und zwanzig von Epani.
00:02:36: Wir waren also mittendrin.
00:02:38: Von dort aus fast alles passiert was ich heute erzähle.
00:02:42: Fast alles was geplant war haben wir auch gemacht aber eben nur fast nach einem lockeren Zusammenkommen nach einer sehr illustren Anreise am Freitagabend mit Käse und Champagner.
00:02:55: ja war das ein sehr unkomplizierter Start in diese Reise.
00:03:00: Samstagmorgen ging es dann los mit dem Plan, den Sarah gemacht hatte.
00:03:03: Also wir starteten im E-Panee in den Markthallen.
00:03:07: unser zweites Vorstück und Einkaufen stand auf dem Plan.
00:03:10: Und weil wir in der Champagne waren und weil es Samstag morgens war gab's Austern dazu für die einen Bier und für die anderen Champagner.
00:03:19: Für die, die keine Austern wollten haben sich Hühnerkollen vom Grillwagen gegenüber geholt.
00:03:26: Das ist für mich relativ schnell eine Gruppe gewesen, die sich nichts beweisen musste.
00:03:30: Sondern eine, die nimmt was
00:03:32: passt.".
00:03:33: Danach haben wir den Plan von Sarah befolgt und zwar ging es auf die Avernüte Champagne.
00:03:41: Der Plan war, dass wir in der Vino-Tekle Disney etwas verkosten, ein bisschen den einen oder anderen Flight mitnehmen.
00:03:47: Dann Fahrräder abholen und die Coute Blanc lang fahren – viel wunderschöner Landschaft, Picknick!
00:03:53: Und wenn es irgendwie passt auch noch auf einem Winzerfest
00:03:55: einkern.".
00:03:57: Ich hatte sogar den Helm dabei, Marc hatte nämlich dran gedacht.
00:04:00: Wer sonst?
00:04:02: Und während wir verkosteten und kauften bzw.
00:04:06: verschiedene Gespräche über Champagner hatten und uns die wunderschönen Häuser auf der Avenue anschauten, schrumpfte die Gruppe, die den Fahrradplan noch halten wollte still- und leise zusammen.
00:04:19: Und wir mussten dann in die Touristeninformation um dort unsere Fahrräder abzuholen.
00:04:23: Wer die Touristinformation in Epanée kennt weiß dass dort immer wieder Weingüter und Champagnerhäuser sich vorstellen und zwar mit einer Verkostung Und das ist alles andere als umsonst, auch wenn der Eintritt nichts kostet.
00:04:38: Wir haben dort auf einer früheren Reise schon mal eine tolle Entdeckung gemacht und auch dieses Mal ist es uns gelungen.
00:04:46: Das Champagnehaus Anthousian ein ja sehr junges Champagne Haus drei Gründer Stefan Kaiser Antony Vallette und Irithran haben ... Ich will sagen, diese Destination also kein klassisches Weingut gründen wollen sondern eher einen Ort der Begegnung schaffen wollen in der Champagne.
00:05:09: Bar, Galerie, eigenes Giet und dazu vier Kywés die wirklich Fragen aufwerfen den Pferde de Paar und den Champagner.
00:05:19: Paradox Also den Anfang und den Widerspruch.
00:05:24: das sind zwei Champagner die sind mit nach Hause gefahren Und mit dieser Entdeckung dieses Champagnerhauses und den Verkostungen, die wir dort in der Info gemacht haben war das Fahrrad endgültig futsch.
00:05:36: Aber wie wissen jetzt schon?
00:05:37: Die Cote Blanc kommt auf die Liste für den nächsten Besuch.
00:05:41: ein schönerer Grund zum Wiederkommen lässt sich ja kaum erfinden.
00:05:44: Abends sind wir dann in die Brasserie Le Jardin nach Rams gefahren.
00:05:48: Schon unser Taxifahrer hat uns von dem Haus vorgeschwärmt und meint es wäre eines der besten Restaurants was wir uns ausgesucht hätten.
00:05:56: Es ist ein Haus mit Geschichte und einem wunderschönen Garten.
00:05:59: Wir waren breit zehn Genießer.
00:06:02: Sarah hatte uns vorab das Menü geschickt, wir haben unsere Wahl getroffen und das Menüt vorab bestellt.
00:06:09: Allergien- und Unverträglichkeiten wurden kommuniziert.
00:06:13: Und wir hatten – das war spätestens nach dem Ankommen klar absolut keine Scheu vor großen Flaschen!
00:06:20: Das Potenzial an diesem Tisch war nicht zu übersehen.
00:06:25: einige Bestellungen, also Magnums die in der Karte standen waren nicht lieferbar oder war nicht vorrätig.
00:06:32: Ich hätte mir eine aktive Getränkempfehlung schon für die Gruppe gewünscht, schließlich waren wir ja angemeldet.
00:06:39: Kein Brot das von selbst kam kein Wasser das nachgefüllt wurde ohne Nachfrage.
00:06:44: Die Wartezeiten zwischen den Gängen haben es uns nicht leicht gemacht zumal ja parallel auch wirklich was Neues eingeschänkt wurde und uns wurden die Wartezite noch nicht erklärt.
00:06:54: Ich will sagen, wir haben uns alles erarbeitet.
00:06:57: Schluck für Schluck und Frage für Frage!
00:07:00: Und das soll hier kein Urteil oder kein Bashing sein für ein Haus was ja auch vieles richtig gemacht hat.
00:07:07: Aber irgendwann war es dann so dass Sarah das Gespräch gesucht hat.
00:07:13: Das war vielleicht der Gastgebermoment des Abends.
00:07:16: Sie haben uns nach dem Hauptgang noch zwei Kote Böff mittig auf den Tisch gestellt.
00:07:20: So für die ganze Gruppe.
00:07:22: Die waren wirklich gut Auch wenn wir da schon fast am Anschlag waren, übrig gelassen haben wir natürlich nichts.
00:07:28: Das macht man nicht als guter Gast finde ich.
00:07:31: aber Ich will sagen zwischen einem wunderschönen Garten und wirklicher Gastgeberschaft liegt manchmal mehr als man denkt.
00:07:39: Der Sonntagmorgen war wie jeden Morgen für mich meine Tankstelle innerhalb der Tankställe.
00:07:47: Ich bin wie jeden morgen raus Und ich liebe das einen Tag so zu Beginn Wenn die Straßen noch still sind und die Region sich selbst gehört.
00:07:54: Meist bin ich auf der Suche nach einem Bäcker und hier in Riyi war das kein Umweg, sondern ein Geschenk.
00:08:00: Weinberge, wunderschöne Ausblicke, warme Morgensonne, duftende Gärten und eine kleine Boulangerie die genauso war wie man sie aus französischen Filmen kennt mit absoluter Topqualität.
00:08:12: Ich habe mich für Croissants für alle entschieden und für mich noch eine Klär mitgenommen Wobei ich das als Kind wahrscheinlich als Liebesknochen bestellt hätte.
00:08:19: Und wenn ich nach Hause fahre, wenn ich in meiner Heimatfahre bestelle auch genau so.
00:08:25: Ich liebe diese Zeiten und wenn man viel mit Menschen unterwegs ist.
00:08:30: Und wir waren ja jetzt auch in einer Gruppe unterwegs, das ist schon eine ordentliche Portion Menschen und Bedürfnisse und damit ja auch Anforderungen mag ich das ganz gerne, wenn mein Tag ein bisschen ruhiger mit weniger Kommunikation startet.
00:08:45: Beim Frühstück kam dann die Frage auf aus der Gruppe Waren wir eigentlich anstrengend gestern Abend?
00:08:50: Waren wie anstrende Gäste?
00:08:52: Und ich habe sofort nein gesagt Und ich will es vielleicht hier kurz erklären.
00:08:56: Wir haben vorab bestellt, Allergien und Unverträglichkeiten waren bekannt.
00:09:00: die Gruppengröße war angekündigt.
00:09:02: wir haben darauf geachtet wann wir essen gehen nämlich nach dem großen Ansturm im Alakard.
00:09:08: sie sind deutlich später gekommen weil wir hofften damit ein bisschen zu entzerren!
00:09:12: Wir haben sehr klar die Bereitschaft zu großen Flaschen signalisiert und das schon im Vorfeld.
00:09:17: man hätte also auch eine Weinempfehlung oder eine Champagnerbegleitung vorbereiten können.
00:09:22: Ich will sagen, wir waren kein schwieriger Tisch.
00:09:24: Wir waren ein Geschenk das sie nicht ausgepackt haben und ich finde es fast ein bisschen bezeichnet dass wir als Gäste darüber nachdenken ob wir anstrengend waren und muss an dieser Stelle einmal klar sagen, dass wir auch nicht wie Gastronom als Geste anstrend sind sondern anstrent wird dann wenn dein Gegenüber einfach seinen Job nicht richtig macht.
00:09:48: aber Der Sonntag war der Tag der großen Flaschen.
00:09:51: So stand es im Plan und wir waren diesmal fest entschlossen, nicht abzuweichen.
00:09:56: Wir machten uns auf zu einem Ort den wir per WhatsApp geschickt bekommen haben Und später vor oder wussten wir dann Es geht nach Billy Legrand zum Champagnerhaus Poisson.
00:10:11: Billy Legran sind Premier-Krühlagen.
00:10:14: Das Champagner Haus produziert ca.
00:10:16: neuntausend Flasches im Jahr Und dass wir ihn nicht kannten, ist kein Wunder.
00:10:20: Denn bei der Menge die er produziert oder die das Haus produziert und so gut wie keine Marketing findet man ihn nicht.
00:10:27: Man wird zu ihm geführt.
00:10:29: Zu ihm?
00:10:29: Das ist Renal Poisson.
00:10:32: Er war persönlich im Weinberg.
00:10:33: Sie hatten einen kleinen Pavillon aufgebaut und ja hat ihn schon auf uns gewartet.
00:10:39: Wenn ich sie sage meine ich neben Renal auch Helene und Markus.
00:10:43: Die hat Sarah auf einer Veranstaltung kennengelernt.
00:10:46: Und als die Reise stand, sind sie für einen Tag aus Hamburg runtergefahren nur um ihren Winter oder diesen Champagner vorzustellen und sind danach wieder zurückgefahren.
00:10:56: Dass die beiden – und dass auch Rena sich auf eine Gruppe wie uns eingelassen hat das ist nicht selbstverständlich und das war ein riesen Geschenk!
00:11:05: Die Antwort war ich will mal sagen ein bisschen offroad.
00:11:08: also wir haben die Adresse ins Navi eingegeben weil Es gab keine Adresse, wir haben uns ja nicht im Haus getroffen.
00:11:14: Abfahrt war ein Kolonne.
00:11:16: Irgendwann schrieb Sarah in den Chat, wir treffen uns heute Nachmittag an diesem Leuchtturm, an dem sie gerade vorbeigefahren ist.
00:11:22: Ralph-Peter schaut auf die Windmühle vor sich und schreibt zurück nur für unsere Nordlichter das ist eine Windmülle und kein Leuchthurm.
00:11:30: Tja so was passiert wenn nicht beide in die gleiche Richtung blicken!
00:11:34: Und dann hat das Navi die Straße verlassen praktisch nirgendwo zwischen den Reben einen Ort, den man sich nicht sucht sondern geschickt bekommt.
00:11:42: Oben in Weinberg dann dieser unfassbare Blick über die gesamte Mutagne de Raus und Trainer ist Champagner, der war wahnsinnig fein, mineralisch fast salzig.
00:11:55: Seine Champagnia haben Substanz- und Dichte.
00:11:58: für mich waren es eher Essensbegleiter aber in dem Moment waren sie auch ohne Essen einfach großartig.
00:12:04: Wir hatten im Jahr zweitausendfünfzehner und zwei tausend achtzehn Pristisch-Milesme nebeneinander.
00:12:11: Ich fand, das war ein Kontrast wie er schöner nicht sein könnte.
00:12:15: Der Zwei-Tausendfünfzehner kommt aus einem historisch heißen Sommer.
00:12:18: Reif und war sehr tief.
00:12:21: Der Zweitausendachtszenar war deutlich kühler, frischer und mit bisschen mehr Spannung.
00:12:26: Und dann gab es noch den Rosé – Rosée des Seniers.
00:12:31: Das war kein klassischer Rosé der oft fruchtig und leicht füßig ist sondern eine andere Kategorie.
00:12:37: Die meisten Rosierschampagnen müsst ihr wissen entstehen durch Asamblages.
00:12:40: Also ein kleiner Antirotwein wird dem Weißwein zugesetzt, dann wird der so zart Lachsfarbend und ist auch häufig sehr zugänglich.
00:12:48: Beim Cignet-Mazurieren also stehen die Trauben kurz auf ihren Schalen oder man lässt den Saft mit den Schalen kurz stehen Und Farbe und Struktur bluten dann praktisch in den Saht weil Cignets bedeutet übersetzt auch Adalas und genau das ist es was.
00:13:07: Erst, wenn der Moment stimmt wird es dann wieder abgezogen.
00:13:11: Das Ergebnis ist deutlich kraftvoller, strukturierter, venöse also weiniger als alles was man sonst im Roséglas erwartet und zumindest ist das mein Eindruck nach Gesprächen mit vielen Winzern die dies machen oder den wenigen Winsern die es machen.
00:13:26: Es braucht wahnsinnig viel Fingerspitzengefühl Denn bleibt die Haut zu lange im Saft wird der Champagner zu dunkel und auch zu bitter Und ich glaube dass ist der Grund warum Meistens nur kleine, sehr qualitätsbewusste Betriebe wie zum Beispiel Renal Poisson machen.
00:13:43: Der weiß genau was er dort tut und wie es geht.
00:13:47: Legans Dutin ist sein Claim und den kann ich an dieser Stelle hier nur bestätigen.
00:13:53: Wir haben die Bestellung noch im Weinberg aufgegeben.
00:13:55: Helene und Markus nehmen sie für uns mit nach Hamburg.
00:13:57: Ein ganz großes Dankeschön an dieser Stelle für diese unglaublichen Momente in Weinberg.
00:14:03: Das war atemberaubend den Aufwand, den ihr betrieben habt Helene und Markus.
00:14:10: Ja, den kann man auch mit so einer Bestellung nicht bezahlen.
00:14:12: Vielen vielen Dank dass ihr euch auf dem Weg gemacht habt und uns diesen wunderschönen Ort und dieses tolle Haus gezeigt habt!
00:14:19: Der nächste Programmpunkt war ein bisschen geheimnisvoll.
00:14:21: nach einem kurzen Mittagessen im Lafar wussten wir nur das wir uns erinnert euch an dem Leuchtturm treffen Und dann gab es eine kleine Wanderung.
00:14:31: Wir liefen in den Wald immer tiefer rein immer weiter hinauf und keiner konnte sich vorstellen, was unser Ziel jetzt noch erwarten sollte.
00:14:38: Dieser Wald in dem wir waren ist etwas ganz Besonderes.
00:14:40: die Bäume darin, die sogenannten Sündelbuchen sind eine seltene Mutation der Rotbuche deren Äste sich verdrehen und nach unten wachsen so als hätte jemand die Schwerkraft neu erfunden.
00:14:52: und dann sahen wir es!
00:14:53: Unser Ziel war nur über Hängebrücken zu erreichen.
00:14:57: Tja für die die dabei waren und die die mich kennen.
00:15:01: ihr wisst was das bedeutet Für alle anderen extreme Höhenangst.
00:15:06: Lässt grüßen!
00:15:07: An dieser Stelle danke an alle, die auf mich gewartet haben und mir die Zeit gelassen haben, die ich gebraucht habe.
00:15:12: Der Weg hat sich gelohnt auch wenn ich ihn mir niemals freiwillig ausgesucht hätte.
00:15:17: Angekommen in der Pershingbar.
00:15:20: Champagner im Baum, sechs Meter hoch mitten in diesem verwunschenen Wald.
00:15:26: Gebaut hat das ganze Oliver Coutot ein... Ja, Autounternehmer.
00:15:30: Also kein Weinenmensch von Haus aus sondern ein Autounternehmer der Abenteuer und Champagnerkultur zusammengebaut hat.
00:15:37: Sarah hatte einen T-Sting mit großen Flaschen extra gebucht.
00:15:40: Der Tag der Grand Bouteille – also unser Tag das Motto sollte hier sein Höhepunkt finden!
00:15:45: Und bei unserer Ankunft fiel dem Sommelier ein, dass er die Reservierung verbaselt hatte.
00:15:51: Also keine Grand Boutilles verfügbar.
00:15:54: Ich würde dann an dieser Stelle wieder ein Geschenk, das nicht ausgepackt wurde Und wieder mal auf unsere Kosten, denn als Gruppe waren wir auch hier sehr bereit gewesen.
00:16:03: Aber Gott sei Dank sind wir flexibel und das haben wir auf dieser Reise ja mehrmals bewiesen und so tranken mir normale Flaschen.
00:16:09: Was wir bekamen war trotzdem außergewöhnlich allen voran Le Fervirn für mich der wohl ungewöhnlichste Champagner der ganzen Reise.
00:16:19: Ich muss ehrlicherweise sagen ein Geschenk dass ich mir selbst gemacht habe und die Gruppe hat es Gott sei dank mitgetragen.
00:16:26: Sebastian Mousson hat in dem Jahr ein Schritt gemacht.
00:16:29: Er hat das konventionelle Familienweingut des Champagnerhauses verlassen, das seit dem achtzehnten Jahrhundert in Versie verwurzelt war und hat ganz neu angefangen mit fünfundfünfzig Parzellen, Biodynamie Vergierung im Fass Minimale Eingriffe.
00:16:44: Wer so einen Schritt macht glaubt nicht nur an seinen Wein Der hat eine Vision Und er glaubt dann eine Idee.
00:16:51: Auf einer einzigen Parzelle Le Femmeur ist ein Grand-Cruis oder sind Grand-Crue-Lagen, wachsen alle sieben in der Champagne zugelassenen Rebsorten.
00:17:01: Ja, sieben sind zugelassene!
00:17:04: Die drei bekanntesten sind Pino Noir, Pinou Mognier und Chardonnay – und die anderen sind fast verschwunden also Arbanne, Pinot Blanc, Pinogri et Petit Mesli.
00:17:18: Die großen Häuser wollten nach dem Zweiten Weltkrieg Effizienz weniger Arbeit, mehr Ertrag und die kleinen Sorten tugen schlechter und waren anfälliger für Krankheiten.
00:17:27: Also wurden sie gerodet still und leise weil die Genossenschafts die schlechter bezahlte und niemand mehr Zeit hatte für Reben die sich nicht rechneten.
00:17:35: Sebastian hat diese Zellen nicht neu bepflanzt.
00:17:37: er hat erhalten was schon da war alte Reben alle sieben Sorten nebeneinander und an einem Fleck.
00:17:44: Komplantation nennt sich das Eine uralte Praxis, bei der alle Sorten gemeinsam wachsen.
00:17:50: Gemeinsam gelesen, gemeinsam vinifiziert werden.
00:17:53: Also kein Sortieren, keinen Trennen.
00:17:55: was die Natur gibt geht in die Flasche.
00:17:58: Das was wir getrunken haben war eine Produktion aus drei Tausend Einen Fünfzig Flaschen pro Jahr und zwar limitiert auf zwei Bestellungen pro Person.
00:18:06: Der Champagner war unglaublich präzise, elegant auch hier wieder eine Seizigkeit Und ich würde sagen vielleicht ein Hauch davon wie die Champagne vor zweihundert Jahren geschmeckt haben konnte.
00:18:20: Eine nicht nur beeindruckende Location, sondern wirklich auch Champagner die man so auf den wenigsten Karten dieser Welt findet und ja für uns eine absolute Entdeckung.
00:18:31: und deswegen nachher nochmal die Verlinkungen in den Shownotes.
00:18:34: also solltet ihr dort in der Nähe sein unbedingt vorbeischauen und denkt dran der Weg ist das Ziel.
00:18:42: abends dann zurück in unserem Loft.
00:18:43: Heiko hat gekocht.
00:18:46: Das war praktisch ein Garant für Qualität.
00:18:49: Das Essen von Heiko ist und war großartig!
00:18:54: Der Rest hat sich um den Nachschub gekümmert, also die Getränkebegleitung.
00:18:57: Und das war im Laufe des Abends wirklich eine anspruchsvolle Aufgabe – und zwar anspruchsholler als gedacht.
00:19:06: Die Großflaschen, die wir vorbereitet haben, gingen schneller zur Neige als geplant und Gott sei Dank hat das auch die Gruppe gemeistert.
00:19:14: Ich war überrascht, wieviel Nachschub es doch gab und wo der auf einmal herkam.
00:19:19: Aber man munkelt die Letzen sind so um viel ins Bett – ich lass das mal so stehen!
00:19:24: Was mich bis heute beeindruckt….
00:19:26: Es gab zu keinem Zeitpunkt einen totalen Ausfall.
00:19:30: Ich bin mir nicht sicher ob das am Champagner lag oder ob wir einfach gut und viel vertragen.
00:19:35: Ich weiß es nicht.
00:19:37: Ich weiss auch nicht, ob es bewundernswert war oder ob es mir Angst machen
00:19:42: sollte.".
00:19:43: Auch das lasse ich mal offen an dieser Stelle.
00:19:46: Es war ein unvergesslicher Abschluss.
00:19:48: Heiko Antoniewicz persönlich hat die Entsorgung der Lernflaschen am Dienstag übernommen, ich sag mal so einen Akt in zwei Teilen und einen würdigeren Abschluss für die Lernflaschen hätte es nicht geben können als diesen.
00:20:03: Und dann war Montag!
00:20:04: Die anderen blieben noch einen Tag wie Fuhren aber über den Chat waren wir irgendwie noch dabei.
00:20:10: Sarah schrieb am Montag aus Rahms – Ich glaube sie saßen bei Ruinat Mit einem tollen Bild eines Gartens und natürlich Champagner auf dem Tisch reservieren für die Ritter der Champagnerrunde.
00:20:24: Und ich habe reflexartig geantwortet, unbedingt!
00:20:28: Da war kein Zögern, kein Nachdenken... Der Reflex war da bevor der Gedanke fertig war.
00:20:33: Das ist vielleicht die ehrlichste Antwort auf die Frage ob eine Reise funktioniert hat?
00:20:38: Ich nenne diese Reisentankstellen nicht weil das ein schönes Bild ist sondern weil es stimmt um wieder weiterfahren zu können.
00:20:48: Und die Champagne hat das geleistet, nicht weil alles perfekt war sondern weil es echt war ein Winzer der sich auf uns eingelassen hat und zwei Menschen die aus Hamburg zwei Tage investiert haben um uns diesen Winzer vorzustellen.
00:21:01: Ein Sommelier der unsere Reservierung verbaselt hat und trotzdem Gänsehaut ins Glas gebracht hat und einen Abend an dem Heiko unfassbar für uns gekocht hat und wir unseren eigenen Gastgeber waren.
00:21:13: Ja dass Le Jardin hätte mehr aus uns machen können Das Baumhaus auch.
00:21:18: Aber ich fahre nicht in die Champagne, um perfekte Gastgeber zu erleben.
00:21:21: Die gibt es dort – das weiß ich und ich werde sie auch beim nächsten Mal wieder finden!
00:21:25: Ich bin gefahren, um aufzutanken, um Menschen kennenzulernen, um Champagner zu trinken der Fragenaufwürft, um Philosophien zu lernen, um Neues zu entdecken und um einen Abend erleben zu können für den es keinen Plan braucht.
00:21:41: Das war kein Dinner oder das ist dann kein Dinner?
00:21:43: Das ist Gastgeberschaft, die sich selbst erfunden hat.
00:21:46: Und die Côte Blanc, die kommt im Jahr und dann mit dem Fahrrad.
00:21:50: Versprochen!
00:21:52: Mein Royal Togo sind diesmal drei Teile.
00:21:56: Erstens Champagne, also Champagne-Poson aus Billy Legrand.
00:22:03: Ein Premier Cru, ein kleiner Familienbetrieb der wenig Marketing macht, den man nicht findet zu dem man geführt wird.
00:22:10: Ich verlinke euch hier Helen in den Shownotes denn Helen und Markus aus Hamburg helfen wir euch dabei.
00:22:16: Mein zweites Royaltego ist die Pershingbahn Versy.
00:22:20: Champagne im Baum, sechs Meter hoch, Sündelbofen drumherum.
00:22:25: Bucht das Tasting gern mit großen Flaschen und erwartet nicht dass eure Reservierung aufgeht.
00:22:30: Manchmal bekommt man trotzdem Gänsehaut ins Glas manchmal aber auch nicht Aber der Ort allein lohnt sich Auch diese Aussicht und die wunderbare Auswahl vor Ort auf jeden Fall.
00:22:40: Und drittens und das ist eigentlich das wichtigste Royaltegó heute bucht eine Reise bei der ihr nichts müsst Nicht als Gastgeber, nicht als Experte.
00:22:47: Nicht als jemand der erklärt.
00:22:49: Sarah und ich überlegen gerade ernsthaft ob wir betreutes Trinken bei uns in unsere Geschäftsmodelle als Angebot aufnehmen.
00:22:55: Heiko Viera auch dabei!
00:22:57: Seine Kernkompetenz in der Lehrgutansorgung ist auf jeden Fall belegt... ...und vielleicht kocht er auch.
00:23:02: Aber bis dahin sucht ihr euch einen prickelnden gemeinsamen Nenner und gebt ja Partydepression.
00:23:08: danach die Ehre, die sie verdient hat.
00:23:11: Und bevor ich mit dieser Folge aufwöre, ein großes Dankeschön nochmal an Sarah, die diese Reise möglich gemacht hat.
00:23:16: Und dann Heiko und eine Reisegruppe, die ich so nicht erwartet hatte – und diese Tage zu dem gemacht haben was sie waren!
00:23:23: Ihr wisst wer dabei war und ihr wisst wie ihr seid und ihr wisst dass wir im Jahr ist, dass wir in den nächsten Wochen wieder dabei sind und erneut buchen werden.
00:23:32: Die nächste Folge der Tankstellenserie ist dein biodynamischer Workshop auf dem Weingut Nikolajhof in der Wachau.
00:23:37: Ich freue mich schon sehr darauf euch mitzunehmen.
00:23:40: Danke, dass ihr Kirschreial hört und danke auch wenn ihr den Podcast abonniert und weiter empfiehlt.
00:23:47: Und schickt mir eure Fragen und wünsche.
00:23:48: ich freue mich über jede Nachricht!
00:23:50: Dieser Podcast wird produziert von Studio Venetziger der Podcast Company.
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