#25: Was der Gast nie erfährt

Shownotes

In dieser Folge geht es um zwei Wochen, in denen an beiden Veranstaltungen so ziemlich alles schiefgegangen ist, was schiefgehen konnte. Ich nehme euch mit zu unserem Weinfest gladbach [g]niessen, wo am Aufbautag die Gläser fehlten und der Strom erst zwei Stunden vor dem Start kam, und auf zwei Messetage bei der Faszination Food in Dresden, wo Köche, Azubis und Techniker sich gegenseitig durch die Shows gebracht haben. Und es geht um die Frage, warum der Gast von alledem nichts gemerkt hat.

Ich erzähle von

  • dem Moment am Donnerstag, als wir den Trailer öffnen und die Glaspaletten fehlen
  • einem Anruf von Geschäftsführer zu Geschäftsführer und zwei Fahrern, die für uns die halbe Nacht durchgefahren sind
  • einem fehlenden Stromzähler, einem Elektro-Team, das alles vorbereitet, was ohne Strom vorzubereiten ist, und - einem engagierten Soundcheck einer Besucherin im strömenden Regen, die wissen wollte, wo sie sich jetzt hinsetzen soll
  • Maxi und Lucas Baumann, die auf der Bühne in Dresden ein halbes Strohschwein zerlegt haben, und den Köchen im Publikum, die ihnen danach gratulierten
  • den Europa-Miniköchen, den Azubis vom Food Camp und dem, was auffällt, wenn sie am nächsten Tag fehlen
  • der Frage, warum der eigene Anspruch nach so einem Wochenende fast immer höher ist als der der Gäste

Die Menschen hinter der Folge:

Maxi und Lucas Baumann – Fleischerei Seifert Geschwister und beide in der Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks, Maxi ist Fleischsommelière. Neben dem elterlichen Betrieb stehen die beiden am Wochenende mit der Grillbossen Crew am Feuer.

@maxi_meat_nature | @adventureguyanddonkey | @fleischerei.seifert | @degrillbossen

https://www.nationalmannschaft-fleischerhandwerk.de | @nationalmannschaft_fleischer

Ludwig „Lucki” Maurer Auf der Bühne in Dresden beim Fleisch und beim Zerlegen, mit einem Wissen zu Cuts, das selbst mich nach all den Jahren beeindruckt hat.

https://www.ludwigmaurer.com | @lucki.maurer Bei Kirsch Royal war Lucki auch schon zu Gast. Hör gerne in Folge 8 rein.

Andi Schweiger https://www.andischweiger.de | schweiger2.de | @andischweiger

Philipp Zitterbart https://www.philippzitterbart.de | @philippzitterbart

Philipp Seefried @philipp.seefried

Ralf Jakumeit – Rocking Chefs https://www.rocking-chefs.com | @ralfjakumeit | @rockingchefs

Tom Klein – MKN Verkaufsleiter Bayern und Culinary Ambassador, hat nach einem kompletten Messetag am Sonntagabend noch seinen eigenen Podcast aufgenommen. @baytom_tri | KüchenSchnack powered by MKN

Sebastian Zange – Landesverband der Köche Mitteldeutschlands Jugendwart, organisiert Wettbewerbe, Meisterschaften und Jugendcamps, und hat das Food Camp in Dresden geleitet. https://www.lvmd.cooking | @lv_koeche_mitteldeutschland | @sebastianzange

Die Orte und Themen dieser Folge: gladbach [g]niessen, Mönchengladbach

Unser Weinfest, in diesem Jahr zum ersten Mal im Weingarten, nach Jahren am Schillerplatz. @gniessen | Rückblick 2026

Faszination Food, Dresden Veranstaltet von OMEGA SORG, die in diesem Jahr sechzig Jahre alt werden und sich für Dresden entschieden haben statt für eine Metropolregion. Herzlichen Glückwunsch.

https://www.faszination-food.com | @faszinationfood | @omegasorgofficial

Europa-Miniköche Haben auf der großen Showbühne ein Rösti aus Apfel und Sellerie gemacht und dem Publikum die Show gestohlen.

https://www.minikoeche.eu | @europa_minikoeche

Kirsch Royal Folge 11 – Am anderen Ende der Welt Die Neuseelandfolge, auf die ich in dieser Folge verweise.

Zum Abschluss gibt es mein Royal to go: Perfekt ist ein Maßstab, den nur du kennst. Dein Gast weiß nicht, was du geplant hattest, und wenn etwas wegfällt, weiß er nicht einmal, dass es das hätte geben sollen. Er bewertet nicht die Lücke zwischen deinem Plan und der Wirklichkeit, er bewertet den Abend, den er hatte. Also hört auf, hinterher eurem eigenen Plan nachzutrauern.

Wenn euch diese Folge etwas gegeben hat, abonniert Kirsch Royal, hinterlasst eine Bewertung oder schickt die Folge an jemanden, der sie braucht.

Kontakt: kirsch@maja-kirsch.com

Hier findest du mich: https://www.maja-kirsch.com

Dieser Podcast Kirsch Royal ist eine Produktion von STUDIO VENEZIA – the podcast company www.studiovenezia.de

Transkript anzeigen

00:00:08: Und während ich noch schaue, wie wir schnell die Sonnenschöme aufbekommen steht schon eine Besucherin vor mir hinter ihr noch fünf weitere ihrer Bekannten.

00:00:21: Alle haben gerade im strömenden Regeneintritt bezahlt sind nass und sie fragt mich wo sie sich denn jetzt bitte hinsetzen sollen?

00:00:28: Und wie?

00:00:29: wir gedenken Sie im Trockenen zu bewirten?

00:00:31: Schließlich sei es ja mein Weinfest!

00:00:34: Herzlich Willkommen zu Folge twenty-fünf.

00:00:36: Ich bin Maja Kirsch, Gastgeberin in diesem Podcast und steige heute mitten im Regen ein weil dieses Wochenende genau so angefangen hat!

00:00:43: Die Rede ist von Gladbach Genießen dem Weinfest das wir in diesem Jahr zum ersten Mal im Weingarten in München Gladbach gemacht haben.

00:00:51: Jahre lang stand wie am Schüllerplatz.

00:00:52: dann kam eine Pause wegen der Eröffnung der Weinbänke nieder rein.

00:00:56: Und jetzt also der neue Platz kleiner als vorher enger für mich atmosphärischer und wie immer draußen.

00:01:03: So war es beworben, so war es gebucht.

00:01:06: Wir haben also die Sonnenschirme aufgemacht und dann habe ich ihr gesagt freundlich aber deutlich dass gerade nicht wir das Problem sind sondern der Zeitpunkt zu dem sie sich entschieden hat zu kommen.

00:01:17: Und dann habe Ich Sie gefragt ob sie das wirklich überrascht?

00:01:21: Was sie denn vor zwei Jahren auf dem Schillerplatz gemacht hätte wo wir mit einem Wohngebiet standen und ist genauso wenig ein Dach gab Ob sie da erwartet hätte dass hier jemand die Haustür auffällt.

00:01:31: Alle haben gelacht und die sechs sind Gott sei Dank geblieben.

00:01:35: Und ehrlich gesagt war der Regen an diesem Wochenende das kleinste von unseren Problem, denn am Donnerstag hatten wir keine Gläser- und bis Freitagnachmittag keinen Strom.

00:01:45: Trotzdem sind daraus drei Tage mit einer Stimmung geworden wie es sie mir nicht besser hätte ausdenken können – mit großartigen Besuchern oder wie wir sie nennen Genießern!

00:01:55: Genau darum geht es heute in dieser Folge Du kannst monatelang planen du kannst alles abstimmen.

00:02:02: Etwas greift am Ende trotzdem nicht ineinander.

00:02:05: Und genau dann laufen wir Gastronomen, Wir-Gastgeber und Gastgeberinnen zu Hochform auf weil Improvisationen und Lösungsorientierung das ist was wir wirklich gut können!

00:02:15: Ich nehme euch mit in meine letzten zwei Wochen ein Weinfest und zwei Messetage in Dresden und ich erzähle euch nicht die Hochglanzversion sondern dass was schief gegangen ist.

00:02:25: Donnerstag war der Aufbautag des Weinfestes und Aufbautage haben eine Reihenfolge Die Gewerke rollen nacheinander an, die Zeltbauer stehen in den Startlöchern.

00:02:33: Der Trailer kommt und eigentlich weiß jeder was er zu tun hat!

00:02:37: Ich mag diese Tage weil da noch nichts schön ist aber alles möglich.

00:02:42: Wir gehen also an den Trailer um die Glaspaletten abzuladen.

00:02:46: Die sollen in die Kassenzelte denn bei uns ist das Glas die Eintrittskarte.

00:02:50: Du bezahlst du bekommst ein Gabrielglas du gehst damit los.

00:02:55: Ohne Glas kommt bei uns niemand rein.

00:02:58: Also machen wir den Trailer auf und Pustekuchen.

00:03:03: Der Auftrag für die Gläser lag seit Wochen vor, er wurde mehrfach bestätigt, rausgegangen ist der nie!

00:03:10: Und in so einem Moment merkst du wie schnell das kippt woran Du monatelang gesessen hast.

00:03:16: Denn keine Gläse heißt ja nicht dass jemand aus der Flasche trinken muss.

00:03:20: Das heisst was wir am nächsten Abend die Tore zulassen können.

00:03:24: Was uns gerettet hat, war nicht dass irgendwer zum Hörer gegriffen hat sondern das eine Verbindung zwischen zwei Menschen funktioniert hat.

00:03:31: Berndt hat Gabriel Glas angerufen so von Geschäftsführer zu Geschäftsführer keine Bestellnummer kein Portal kein Formular.

00:03:38: und am anderen Ende hat einer sofort verstanden wie dringend es ist und gesagt ihr kriegt sie wir fahren raus kurz darauf eine Express-Lieferung aus Österreich unterwegs und ich bin ziemlich sicher dass die zwei Fahrer die halbe Nacht durchgefahren sind damit bei uns morgens die Gläser im Zelt stehen.

00:03:54: Und das macht man nur, oder das machen Menschen nur wenn der Drahtfeuer schon da war, wenn eine echte Verbindung bestand.

00:04:02: also die Gläser waren unterwegs und wir haben erst mal durchgeatmet ungefähr eine halbe Stunde lang.

00:04:08: dann haben wir festgestellt dass es mit dem Strom ein Problem geben würde.

00:04:13: was dalag reichte für das was wir vor hatten nicht annähernd wieder ans Telefon.

00:04:22: Wieder das selbe Spiel, die richtigen Leute zur richtigen Zeit erreichen damit sich überhaupt etwas bewegt.

00:04:28: denn wer da niemanden kennt wartet bis Montag und kein Strom heißt kein Licht, kein Ton keine Kühlschränke in den paar guten Zelten keine Foodtrucks und nicht mal die Pumper im Toilettenwagen hätte funktioniert.

00:04:42: Und vor allem heißt es dass du nichts ausprobieren kannst weder ob die Technik läuft noch ob der Ton steht noch ob die Lichter dorthin zeigen wo sie hinzeigen sollen.

00:04:52: Da hätten unsere Live Acts fürs Wochenende ins Soundtrack vor laufendem Festival gemacht, mit Gästen im Garten die schon ein Glas in der Hand hatten.

00:05:01: Das ist undenkbar!

00:05:04: Glös hat das dann unser Elektroteam weil sie nicht gewartet haben bis der Zähler kommt am Freitag sondern in der Zwischenzeit alles fertiggemacht haben was ohne Strom fertig zu machen war jede Leitung jeden Anschluss und für den Technikcheck sogar eine provisorische Leitung gelegt haben Nur für die Einstellungen.

00:05:21: Dann konnte die Technik das Ganze schon mal ausprobieren, damit am Freitag alles steht und nur noch jemand den Schalter hochlegen muss.

00:05:27: Beim Wein sind wir ein bisschen anders vorgegangen.

00:05:30: Ein Teil blieb im Trailer Der Rest ging in jede Kühlmöglichkeit, die wir auftreiben konnten Damit wir wenigstens für die ersten Stunden garantiert schön kalt ausschenken können Egal was passiert.

00:05:40: Und in der Zwischenzeit lief der Nachschub aus allen anderen Richtungen nach Und ehrlich gesagt haben mir die Kühlschränke am Donnerstag von allem die geringsten Sorgen gemacht.

00:05:50: Wir hatten ja ohnehin keine Gläser, wo man hätte den Wein reinschenken können.

00:05:54: Freitagmittag um zwölf lief dann der Zähler.

00:05:57: Um dreizehn Uhr hatte unser lieber Norbert alles angestoßen mit seinem Team.

00:06:01: die Winzerinnen und Winzer konnten ihre Weine einräumen und um fünfzehn Uhr hatten alle Gewerke den Strom, den sie brauchten zwei Stunden vor der Eröffnung Und an kam pünktlich zur Öffnung.

00:06:11: der Regen eine Stunde lang richtig stark.

00:06:14: wir haben die Schirme aufgespannt soweit es ging und die die schon da waren haben sich darunter zusammen gemuckelt.

00:06:20: Es ging später los als geplant und trotzdem haben sich die Leute auf den Weg gemacht.

00:06:23: Und am Ende wurde es voll.

00:06:26: Im Nachhinein war dieser Staat vielleicht sogar ein Geschenk, weil eben nicht um siebzehn Auditore aufgingen und alle auf einmal kamen sondern nach und nach so dass wir uns mit dem Team in Ruhe eingrufen konnten statt überrannt zu werden.

00:06:40: Es ist so langsam dahingeplätschert im wahrsten Sinne des Wortes.

00:06:44: Der Samstag hat dann alles wettgemacht Perfekt das Wetter Dazu heimspielen Menschen Gladbach und noch ein paar andere Veranstaltungen in der Stadt, womit wir gerechnet hatten.

00:06:54: Aber dafür ging es bei uns ein bisschen später los als auch oft.

00:06:57: Umso voller wurde es dann aber am Samstagabend und das war für uns immer der wichtigste Tag und der Samstag ist ohnehin der Haupttag.

00:07:06: Und damit wir uns bloß nicht zurücklehnen gab es am Sonntag noch einen Schützenumzug, der uns die Zufahrtendicht gemacht hat.

00:07:14: Auch das hatten wir irgendwie vernommen, aber hatten es nicht wirklich auf dem Plan, dass es uns betreffen wird.

00:07:19: Aber auch das haben wir gut überstanden und der Sonntag wurde ein wunderschöner Ausklang.

00:07:24: Was uns danach in Rückmeldung erreicht hat, hat mich ehrlich ungehauen.

00:07:28: von den Winzerinnen und Winzern, von unseren Partnern, von den Gästen kamen von allen Seiten dasselbe was für ein Fest, was für eine Atmosphäre.

00:07:36: Und wenn ihr Bock habt euch das mal anzuschauen und wer wissen will wie er's ausgesehen hat schaut einfach mal auf Instagram.

00:07:42: Da sieht man auf den Bildern sofort.

00:07:46: Ich kann das hier gar nicht so gut beschreiben, wie die Bilder es darstellen.

00:07:50: An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Bernd Niesen und das gesamte Team von Genießen zum einen für das Vertrauen, zum anderen für die Unterstützung vor Ort und genauso an das Team der Weinbank.

00:08:00: nieder rein ohne dass diese drei Tage so nicht funktioniert

00:08:03: hätten.".

00:08:04: Wir haben Monate lang geplant, eng abgestimmt, Checklisten geschrieben und Bestätigungen eingeholt.

00:08:09: Und trotzdem kam es anders – kein Glas, keinen Strom, Regen zur Eröffnung, gesperrte Zufahrten!

00:08:15: Und der Gast hat trotzdem ein schönes Fest gehabt.

00:08:18: Das ist eine meiner Stärken in solchen Momenten schnell Lösungen zu finden, das kann ich.

00:08:23: Entspannend bin nicht immer dabei.

00:08:25: Ich bin angespannt und auch mal gereizt.

00:08:28: Die Gäste haben das noch nie gespürt da bin ich mir sicher.

00:08:31: Beim Team gebe ich mir ebenfalls Mühe Auch wenn mir das mal besser und mal weniger gut gelingt.

00:08:38: Und die nächste Veranstaltung wartete ja schon!

00:08:40: Nach dem Weinfest ging es für mich erst Richtung Heimat, dann mit einem kurzen Zwischenshop bei meiner Schwester und von dort weiter zur Faszination Fuß nach Dresden.

00:08:49: Veranstaltet wird sie von Omega Sorg und die werden in diesem Jahr sechzig Jahre alt und haben sich diese Messe zum Jubiläum quasi selbst geschenkt.

00:08:57: Sie hätten damit in jede Metropolregion gehen können – nach Stuttgart oder nürnberg dort wo weitere Standorte von ihnen sind Und ich fand es total schön, dass sie sich für Dresden entschieden haben um genau diese Region zu stärken.

00:09:09: Ich fand das großartig und die vielen Besucher haben es ihnen gedankt.

00:09:13: und von mir an dieser Stelle die allerherzigen Glückwünsche nochmal zu diesem Jubiläum.

00:09:17: Da fange ich mal mit einer Herausforderung an, die ich mir selbst gestellt habe in der Lausitz Denn normalerweise bin ich einen Tag vorher da, also in Dresden.

00:09:26: Und zwar nicht nur wegen der Technik – Ich gehe meist alles nochmal durch!

00:09:30: Sind die Artikel da?

00:09:31: Sind die Zutaten für die Gerichte vollständig?

00:09:33: Ist das Equipment

00:09:34: vollständigt?!

00:09:36: Sind die Köche angekommen und... Für mich gehört diese Anreise am Vortag zur Professionalität dazu.

00:09:43: Dieses Mal ging es nicht weil meine jüngere Schwester am Samstag geheiratet hat und da gab es kein Pardon und keinen Vertun.

00:09:51: Die Kleine wird verheiratet.

00:09:53: Wobei es auch dort Herausforderungen gab und improvisiert werden musste, und auch das haben wir gut hingekriegt!

00:09:59: Also ich bin am Sonntagmorgen um sieben Uhr losgefahren, stand kurz vor neun auf der Messe und habe gecheckt was noch zu checken war.

00:10:07: Um halb elf hab' ich dann das Food Camper öffnet auszubildende im zweiten Lehrjahr unter der Leitung von Sebastian Zange und das fand auf einer kleinen Bühne mitten im regionalen Marktplatz statt.

00:10:19: Ich habe die Challenge dort nicht nur den Azubis erklärt, sondern vor allem auch den Besuchern und Partnern, die da standen.

00:10:25: Damit jeder wusste was gerade passiert und warum diese jungen Leute gleich mit ihren Körben durch die Halle laufen werden.

00:10:31: Vier Gruppen, die sich ihre Zutaten auf der Messe selbst zusammensuchen mussten einen eigenen Warenkorb bauen und daraus kochen.

00:10:39: Und danach haben unsere Messegäste und Besucher probiert und ihr Feedback abgegeben.

00:10:44: Am Ende waren alle Gewinner – das war richtig gut so!

00:10:48: Danach ging es für mich ins Street Food Lab, zur ersten Show mit Luckey Maurer.

00:10:53: Und es ging um gutes Fleisch aus Argentinien, Uruguay und Norseland.

00:10:58: Wir haben auch von unserer Reise berichtet und die habe ich ja auch hier schon mal im Podcast.

00:11:04: da hab' ich ja schon einmal eine ganze Folge von gemacht und die verlinke ich euch in den Schornots.

00:11:08: Ich sage ganz ehrlich richtig im Griff hatten wir die Technik erst am Ende des ersten Messetages.

00:11:14: Ab der zweiten Show war es deutlich besser.

00:11:16: Die erste war nicht gut, das stimmt!

00:11:19: Nur war mein eigener Anspruch die ganze Zeit höher als der der Gäste denn bei allen anderen Shows waren die Leute zufrieden und man hat uns gut verstanden.

00:11:28: Wir hätten uns trotzdem ein anderes Ergebnis gewünscht.

00:11:30: also haben wir alle zusammengehalten – die Techniker, die Köche und die Moderatoren Und wir haben nach jeder einzelnen Show nachjustiert bis es von show-to-show besser wurde.

00:11:40: Dann ging's auf die große Showbühne wieder Fleisch Und dafür hatten wir uns wunderbare Unterstützung geholt, nämlich die Europa-Miniköche.

00:11:47: Sie waren so unfassbar aufgeregt, richtig aufgereght und sie haben uns einen Rösti aus Apfel und Sellerie gemacht ganz frisch mit Kameras drauf und das sollte eigentlich zum neuseeländischen Hirschfilet serviert werden.

00:12:02: Fertig war es dann zum Ende der Show und das lag nicht an den Kindern sondern auch an denen ich sage jetzt mal Profis, die sich mit ihrem Timing ein bisschen verquatscht hatten.

00:12:13: Also gab es den Rösti erst am Ende zum Entrecot und ehrlich gesagt hat das niemanden gestört, weil das Publikum von den Kindern so hingerissen war dass ohnehin alles geschmeckt hat was in ihrer Nähe kam.

00:12:24: Und zwischen dieser Show und der nächsten bin ich noch bei Andi Schweiger eingestiegen Weil Tom Klein von MKN der eigentlich zu ihm rüber sollte zu dem Zeitpunkt noch mit Philipp Zitterbad auf der anderen Bühne stand.

00:12:34: also habe ich Andy den Staaten seine Moderation gegeben oder erleichtert und mittendrin hab ich unser Einlauflied gehört und wusste jetzt muss sich los.

00:12:43: Ich habe mich bei ihm und seinen Zuschauern verabschiedet, ganz brav mit dem Hinweis dass ich zur nächsten Show rüber muss.

00:12:48: Und hab ihm sein Schluss gelassen denn das meiste war ohnehin besprochen und er war längst in seinem Element.

00:12:55: Damit komme ich zu der Show die an beiden Tagen den Abschluss gemacht hat nämlich ein halbes Strohschwein zerlegt von Maxi und Lukas Baumann.

00:13:03: Die beiden sind Geschwister und beide in der Nationalmannschaft der Fleischer.

00:13:07: Maxi ist Fleisch-Sommelier und neben dem elterlichen Betrieb stehen sie am Wochenende mit der Grillbossen Crew am Feuer.

00:13:15: Ehrlich gesagt hatten wir vorher ein bisschen Bammel, wie das Publikum darauf reagiert wenn auf einer Bühne ein halbes Schwein zerlegt wird.

00:13:22: Lukas sagt er braucht dafür dreißig bis fünfhundreißig Minuten und genau so war es auch!

00:13:27: Er hat zerlegt mit einer Präzision bei der du sofort siehst dass er sein Handwerk absolut versteht.

00:13:33: Maxi hat dazu das eine oder andere erklärt was ihr Bruder da gerade tut und zwar mit einem Stolz auf ihre Zunft, die ansteckend war.

00:13:42: Luki Maurer hat moderiert nach den Katzen gefragt sie eingeordnet und dem Publikum das ein oder andere Geheimnis der Fleischer verraten.

00:13:50: Und ich habe die Weine dazu machen dürfen und meine ganz eigenen Fragen gestellt bei denen ich selbst wissen wollte wie man zum Beispiel in die Nationalmannschaft kommt und wie es auch heute ist wenn man in dieser Branche unterwegs ist?

00:14:03: Wie das alles so funktioniert.

00:14:05: Am Ende haben wir Teilstücke abgebraten und verkosten lassen.

00:14:08: Nicht das Schwein von der Bühne, das war ja frisch zerlegt, sondern die selben Katz aus abgehangener Ware.

00:14:13: Und insgesamt waren wir bei knapp fünfundsechzig Minuten würde ich jetzt sagen also komplett in Time.

00:14:20: Immer mal wieder ins Publikum gelunst habe ich gesehen dass die anderen Köche die gerade keine Show hatten und selbst zugeschaut haben Und wie die danach auf Maxi und Lukas zugegangen sind, das war für mich der Moment dieses Wochenendes.

00:14:32: Mit echtem Respekt!

00:14:33: Sie haben den beiden gratuliert und es auch ausgesprochen – und das mehrmals.

00:14:38: Es waren nämlich ihre erste Show auf einer so großen Bühne.

00:14:41: In Dresden ist genauso wenig alles glatt gegangen als in München-Gladbach.

00:14:45: Die Technik braucht ihren Anlauf, es fehlten Zutaten mal eine Sojasoße, mal ein Gewürz, mal einen Roma.

00:14:51: Denn auf so einer Messe ist immer irgendwas nicht da wo es gerade sein soll.

00:14:55: Mal ist das nicht aufhündbar, mal wurde es nicht bestellt, mal kommt es

00:14:58: später.".

00:14:59: Das gehört dazu und darüber riegt sich eigentlich auch niemand ernsthaft auf.

00:15:04: Was zählt?

00:15:04: Ist was dann

00:15:05: passiert?".

00:15:05: Und in Dresden hieß das dass der eine hatte, was beim anderen fehlte und dann wurde geteilt ohne Diskussion!

00:15:11: Wenn wirklich nichts davon da war, ist jemand über die Messe gelaufen hat bei den Partnern und Lieferanten gefragt oder überlegt womit man das vielleicht ersetzen könnte... finde, das ist nicht selbstverständlich.

00:15:24: Jedenfalls nicht wenn man dem Bild glaubt dass von außen gern gezeichnet wird.

00:15:29: da stehen Köche auf einer Bühne die man aus dem Fernsehen kennen es sind Kameras überall und ein Publikum Und dann liegt für manche der Gedanke nahe das hinter den Kulessen jeder erst mal Für sich selbst kämpft.

00:15:41: mit dem was ich seit Jahren erlebe Hinter der Bühne hat das gar nichts zu tun und in Dresden schon mal gar nicht, denn die Jungs haben sich Blenden verstanden.

00:15:49: Alle auf demselben Level mit derselben Verbindung, der gleichen Leidenschaft – ich glaube genau deshalb wollte jeder dass jede Show funktioniert!

00:15:58: Die eigene und die vom Kollegen genauso.

00:16:01: Und so war es auch mit den jungen Leuten.

00:16:03: Sie waren begeistert von Maxi und Lukas.

00:16:05: Und sie haben das auch gezeigt, sie haben die Miniköche und ihr Azubis vom Foodcamp mit auf ihre eigenen Bühnen in ihren eigenen Shows geholt und richtig eingebunden und nicht nur daneben stehen lassen.

00:16:17: Wir hatten das schon vorher bei den Köchen abgefragt weil ja jeder auch so seinen Rhythmus hat und seine eigene Show hat und das soll auch so bleiben.

00:16:24: aber alle haben sofort Ja gesagt Reif Jakoumaid Philipp Zitterbart Andi Schweiger und Lucky Maurer.

00:16:30: Und dafür in dieser Stelle ein großes Dankeschön an euch vier.

00:16:35: Am Sonntagabend saßen dann alle zusammen, keine Konkurrenz, keine Diskussion darüber wer die bessere Show hatte sondern eine Flasche Wein auf dem Tisch und am nächsten Tag standen sie sich auf der Bühne wieder gegenseitig zur Seite.

00:16:47: Und am Montagmorgen wollte Ralf eigentlich mit mir zusammen zur Messe fahren und dann habe ich gesehen wie er zu Andi Schweiger ins Auto gestiegen ist und die beiden ein gutes Stück früher losgefahren sind als der Rest der Köche.

00:16:59: Auf der Messe habe ich ihn darauf angesprochen und er sagte mir, er habe früher losgemusst weil ihm aufgefallen sei dass die Erzubis heute gar nicht da sind.

00:17:08: Das fand ich großartig weil in diesem einen Satz steckt wie sehr die jungen Leute gebraucht wurden mit welcher Begeisterung sie das gemacht haben.

00:17:16: Und was mich schon am Sonntagabend beeindruckt hat war Tom Klein von MKN der seinen eigenen Podcast macht Küchenschnack und der sich nach diesem kompletten Messertag am Sonntag mit all den Herausforderungen noch mit Philipp Zitterbad in einen Foodtruck setzt, und eine Folge aufgenommen hat.

00:17:32: Das habe ich ehrlicherweise nicht mehr geschafft!

00:17:34: Ich musste erst mal nach Hause fahren und diese Folge hier entsteht erst am Dienstag darauf.

00:17:40: Mein Royal Togo ist heute ein Gedanke und kein Tipp – nämlich der das perfekt ein Maßstab ist, den du kennst.

00:17:48: Du weißt, wie der Abend hätte aussehen sollen die perfekte Veranstaltung das Perfekte fest.

00:17:53: Die perfekste Messe!

00:17:55: Das existiert alles in deinem Kopf und daran misst du hinterher was tatsächlich passiert ist welches Glas gefehlt hat welcher Gang zu spät kam und welche Show besser hätte laufen können.

00:18:05: Dein Gast hat diesen Maßstab nicht.

00:18:07: er weiß nicht was du geplant hattest Und wenn etwas weg fällt weiß er nicht einmal dass es das hätte geben sollen.

00:18:14: Er bewertet nicht die Lücke zwischen deinem Plan und der Wirklichkeit, er bewertete den Abend, den er hatte.

00:18:20: Diese Lücke siehst nur du – und Leiden wirst auch nur du unter dieser

00:18:24: Lücke.".

00:18:26: Eine Bedingung hat das Ganze allerdings!

00:18:27: Ihr müsst es können denn improvisieren kann nur wer sein Handwerk beherrscht und bei allen anderen sieht ist der Gast sofort.

00:18:35: aber wenn ihr es könnt dann hört auf eurem eigenen Plan hinterher zu trauern.

00:18:40: Die Leute hatten mit Sicherheit einen schönen Abend und den solltet ihr ihnen nicht wegnehmen, indem ihr euch im Kopf noch die andere Version ausmalt.

00:18:48: Das war Kirsch Royale ich bin Maja Kirsch Und bei mir geht es jetzt Schlag auf Schlag weiter in diesem Monat Mit Berlin einer Vertriebstagung auch nochmal in Dresden Chefs in Town & Düsseldorf und dann bleibe ich auch gleich da zur Rolling Pin.

00:19:01: Es geht für mich nochmal nach Köln zum Franchise Next und im November zu Gast nach Salzburg.

00:19:07: Und wenn ihr auf einer dieser Messen oder dieser Veranstaltung dabei seid, dann meldet euch.

00:19:11: Ich freue mich über jeden der vorbeikommt und hallo sagt!

00:19:15: Wenn unterwegs etwas passiert das es wert ist, dann hört es sicherlich hier bis zur nächsten Folge.

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