#6: Jahresrückblick 2025 – Es gibt Reisen, die dich finden, bevor du sie buchst
Shownotes
In dieser Folge nehme ich euch mit an den Anfang meines Jahres 2025 – nach Kambodscha. Eine Reise, die mich überrascht, herausgefordert und inspiriert hat. Zwischen Verantwortung, Begegnungen und starken Eindrücken erzähle ich davon, wie sich Perspektiven verschieben, wenn man weit weg vom Alltag steht.
Ihr hört, • warum dieser Jahresrückblick genau dort beginnt, • wie La Plantation eine ganze Region stärkt und soziale Verantwortung lebt, • warum uns der Besuch einer Schule sprachlos gemacht hat, • wie Chef Nak die Khmer-Küche bewahrt und einer Kultur ihre Stimme zurückgibt, • was Currypasten, Biodynamie und Weiterbildungen miteinander zu tun haben, • und wie InterNorga, Projekte und Kund:innen mein erstes Halbjahr geprägt haben.
Es ist eine Folge über Aufbruch, Wirkung, Genuss – und darüber, was Reisen mit uns als Menschen und als Gastgeber:innen machen können.
Kirsch Royal to go: Kambodscha als Erinnerung daran, dass Geschmack Verantwortung tragen kann. Und manchmal zeigt uns eine Reise, wofür wir eigentlich losgegangen sind.
Hela - Chamkar Gewürzlinie
La Plantation - Fair Spices
Chef Nak_Phnom Pen
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Kontakt: kirsch@maja-kirsch.com maja-kirsch.com
Dieser Podcast Kirsch Royal ist eine Produktion von STUDIO VENEZIA – the podcast company:https://www.studiovenezia.de/
Transkript anzeigen
00:00:00: Ihr müsst euch vorstellen, da stehen gestandene Köche, also Sterneköche mit vielen Auszeichnungen, die Impulsgeber der deutschen Gastronomie.
00:00:08: Und die sollen jetzt einen Kochkurs machen.
00:00:19: Willkommen bei Kirsch Royale und schön, dass ihr wieder dabei seid.
00:00:23: Und ganz ehrlich, danke erst mal, dass ihr seit sechs Folgen mit mir zusammen diese verrückte Reise macht.
00:00:30: Ein neues Jahr liegt vor uns und für den Start ins neue Jahr wünsche ich euch... Als erstes mal viel Kraft, Genuss und viele wundervolle Momente, die euch durch ein neues Jahr, zwanzig, sechsundzwanzig tragen.
00:00:43: Wir beginnen unser Podcast Jahr und auch die erste Folge des Jahres mit einem Jahresrückblick auf zwanzig, fünfundzwanzig.
00:00:49: Weil dieses Jahr für mich zwei sehr unterschiedliche Hälften hatte, habe ich beschlossen, euch das in zwei Teilen zu erzählen.
00:00:56: Wir starten mit dem ersten Halbjahr und vielleicht mit der Überschrift Es gibt Reisen, die dich finden, bevor du sie boost.
00:00:58: Cabocha war mein erster Halt dieses Jahr, also in den Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr.
00:01:18: Ich war nicht vorbereitet auf die Distanzen, auf diese langen Wege, die in Kambodscha zurückzulegen sind.
00:01:21: Ich war aber auch nicht vorbereitet auf so viel Aromatik und diese Menschen und vor allem nicht auf das, was es mit mir machen wird.
00:01:28: Vielleicht stellt ihr euch gerade die Frage, was Kambodscha wirklich verändert hat, weil es ein entscheidender Punkt im Jahr zwanzig, fünfundzwanzig für mich war.
00:01:37: Vielleicht fragt ihr euch auch, warum beginne ich den Jahresrückblick genau dort und nicht vielleicht mit einer Messe oder einem Auftritt auf der Bühne, die alle ein bisschen vorgelagert waren.
00:01:46: Ich beginne, weil dieser Ort in mir etwas ausgelöst hat, dass ich vielleicht schon vorausgeahnt oder gesucht habe, weil dort ein Moment lag in Kambodscha, der mein Jahr schon ganz früher am Anfang in eine Richtung gedreht hat, die ich heute rückblickend sagen würde, ganz dringend gebraucht habe.
00:02:07: Als ich im Januar gestartet bin, also Ende Januar nach Kambodscha, lagen zwei Jahre hinter mir, die mich beruflich wie menschlich absolut an meine Grenze gebracht haben.
00:02:15: Jahre voller Verantwortung, Tempo und Themen.
00:02:18: Jahre, in denen ich mein eigenes Unternehmen, das Business, der auch Basis für diesen Podcast ist, parallel zu einer Vollzeitstelle als Personalleitung in Braunschweig geführt habe.
00:02:30: Spagat hat mir viel ermöglicht, aber er hat auch sehr viel gekostet und zwar hat er mich mehr gekostet, als ich es vielleicht damals zugegeben habe.
00:02:40: Und der Januar war für mich der erste Moment, in dem ich wieder so hundert Prozent für mein eigenes Business verantwortlich war.
00:02:46: Heute weiß ich einen richtiger und wichtiger Schritt, aber einer, der mir auch gezeigt hat, wie erschöpft ich eigentlich war.
00:02:53: Und als ich dann in Kambodscha gelandet bin, war ich vor allem eins.
00:02:56: Ich war total aufgeregt.
00:02:58: Ich bin nämlich alleine gereist.
00:02:59: Ich war die einzige, die aus Frankfurt geflogen ist.
00:03:02: Alle anderen sind aus Hamburg oder in Gruppen aus München geflogen.
00:03:05: Und ja, im ersten Step hatte ich die ganze Zeit nur diesen Gedanken, bitte lasst mich im richtigen Flughafen sein.
00:03:11: Bitte lasst mich irgendjemanden finden, den ich kenne.
00:03:15: Und lasst mich bitte nicht diejenige sein, die am Ende.
00:03:18: dort irgendwo im Land rumsteckt und jemanden sucht oder winkt und um Hilfe bittet.
00:03:24: Und ja, ich glaube, ich habe alles richtig gemacht, denn ich bin dann aus, also ich bin gelandet, ich bin aus dem Flughafen raus und bin dort wahnsinnig ja warm, kann man wirklich sagen, weil der Januar warmen Cambodja empfangen worden.
00:03:38: Ihr kennt das Gefühl vielleicht, wenn man in Deutschland in einen grauen, nassen Flieger steigt.
00:03:46: Also das Wetter war einfach so, wie wir das im Januar haben in Deutschland.
00:03:51: Und dann fliegst du nach Kambodscha und steigst praktisch im Sommer wieder aus.
00:03:56: Und ab Minute eins bist du irgendwie woanders.
00:03:58: In meinem Fall ja wirklich komplett woanders.
00:04:00: Und ich dachte, okay, ich bin schon mal ganz gut angekommen.
00:04:03: Naja.
00:04:05: Zumindest bis ich auf die Toilette musste.
00:04:07: Denn dieser schöne Moment, dieses leichte Urlaubsgefühl, dieses, oh, ich bin da und mit dem Sehen der Toilette war der Schlagartig vorbei, als ich feststätte, dass die Toilettenkultur in Kambodscha eine komplett eigenes Kapitel ist.
00:04:23: Ich sag nur so viel, nicht zum Hinsetzen.
00:04:27: Und ab da wusste ich auch, Gutmeier, du solltest irgendwie aus allem raus.
00:04:32: Und da bist du jetzt.
00:04:35: Das war so ein bisschen mein erstes, jetzt geht's losgefühl.
00:04:38: und eine paar Minuten später, ich hatte mir einen Kaffee geholt und hab auf die anderen gewartet, war ich total froh, als die Reisegruppe, sag ich mal, die Reisegruppe Hele angereist ist und ich bekannte Gesichter gesehen hab.
00:04:54: Ich war total froh, als sie um die Ecke gekommen sind.
00:04:56: Da war meine Freundin Susi, Luki, Heiko.
00:05:00: Wolfgang, Menschen, die ich sonst ganz oft zwischen Messehalle und Hotel war es in die Arme falle, aber nicht wirklich mit Zeit begrüßen kann beziehungsweise.
00:05:10: Wir haben nie wirklich Zeit, uns groß auszutauschen.
00:05:13: Ganz oft stehen wir zusammen auf Bühnen oder robben den einen oder anderen Service.
00:05:18: Und plötzlich waren wir alle hier in Kambodscha.
00:05:20: Weit weg von dem, was uns in Deutschland immer wieder in den Messehallen erwartet.
00:05:24: Und dazu kam dann noch Michael und Frederik von Hela, die ich bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht persönlich kannte.
00:05:31: Und trotzdem, als ich die beiden sah, war so das Gefühl da, okay, das wird gut, mit denen kann man gut verreisen.
00:05:38: Die anderen Teilnehmer waren ebenfalls alle aus der Gastronomie und es war sofort eine Verbindung da.
00:05:43: Also wir brauchten gar kein Smalltalk, wir brauchten kein wirkliches Abtasten.
00:05:47: Einfach nur dieses, da sind Menschen, die in der gleichen Branche arbeiten wie ich und die... Ja, da auch große Freude dran haben.
00:05:56: Wir sind dann alle zusammen in so einen kleinen Minibus gestiegen und ich sage euch, der arme Busfahrer, der hat es in sich gehabt in den nächsten Tagen.
00:06:04: Ihr kennt das vielleicht, wenn lauter Gastromenschen zusammenkommen, braucht es ungefähr zwei Minuten, bis man merkt, das hier wird keine stille Reise.
00:06:13: Und ich war total dankbar dafür, dankbar für die Menschen, für die Möglichkeit mitzureisen.
00:06:18: und für die Freundschaften und auch ein bisschen dafür, dass an diesem Abend einfach nur ein schönes Dinner gab und ich dann ganz glorreich ins Bett fallen konnte.
00:06:27: Am nächsten Tag begann einer der eindrücklichsten Momente dieser Reise und das war unser Besuch bei La Plantation.
00:06:33: La Plantation ist, es ist, es ist, es ist, Ich will sagen so eine Art Familien, aber auch Sozialunternehmen, dass nicht nur die Menschen dort stärkt, sondern eine ganze Region.
00:06:50: Mittlerweile arbeiten hundertfünfzig Menschen dort, nicht im Akkord und nicht nach starken strengen Leistungsregeln, sondern als Gemeinschaft.
00:07:00: Und das Projekt bekommt Sinn und vor allen Dingen für die Menschen in der Region dort Stabilität.
00:07:06: Menschen, die mit dem im Prinzip arbeiten, das muss man verstehen, was zu ihrer Region gehört, was zu ihrer Kultur gehört, nämlich Pfeffer.
00:07:15: Und in dem Fall war es Kampottpfeffer und das war das, was ich dort sehen konnte, hat mich total an den Weinbau erinnert und es war absolute Handarbeit.
00:07:25: Viele kleine Schargen, ganz eng mit der Natur verbunden und auch dem Rhythmus der Pflanzen verbunden.
00:07:32: Und was mich besonders berührt hat neben der Qualität war dieser soziale Aspekt, also dass da zwei Menschen ihre eigenen Bedürfnisse und auch ihren eigenes Investment hinten anstellen oder einbringen in eine Region und damit ermöglichen, dass es vielen Menschen mit ihren Lebensbedingungen einfach, dass die verbessert werden.
00:07:53: Und das Ganze finanziert dann auch noch die Schulbildung der Dorfkinder, weil Guy hatte mir erzählt, dass es nicht nur wichtig ist für die Menschen dort Arbeit zu haben, sondern dass sie einen Schritt weiter denken mussten und auch die Zukunft sichern.
00:08:05: Weil man doch gemerkt hat am Anfang, dass man relativ schnell die Mitarbeitenden wieder verliert, wenn es darum geht, dass sie irgendwo anders vielleicht ein Ticken mehr Geld verdienen können.
00:08:16: Habe ich aber langfristig geplant und finanziere zum Beispiel auch die Schulbildung der Kinder, dann hat man dort eine engere Verbindlichkeit geschaffen und die Menschen sind einfach länger geblieben.
00:08:27: Das hat mich total berührt.
00:08:29: Und was ich auch in diesem Teil so spannend fand, das habe ich überhaupt nicht erwartet.
00:08:35: Und das versteht man, wenn man Prozesse kennt, also klassisch die Zertifizierungen.
00:08:41: EFS, Hygienestandards, Rückverfolgbarkeit, alles Dinge, die für uns in Deutschland total selbstverständlich sind, aber in Kambodscha überhaupt nicht.
00:08:49: Sie sind ja gar nicht in deren Kultur verankert.
00:08:52: Also wir haben ja in verschiedenen Bereichen wirklich so eine Art Prozesskultur.
00:08:56: Und dort gibt es das nicht.
00:08:58: Also keine Dokumente, keine standardisierten Temperaturkontrollen, keine sogenannte gewachsenen Systeme.
00:09:06: Und trotzdem haben es Natalie und Gigi geschafft, diese Standards dort vorzuleben, sie einzuführen und sie auch zu halten.
00:09:13: Und das haben die nicht gemacht, weil sie unfassbar zertifizierungsgeil wären, sondern im Gegenteil, weil die meisten von denen haben anfangs gar nicht verstanden, was da passiert und was so ein Zertifikat überhaupt bedeutet.
00:09:25: Aber.
00:09:26: Sie haben gewusst, dass es ihnen ermöglicht, die Produkte nach Europa zu exportieren und damit ihre Zukunft sichert.
00:09:34: Ich selbst mache ja auch EFS-Zertifizierung und begleite seit vielen Jahren schon Betriebe auf diese Zertifizierung hin und weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt.
00:09:42: Und dann stehst du dort in einer Region mit ganz anderen Bildungsniveau und siehst, wie Mitarbeitende.
00:09:48: Und uns haben das die Mitarbeiter vorgestellt, es gab einen Qualitätsmanager, der mit so viel Stolz die Dekumentation gezeigt hat und die Prozesse erklärt hat und der mit so viel Verantwortung das Ganze dort gelebt hat.
00:10:02: Das war für mich ein total beeindruckender Moment auf diesem Besuch, an diesem Tag, weil es für mich so ein bisschen darum ging, Tradition zu bewahren.
00:10:12: also in der Region auch Wirkung zu hinterlassen und gleichzeitig Zukunft zu sichern.
00:10:17: Und das Ganze schaffen Natalie und Ghi auf eine für mich zutiefst menschliche Art und Weise.
00:10:24: Und ich war einfach beeindruckt von dieser echten Verantwortung, die sie da für ein Land übernehmen, in dem sie gar nicht geboren wurden.
00:10:33: Und ein weiterer Moment, der uns allen total unter die Haut gegangen ist auf dieser Reise nach Kambodscha war, der Besuch, der, ich hatte es vorhin schon mal kurz gesagt, der Schule die ebenfalls durch dieses Projekt finanziert wird.
00:10:46: Ihr müsst euch vorstellen, und ihr merkt es glaube ich gerade auch an meiner Stimme, wenn ich mich da nochmal reinversetze, wir steigen aus einem wirklich legendären Minibus aus.
00:10:57: Ich habe es euch schon gesagt, es war laut, es wurde gesungen, es wurde gelacht, es wurde getrunken.
00:11:02: Nicht alles am frühen Morgen, aber es war schon ein Bus, der zumindest legendär nachgehalten.
00:11:08: Und aus diesem Bus sind wir ausgestiegen, aus dieser Stimmung, der sehr guten Stimmung.
00:11:12: Und plötzlich stehen da knapp hundert Kinder, so in Reihen vor uns, in einer sehr schönen und gleichen Schuluniform.
00:11:22: Wir haben ein Gebäude vorgefunden, dass jetzt baulich nicht spektakulär ist, aber für die Kinder so viel bedeutet, auch für die Lehrer und Lehrerin, die uns dort vorgestellt wurden.
00:11:32: Diese Schule war für diese Kinder, für diese Lehrer und Lehrerinnen der Inbegriff von Bildung und damit auch der Inbegriff von Zukunft.
00:11:41: Ich gebe ganz ehrlich zu und wir haben es auch diskutiert im Nachgang mit Frederik und Michael, dass das erstmal ein komisches Gefühl war.
00:11:48: Also ich sage es hier ganz klar, ich bin selber Mama und habe in dem Moment gedacht, was wäre das?
00:11:54: Wenn ich nach Hause kommen würde oder wenn ich das zu Hause erfahren würde, dass da irgendwelche, ich sag jetzt mal gut, Betuchten, vielleicht auch sogar Reiche Gäste aus Flugzeugen steigen und unsere Kinder so anschauen.
00:12:06: Dieser Gedanke war ganz kurz da.
00:12:08: Und dann habe ich aber diese Kindergesichter gesehen.
00:12:12: Die waren nicht da, weil sie dorthin gestellt wurden.
00:12:14: Also gar nicht.
00:12:16: Sie waren da, weil sie stolz waren, dass sie diese Schuluniform tragen durften und dass sie ... zur Schule gehen durften und das wollten sie uns zeigen.
00:12:23: und sie wollten uns vor allen Dingen zeigen, was sie gelernt haben.
00:12:28: Die Texte, die Lieder, wie sie schreiben können.
00:12:32: Und weil sie wussten, dass das Projekt von Natalie und Guy, also sie machen das immer zusammen mit Hela, da gibt es eine eigene Gewürzlinie, auch für die Familien bedeutet, dass sie dort lernen durften, dass Schule nicht selbstverständlich ist, sondern ein gewisses Privileg hat.
00:12:48: Ja, und... Wir haben da gestanden und auch die harten Jungs aus unserem Bus haben dort gestanden und wir haben in diese wunderbar glücklichen Augen dieser Kinder geschaut und ja wir hatten alle Tränen in den Augen.
00:13:04: Wir hatten Freude und aber auch Demut.
00:13:07: und vor allen Dingen ein ganz ganz tiefes Gefühl von Verantwortung.
00:13:10: für mich und auch für alle anderen in diesem Bus war in dem Moment klar.
00:13:14: das was wir machen ich sag ja so oft ich kann nur essen und trinken aber genau in dem moment wurde mir klar.
00:13:20: Das kulinarik projekte wie dieses möglich macht das wir mit dem was wir lieben also mit guten.
00:13:25: Produkten oder mit guten Lebensmitteln möchte ich lieber sagen mit gutem geschmack dass wir die möglichkeit haben wirkung zu entfalten.
00:13:32: Und dass wir aber auch qualität und soziale verantwortung miteinander verbinden und damit menschenperspektiven geben.
00:13:39: und dann kam von heiko antoniewitz ganz trocken uns ganz klar.
00:13:43: Der Satz, da müssen wir dran bleiben und genauso machen wir es.
00:13:46: Wir unterstützen das Projekt weiter.
00:13:48: Ich würde euch heute das Projekt unten in den Schonots verlinken.
00:13:52: Einmal die Gewürze von La Plantation und aber auch die Linie von Chamka, also vom Hersteller Hela, den wir wahrscheinlich alle als Gewürz-Catch-Up kennen, aber schaut mal da drauf.
00:14:02: Es lohnt sich wirklich, diese hochwertigen Gewürzlinien mal zu probieren.
00:14:06: Und nicht weil Kampottpfeffer einer der besten der Welt ist, das ist ja sowieso und das wissen viele Gastronomen auch, sondern weil jeder, der diese Produkte halt auch kauft über diese Verlinkung zum Beispiel oder dass sich überhaupt das anschaut, jeder, der diese Produkte kauft, Teil dieser Geschichte wird und damit auch ein Teil dieser Verantwortung.
00:14:25: Und deswegen ist es mir so wichtig, das unten auch noch mal in den Shownotes zu verlinken.
00:14:30: Nach diesem Moment in der Schule mussten wir das erstmal sacken lassen.
00:14:33: Das, was wir dort gesehen haben, was wir geführt hatten und dieser so legendären Bus, in dem wir wieder eingestiegen sind, der war plötzlich ganz still.
00:14:41: Und wir haben alle gespürt, dass hier hat was an uns verändert.
00:14:45: Wir sind danach noch zu weiteren Farmen gefahren, haben Produzenten kennengelernt, haben ganz viel Handwerk gesehen, haben Traditionen gespürt und das alles war super beeindruckend, aber auch total intensiv.
00:14:56: Und nach dieser doch sehr stillen Busfahrt, haben wir uns alle erstmal ein Stück weit sortiert und dann kam das komplette Kontrastprogramm.
00:15:06: Wir sind nach Kep gefahren zum Crop Market und wie man so merkt in Asien sich vorstellt, es war laut, es war lebendig, da waren wahnsinnig Gerüche, Feuer, also die Feuerwehr in Deutschland hätte ihren Spaß gehabt.
00:15:20: Es waren viele Stimmen.
00:15:21: Es war am nächsten Tag Feiertag in Kambodscha.
00:15:23: Und deswegen waren auch wahnsinnig viele Menschen unterwegs, die dort eingekauft haben.
00:15:27: Und dieser Markt, der hat alles, was wir als Foodies einfach lieben.
00:15:32: Aber auch, was wir als Europäer erst mal verarbeiten müssen.
00:15:35: Es war total intensiv.
00:15:37: Und das hat es, glaube ich, auch so großartig gemacht.
00:15:40: Wir sind dort eine ganze Zeit lang rumgelaufen.
00:15:45: Die Meeresfrüchte angeschaut, haben das ein oder andere auf offenen Feuer gegrillt bekommen und auch verkostet und sind dann ins Restaurant Holy Crab.
00:15:53: Von dem hatten wir schon einiges gehört, das ist sehr berühmt dort und auch in Deutschland würde man sagen hochtotiert.
00:15:59: Und das, was wir dort bekommen haben, war einfach toll, weil die Meeresfrüchte waren so frisch, dass ich heute sagen würde, man kann da eigentlich gar nicht viel falsch machen.
00:16:10: Also waren wir uns relativ sicher, das wird kulinarisch auf jeden Fall ein Knaller.
00:16:14: Und das war es auch.
00:16:15: Und ich bin dann nochmal aufgestanden und durfte den Blick in die Küche werfen.
00:16:19: Ich bin da immer ganz neugierig und frage mir, ob ich es sehen kann.
00:16:22: Weil mich das immer interessiert, wer steht denn da?
00:16:25: Wer hat denn das zu verantworten, was wir jetzt hier gerade essen?
00:16:28: Und ich will auch irgendwie immer gerne Danke sagen für die Momente, die wir dort erleben dürfen.
00:16:33: Und bei dem Blick in die Küche, als ich dann zurückgab zu den Jungs, habe ich ihnen erzählt, dass dort ausschließlich Frauen gearbeitet haben.
00:16:39: Also... Nur Damen, die super eingespielt waren, ein ganz starkes Team.
00:16:44: Sie waren zu dem, was ich sehen konnte, präzise, super konzentriert und ziemlich schnell.
00:16:50: Und dann habe ich nur gesagt, na ja, vielleicht war das auch der Grund, dass dann nur Frauen standen, dass das Essen so unfassbar gut war.
00:16:58: Wenn ich sage, dass Kambodscha uns mehrfach die Tränen in die Augen getrieben hat, also zwei Momente haben wir ja jetzt schon gehört oder einen starken, dann gab es da immer die Tränen aus Freude, Erfurcht und vor allen Dingen auch aus tiefer Dankbarkeit.
00:17:10: Und der zweite sehr berührende Moment für uns war der Besuch bei Chef Nack.
00:17:16: Ihr könnt sie gerne mal googeln oder auch später in die Show-Notes schauen.
00:17:20: Chef Nack heißt mit bürgerlichen Namen Rota Nack Ross und ist Köchin.
00:17:24: Autoren.
00:17:25: Und für mich aber, wenn ich das zusammenfasse, so eine Bewahrerin einer ganzen Kultur.
00:17:30: Und für mich war sie vor allem eins, nämlich eine Frau mit einer ganz klaren Mission.
00:17:35: Wir waren in ihrem, ich will es sagen, kleines Refugium, was sich angefüllt hat wie so ein kleiner Gartenäden.
00:17:40: Das war super liebevoll, gepflegt, das war ruhig und man hat da sofort gespürt, hier steckt richtig viel Herz, aber auch richtig viel Haltung drin.
00:17:49: Und sie hat uns das alles gezeigt und dann hat sie uns ihre Geschichte erzählt.
00:17:54: Und diese Energie, die kann auch ich hier im Podcast gar nicht so beschreiben, wie wir sie damals erlebt haben.
00:18:00: Denn alles, was sie dort tut, folgt einer Mission, die Khmerküche zu bewahren, also ihre Tiefe verständlich zu machen, die Vergangenheit zu versöhnen und der Zukunft etwas zu geben, was fast verloren gewesen wäre.
00:18:15: Ihr müsst wissen, unter der Herrschaft der Roten Khmer war Privat des Kochen in Kambodscha verboten.
00:18:21: Das war sogar mit dem Tode bedroht.
00:18:24: Also hätte es so jemanden wie Chef Nack nicht gegeben, hätte das bedeutet, dass Kulinarik, Traditionen, Rezepte alles ausgelöscht werden.
00:18:31: Also praktisch sollte unter der Führung der Roten Khmer eine ganze Kultur verschwinden.
00:18:36: Und Chef Nack hat diese Küche als Frau wiederbelebt.
00:18:39: Sie hat ... von der älteren Generation gelernt.
00:18:42: Sie hat sogar eigene Häuser aus anderen Regionen abgebaut und sie in ihr Refugium wieder aufgebaut, und zwar Stein für Stein.
00:18:51: Sie hat Rezepte gesammelt, hat dann daraus Fragmente rekonstruiert, hat Arome zurückgeholt.
00:18:56: Also sie baut auch alle Kräuter dort selber an, damit die Khmerküche eine Zukunft hat.
00:19:03: Und ihre Mission war so klar, Und so charmant.
00:19:07: sie wollte oder sie will die kulinarische Identität Cambodja erhalten.
00:19:11: Und was ihr ganz, ganz wichtig war, sie will diese Identität der Welt zeigen.
00:19:15: Und das hat sie uns eindrücklichst vermittelt.
00:19:18: Und sie wollte und das hat sie immer wieder gesagt, uns zeigen, dass diese Küche weit mehr ist als zwei, drei ikonische Gerichte.
00:19:26: Mit dem, was sie tut, so ist es zumindest bei mir angekommen, baut sie wirklich.
00:19:32: Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart, aber auch zwischen Schmerz und Schönheit, weil alles, was sie dort macht, hat auch immer mit der Geschichte zu tun, die sie mehr oder weniger überlebt haben.
00:19:43: Und wir durften bei ihr einen Kochkurs machen.
00:19:45: Und jetzt denkt man vielleicht, das denkt ihr vielleicht, und das haben wir übrigens auch gedacht, na gut, da stehen jetzt lauter Gastrolleute herum, das wird sicher kompliziert.
00:19:54: Und ich glaube, dass der ein oder andere auch gedacht hat, Kochkurs, was soll ich denn hier noch lernen?
00:20:00: Und trotzdem war es ein total beeindruckendes Erlebnis dieser Reise.
00:20:04: Sie hat uns jedes Gericht wirklich erklärt, nicht nur technisch, sondern auch kulturell.
00:20:08: Sie hat uns erklärt, warum diese Zutat wichtig ist und welche Geschichte dahinter steht, welche Bedeutung dieses Gericht früher hatte und was es heute für sie symbolisiert.
00:20:18: Und das hat uns alle so tief berührt, weil wir plötzlich verstanden haben, was Essen wirklich ist, nämlich Identität.
00:20:27: Für sie war es vor allen Dingen Würde und Heimat.
00:20:29: Also es ging nicht nur um Geschmack, nicht nur um Technik.
00:20:32: Es ging darum, und das ist auch das, was sie uns immer wieder vermittelt haben, dass Essen ein kulturelles Gedächtnis ist.
00:20:38: Und ihr müsst euch vorstellen, da stehen gestandene Köche, also Sterneköche mit vielen Auszeichnungen, die Impulsgeber der deutschen Gastronomie.
00:20:47: Und die sollen jetzt bei ihr einen Kochkurs machen.
00:20:50: Der Kochkurs war ... Da komme ich wieder aus meiner Prozessorganisation, der war perfekt vorbereitet.
00:20:56: Jedes Gramm war abgewogen, jede Zutat liebevoll in so kleine Bananenpäckchen gewickelt, weil sie den Abfall reduzieren möchte und nicht möchte, dass irgendetwas übrig bleibt, sondern alles verwertet wird.
00:21:06: Und sie stand da vorne wie ein Wirbelwind und dann gab sie die Anweisung für eine Currypaste, die sollte gemörsert werden.
00:21:13: Sie hat uns ganz genau gezeigt, wie es geht, in welche Reihenfolge die Gewürze reinkommen, mit welchem Druck, mit welchem Rhythmus das Ganze gemacht werden muss.
00:21:21: Und unsere Jungs, die hatten so ein eiskaltes Bier in der Hand, dachten sich, Currypasse, ja, das machen wir doch eigentlich im Schlaf.
00:21:30: Und Chef Nack ist dann so rumgelaufen und hat in alle Schalen reingeschaut und bleibt bei zwei von unseren Jungs stehen.
00:21:38: Und ich sag's hier noch mal, es waren absolute Spitzenköche.
00:21:41: Und sie sagte mit einer sehr zarten Stimme, hab ich euch das so gezeigt.
00:21:48: Die beiden haben dann in ihre Schalen geschaut.
00:21:51: So wie zwei Schuljungen, die gerade beim Abschreiben erwischt wurden und sagten so was wie, ja, also fast.
00:22:00: Und dann kam dieser eine Satz, der gar nicht laut war, der war auch nicht streng und der war auch nicht mit so einem Chefblick, sondern mit einem unfassbar charmanten freundlichen asiatischen Lächeln, das gleichzeitig warm und kristallklar war, neu machen.
00:22:18: Und alle aus der Gastro-Wissen jetzt, Die haben es richtig verkackt.
00:22:22: Und das wussten auch die Jungs.
00:22:24: Sie wussten, das haben wir verkackt.
00:22:26: Und ohne Diskussion haben sie es neu gemacht.
00:22:29: Und zwar sofort.
00:22:31: Aber Chef Nack hat das nicht gesagt, um jemanden klein zu machen.
00:22:34: Nicht mit der Strenge und auch nicht mit den lauten Tönen oder mit einem Schreien, was wir manchmal vielleicht aus deutschen Kirchen können.
00:22:41: wo dann einfach nur so einer an dir vorbeigeht und zwischneu.
00:22:44: Sondern sie hat das freundlich gesagt, sie hat es lächelnd gesagt und sie hat es aber so selbstverständlich gesagt, dass es komplett eingeschlagen hat, ohne irgendjemand zu verletzen.
00:22:54: Ich würde sagen, in diesem Moment, das gab eine charmante Ohrfeige und die saß in Perfektion.
00:22:59: Die Jungs haben es total mit Fassung getragen, haben das Bier zur Seite gestellt und beim zweiten Mal jeden einzelnen Schritt so gemacht, wie sie es erklärt hat.
00:23:07: Konzentriert.
00:23:08: sehr demütig und mit ganz viel Respekt vor der Kultur und vor dem Handwerk.
00:23:13: Am Ende standen des Kochkurs hatten wir zwei völlig einfache Gerichte auf dem Teller.
00:23:19: Aus Zutaten, die teilweise in dem Garten dort gewachsen sind und die waren alles andere als luxuriös.
00:23:24: Weil Kambodscha ist ja kein reiches Land, aber es ist reich an Arom, an Tiefe und vor allen Dingen an der Liebe, die in dieser Küche steckt und das hat uns alle berührt.
00:23:35: Wir haben Ich glaube fast alle geschlossen ihre Kochbücher gekauft.
00:23:38: Sie hat zwei Kochbücher geschrieben, die auch wunderschön gestaltet sind.
00:23:42: Das mussten wir einfach.
00:23:44: Nicht weil es nur Rezepte sind, sondern weil es Kultur in Buchform ist und sie hat damit auch glaube ich zweimal den Wörterwort für Kochbücher.
00:23:53: zumindest weil sie nominiert und ich glaube einen Preis hat sie auf jeden Fall als bestes Kochbuch der Welt abgeräumt.
00:23:59: Und also wir haben dann noch ein Menü serviert bekommen mit unseren eigenen Gängen, aber sie haben das ganze auch noch ein bisschen erweitert.
00:24:05: Das hat dann ihr Mann mitgemacht, mit einem superherzlichen und sehr warmen Service.
00:24:10: Und dann gab es eine große Dankesrede noch von ihr dafür, dass wir da waren, dass wir die Kultur Cambodchas, auch die Kulinarik in die Welt tragen und das war ihr großer Wunsch.
00:24:22: Und da muss ich sagen, da hatten wir wieder Tränen in den Augen.
00:24:26: Also abschließend war Kambodscha fast so ein bisschen so eine Heulsusentour, weil wir uns so oft berührt gefühlt haben.
00:24:32: Und ich möchte an dieser Stelle ein rieses großes Dankeschön an Chef Nack, an Natalie und Gigi sagen, die uns auf dieser Reise die ganze Zeit begleitet haben, die die Orte ausgesucht haben, die wir besuchen durften.
00:24:44: Ein großes Dankeschön natürlich an Hela, ohne die ich auf dieser Reise gar nicht hätte mitfahren können, an Michael und Frederick, die Es zugelassen haben sich auf jemanden einzulassen, der nicht aus der Küche kommt und der aber trotzdem, glaube ich, sehr, sehr viel für die Kultur und für die Gewürze und für das Projekt tun kann und für alle, die diese Reise so besonders gemacht haben.
00:25:06: Für mich war das ein unfassbar schöner Jahresauftakt.
00:25:10: Im Frühjahr war ich dann auf einer biodynamischen Fachexkursion in Baden-Württemberg und das war für mich vor allem eins, nämlich ein Stück Fortbildung und zwar nur für mich.
00:25:19: Ich hatte keinen Auftrag, ich hatte keinen Leistungstroke, ich musste die mal nichts moderieren.
00:25:24: Ich war einfach mal wieder Maya, die Wein liebt und die ein bisschen neugierig ist und etwas lernen kann.
00:25:29: Und vielleicht habe ich mich dann gefragt, braucht es einfach diese Inseln?
00:25:35: Braucht es auch wieder das Thema, dass uns Lernen leicht fällt?
00:25:38: Und nach diesem Kongress, nach dieser Fachexklusion, kann ich auf jeden Fall sagen, ja genau das braucht es auch bei uns im Business, dass wir immer mal wieder Inseln haben, die uns leicht fallen.
00:25:48: Biodynamie ist ja etwas, was so ganz schnell das Etikett hat, irgendwie was mit Monphasen und Kuhhörnern, zumindest für die, die aus dem Weinbereich kommen.
00:25:58: Was ich aber dort erlebt habe, war das komplette Gegenteil.
00:26:01: Das war so ein bisschen ein Blick hinter die Kulissen, vor allen Dingen auch vom Weingut Heitlinger, wo wir zu Gast waren, der mir nochmal deutlich gemacht hat, dass da wahnsinnig viel Handwerk und viel Wissen, aber vor allem sehr viel Natürlichkeit drin steckt.
00:26:15: Am Anfang hatten wir einen Vortrag von Dr.
00:26:18: Georg Meisner, der ganz klar nochmal den Menschen im Mittelpunkt dieser Art des Anbaus und dieser Art der Bewirtschaftung von Weinbergen gestellt hat.
00:26:27: Es geht nicht um den Kalender, nicht der Mythos, sondern der Mensch, der dort versteht, was er da tut.
00:26:33: Und wir haben dann eine Weinbergswanderung gemacht, unter anderem mit dem Winzer Jochen Beurer.
00:26:38: Und da ging es um das Thema Bäume zwischen den Reben, so wie es früher einmal war.
00:26:43: der sogenannte Viti Forst, lebendiger Boden.
00:26:46: Und du spürst das richtig, du spürst die Luft, du hörst die Insekten und du riehst das auch mehr oder weniger, wenn du dich drauf einlässt.
00:26:54: Und für mich war das nochmal ganz klar, wir sagen ja ganz oft, dieses Wein entsteht nicht im Keller, Wein entsteht draußen oder steht im Berg.
00:27:02: Und das war in dem Moment einfach deutlich spürbar, wenn man Jochen dazugehört hat.
00:27:07: Und dann gab es noch Watye Kaufmann, für die die... sich mit Champagner ganz gut auskennen und man munkelt ja, dass das einer meiner großen Leidenschaften ist, mit Jukaufern oder früher bei Bollinger.
00:27:19: Den habe ich schon mal empfohlen, als Eröffnungsschampagne haben wir den zusammengetrunken und der ist heute bei uns in der Pfalz in Deutschland und macht dort Schaumwein mit Christmann zusammen und der hat auch nochmal über das Bodenleben und wie das aktiviert wird gesprochen und wir haben mit Fred Leumert zusammen nochmal Initiative aus Österreich kennengelernt.
00:27:41: Respekt Biodün.
00:27:42: Und das alles hat uns irgendwie nochmal gezeigt, wie viel der Faktor Mensch ausmacht.
00:27:48: Und zwar alles zusammen.
00:27:50: Das Team, die Verantwortung, aber auch das Bewusstsein für die Natur.
00:27:54: Für mich persönlich war es total schön, mal wieder Ketterluft zu riechen.
00:27:57: Das mache ich nämlich leider viel zu wenig und auch einfach sich nochmal wieder mit Kollegen auszutauschen, so ein bisschen Fach zu symbolen.
00:28:04: Wir haben viele Weine probiert, ohne dass ich sie präsentieren musste, ohne dass da eine Bühne war, ohne Konzept auch.
00:28:09: Und das Hat mich wieder so ein bisschen mit meiner Leidenschaft dem Wein verbunden und hat mich einmal ganz kurz nochmal so im Alltag irgendwie ein bisschen leichter ankommen lassen.
00:28:19: Biodynomie ist für mich kein schwarz-weiß Prinzip und es ist zumindest das habe ich rausgenommen aus dieser Exkursion.
00:28:27: Es ist kein starrer Glaubenssatz.
00:28:29: Mir ist dort nochmal bewusst geworden, dass sie nur funktioniert, weil Menschen sie verstehen.
00:28:33: Weil viel hinterfragt wird, weil angepasst wird und weiterentwickelt wird.
00:28:37: Und nicht, weil irgendwo steht, wie man was anrühren soll.
00:28:40: Und genau deshalb habe ich aus dieser Exkursion vor allem eins mitgenommen, dass wir solche kleinen Inseln im Business brauchen, die uns leicht fallen.
00:28:49: Momente, die zwar zur Arbeit gehören, das ist so eine Exkursion auch.
00:28:53: Aber die haben sich überhaupt nicht wie Arbeit angefühlt.
00:28:55: Für mich ist ja Weiterbildung, neues Lernen, altes Auffrischen.
00:28:59: Das ist ja so ein bisschen Lebenselex hier für mich.
00:29:03: Und es verbindet mich mit dem, was ich so sehr liebe.
00:29:06: und ich sag mal neben dem Wein ist natürlich Fortbildung meine zweite große Leidenschaft.
00:29:12: Und das war dort super, super gut abgebildet.
00:29:16: Und für mich hat es halt nochmal geheißen, dass ich dort einfach so ein bisschen Energie auch zurück bekomme, gerade auch die Zeit in den Weinbergen.
00:29:25: Und die habe ich auch gebraucht, weil im März ging es dann nach Hamburg zu Internorger und.
00:29:32: Die Frage, die dort für mich aufkam, auch in der Vorbereitung dieser Folge ist, wie sieht denn Messe eigentlich im Jahr zwanzig, fünfundzwanzig für mich aus?
00:29:41: Man ist älter geworden, wie gesagt, zwei ja ziemlich herausfordernde Jahre lagen hinter mir.
00:29:46: Und das war so die erste Messe, die ich halt wieder in meinem hundertprozentigen Business gemacht habe.
00:29:51: Und ich habe mich wirklich gefragt, wie sieht denn Messe aus für mich in der Zukunft?
00:29:55: Und ihr wisst ja, ich liebe Hamburg und die Internorger ist für mich so was wie ein.
00:30:00: Branchenklassen treffen.
00:30:01: Jedes Jahr kommen wir dort zusammen, aber jedes Jahr läuft auch die Proveien parallel.
00:30:07: Und ich denke immer wieder, auch schade, dass man sich eigentlich entscheiden muss.
00:30:11: Ich würde auch wahnsinnig gerne mal wieder auf die Proveien.
00:30:14: Und vielleicht hört ja jemand von den Initiatoren der Messe Hamburg und der Messe Düsseldorf hierzu, es wäre wirklich für die gesamte Branche ein Geschenk, wenn man uns diese Wahl nicht ganz so schwer machen würde, wenn ihr einfach wieder ein bisschen Zeit versetzt, die zwei Messen gestaltet.
00:30:30: Für mich haben beide Messen zwei völlig unterschiedliche Rollen.
00:30:32: Düsseldorf ist für mich immer Inspiration, Weiterbildung und ein bisschen Entdeckergeist.
00:30:37: Hamburg ist dagegen wirklich so eine Art Arbeitsort mit ganz vielen Begegnungen, mit vielen Terminen und Aufgaben, die inzwischen fest zu meinem Jahr dazu gehören.
00:30:47: Ich treffe dort aber auch jedes Jahr Menschen, die mich über viele Etappen meines Berufslebens schon begleitet haben.
00:30:53: Und ich liebe diese Gespräche und nicht immer sind die über die Branche.
00:30:58: sondern ganz viel auch über das Leben dazwischen.
00:31:00: Und das genieße ich in der Stadt, die ich so sehr liebe, sehr, sehr gerne.
00:31:06: Der Stand vom Servicebund, das ist so ein bisschen mein Messe zu Hause geworden auf der Internorger.
00:31:11: Ganz viele Menschen wissen mittlerweile, dass ich dort jedes Jahr bin und dass sie mich dort treffen können.
00:31:16: Und es kommen eh mal die Kollegen, langjährige Partner, meine Kunden kommen vorbei und ... Ja, sie kommen dann auf so ein Schnack vorbei, wir trinken das ein oder andere Glas Wein zusammen oder sie informieren sich, was der Service Bund so macht und was es vielleicht auch so Neues gibt.
00:31:32: Und wir nutzen auf jeden Fall immer die Gelegenheit, um uns auszutauschen.
00:31:36: Dieses Jahr habe ich etwas gehabt auf der Internorge, was ich ganz viele Jahre gar nicht hatte.
00:31:40: Ich war, weil ich normalerweise immer moderiere und ich dieses Jahr so eher die Gastgeber und klassische Service.
00:31:50: Orientierte Leitung will ich mal sagen, ich war für die Weinauswahl zuständig, ich war für Beratung zuständig, aber ich hatte keine festen Bühnenslots, weil es keine Bühne gab.
00:31:59: Also war ich mal wieder als Besucherin unterwegs.
00:32:02: Ich habe mir zwei, drei Vorträge angeschaut und war unter anderem bei Christian Siegemund von Foodlab, die dort ein ganz eigenes und ganz neues Format kuratiert hatte.
00:32:10: Das war für mich total innovativ, trendorientiert, aber es war auch mutig, weil es am Puls der Zeit war und mit dem einen oder anderen Vortrag wirklich auch den Finger in die Wunde gelegt hat.
00:32:21: Und es hat total gut getan, sich mal wieder von außen inspirieren zu lassen, ohne darüber nachzudenken, was muss ich jetzt moderieren, was muss ich dazu vorbereiten, wie strukturiere ich mich.
00:32:31: Gleichzeitig habe ich aber auch gemerkt, wie sehr die letzten zwei Jahre noch nachhallen.
00:32:34: Deswegen waren die Abende zum Beispiel in Hamburg ganz anders als früher.
00:32:38: Früher waren die Tage und die, also die Messe an sich, aber auch vor allen Dingen die Nächte, ich will mal sagen, gut belebt.
00:32:46: Und dieses Jahr waren es zwei wunderbare Abende mit Freunden und danach einfach eine Ruhe.
00:32:51: Es war ein sehr schönes und angenehmes Gefühl, dass es nicht darum geht, gleichzeitig überall zu sein.
00:32:56: Und ich hatte auch nicht mehr so wie vielleicht in den vergangenen Jahren das Gefühl, dass ich irgendwas verpasse.
00:33:02: Ich habe es genossen mit einer heißen Fohe im Hotelzimmer zu sitzen und meinen Kopf total klar zu sortieren.
00:33:07: Und trotzdem kam mir da eine Gedanke, die ihr vielleicht auch schon euch mal gestellt habt oder die ihr vielleicht auch schon mal gedacht habt.
00:33:16: Ich habe mich wirklich gefragt, an manchen Tagen danach gibt es diese legendären Partys eigentlich nicht mehr oder, was ich ja eher befürchte, werde ich nicht mehr eingeladen.
00:33:27: Ich glaube, es ist ein Mix aus allem.
00:33:28: Vielleicht hat sich die Branche verändert, vielleicht habe auch ich mich ein Stück verändert und vielleicht ist beides auch irgendwie für mich, glaube ich, oder nicht vielleicht, sondern ist beides vollkommen in Ordnung.
00:33:37: Was auf jeden Fall war, Hamburg führte sich inzwischen nicht mehr an nach diesem Messewahnsinn der vergangenen Jahre, sondern nach einem Ort, an dem ich Arbeit, Begegnung und auch ein bisschen Leichtigkeit gut nebeneinander existieren dürfen.
00:33:50: Nach Hamburg ging es Ohne große Pause weiter.
00:33:53: Das früher war nicht nur Reisezeit, sondern auch Projektzeit.
00:33:56: Ich hatte viele Kundinnen, die in Zertifizierungen steckten.
00:33:59: Wir haben Prozesse geschärft, Audits vorbereitet und parallel kamen sehr viele neue Anfragen rein.
00:34:05: Es gab viele Teams, die sich nach Klarheit gesehen haben, Unternehmen, die eine neue Richtung gesucht haben oder ihre alte Richtung bestätigt haben wollten.
00:34:14: Und vor allen Dingen waren viele Führungskräfte dabei, die sich neu sortieren wollten.
00:34:18: Und was mich da am meisten berührt hat, ist, dass es viel, viel besser lief, als ich es mir zum Jahresbeginn ausgemalt hatte.
00:34:24: Nach zwei Jahren, in denen ich mit dem Business neben meiner Vollzeitstelle geführt hatte, hatte ich wirklich Sorge, dass ich Kundinnen verliere oder dass ich eigentlich nochmal komplett neu anfangen muss.
00:34:35: Aber das Gegenteil war der Fall.
00:34:37: Also ich kann heute sagen, Beziehungen haben gehalten und auch Vertrauen ist geblieben.
00:34:41: Viele Kunden sind einfach da geblieben, neue sind dazugekommen und einige, die seit vielen Jahren begleite, waren froh, dass ich einfach wieder mehr Zeit für sie hatte.
00:34:50: Das hat mich wirklich durch dieses erste halbe Jahr getragen.
00:34:53: Es war superintensiv, auf aber eine total schöne Art und Weise.
00:34:59: Es war ein halbes Jahr voller Reisen, Workshops und Begegnungen und auch voller Momente, in denen ich gemerkt habe, wie sehr mich diese Branche trägt.
00:35:07: Und vielleicht hört man das, Auch so ein bisschen zwischen den Zeilen.
00:35:10: Es war auf jeden Fall ein Jahresbeginn ohne Podcast.
00:35:13: Da wusste ich noch nicht, dass ich ein paar Monate später hier sitze und mit euch all diese Geschichten teilen würde.
00:35:20: Ich kann euch heute schon sagen, der zweite Teil meines Jahres fühlt sich ganz anders an.
00:35:23: Mit drei Wochen Bali, viel Kulinarik, nicht weniger Kultur und einer Gastgeberfreundlichkeit, die mich wirklich tief berührt hat.
00:35:31: Und natürlich mit all den Projekten, die nach dem Sommer noch gekommen sind, die Moselreise, die Eröffnung der Weinbängen, die Messezeiten, die Workshops und dieses Gefühl, dass das ja hinten raus nochmal so richtig Fahrt aufgenommen hat.
00:35:44: Aber damit ihr nicht warten müsst, habe ich mir überlegt, dass ich den zweiten Teil schon nächste Woche für euch aufnehme und wir nicht im zwei Wochen Rhythmus senden, sondern direkt hier im Anschluss in der kommenden Woche.
00:35:55: Weil ich finde, dass manche Geschichten einfach zusammengehören.
00:35:58: Bevor ich euch aber gehen lasse, kommt natürlich noch mal mein Kirsch-Reial-Tipp für diese Folge.
00:36:02: Und wenn ich euch einen Tipp aus diesem ersten halben Jahr mitgeben kann, vielleicht ahnt ihr es schon, dann ist es eindeutig Cambodja.
00:36:08: Cambodja ist für mich eine Erinnerung daran, wie viel Verantwortung in Geschmack steckt.
00:36:13: Hela, den ihr vielleicht, ich habe es schon mal gesagt, nur so aus Gewürz-Ketchup kennt, bietet diese Reise übrigens dieses Jahr wieder an.
00:36:20: Ich habe aber mit Frederik gesprochen und sie ist leider bereits ausgebucht.
00:36:23: Aber gerade für Menschen aus der Gastronomie lohnt es sich, die sozialen Kanäle von Hela mal zu folgen, weil sie machen weitere Reise auch in andere Regionen.
00:36:31: Und dort wird er auch immer erfahren, wenn neue Termine angekündigt werden und ihr bekommt super spannende Einblicke hinter die Gewürzwelt.
00:36:39: Und für alle, die die Kambodscha lieber in der eigenen Küche haben möchten, die möchte ich bitten oder für die verlinke ich die Chumka Gewürzlinie von Hela und die Pfefferwelt von La Plantation.
00:36:49: Damit unterstützt ihr nicht nur Projekte vor Ort, sondern ihr holt euch auch die Intensität und die Tiefe der Kampottaromen direkt in eure Küche.
00:36:57: Für mich ist das ein echtes Kirsch-Royale Togo, Geschmack, der vielleicht mehr ist als nur Würze.
00:37:03: Und wenn euch diese Folge gefallen hat, freue ich mich, wenn ihr Kirsch-Royale abonniert, mir eine Bewertung dalässt oder den Podcast an Menschen weiter empfehlt, die genauso gerne Genussmomente erleben und die vielleicht genauso gerne Gastgeber seid wie ihr.
00:37:16: Ich freue mich, wenn ihr wieder reinhört und sagt jetzt mal bis nächste Woche.
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