#8: Zwischen Wagyu, Bühne und Verantwortung – ein Gespräch mit Ludwig „Lucki“ Maurer

Shownotes

In dieser Folge von Kirsch Royal ist Ludwig „Lucki“ Maurer zu Gast – Unternehmer, Koch, Gastgeber, Musiker. Aufgenommen haben wir die Folge im STOI, einem Ort, der für gelebte Gastgeberkultur steht.

Wir sprechen über eine Branche, die fordert. Über Verantwortung, Entwicklung und die Frage, warum Menschen bleiben – obwohl sie es sich leichter machen könnten.

Lucki erzählt von seinem Weg als Unternehmer, von den zwei Welten, in denen er sich bewegt:Ruhe, Natur und Verantwortung in der Wagyu-Zucht und Tempo, Kreativität und Druck in Küche, Catering und Öffentlichkeit.

Es geht um Führung, um Zweifel, um Erdung. Um Musik als Kraftquelle – und darum, wie Extreme aushaltbar bleiben. Und um die Bedeutung von Wissen: was verloren geht, wenn wir es nicht weitergeben.

Ein zentraler Teil des Gesprächs dreht sich um Luckis neuestes Kochbuch Wagyu: Das beste Fleisch der Welt. Ein Werk mit über 360 Seiten, entstanden aus intensiver Recherche – unter anderem in Japan. Nicht nur Rezepte, sondern ein tiefes Verständnis für Herkunft, Zucht, Handwerk und bewussten Umgang mit Fleisch.

Zum Abschluss gibt es ein klares Royal to Go:

👉 Ein Besuch im STOI. 👉 Ein tieferer Einstieg über Luckis Bücher oder den STOI-Shop.

🔗 Links

STOI / Ludwig Maurer: https://www.ludwigmaurer.com/

STOI / Ludwig Maurer Shop: https://shop.ludwigmaurer.com/

Kochbuch „Wagyu: Das beste Fleisch der Welt“

Kontakt: kirsch@maja-kirsch.com maja-kirsch.com

Dieser Podcast Kirsch Royal ist eine Produktion von STUDIO VENEZIA – the podcast company:https://www.studiovenezia.de/

Transkript anzeigen

00:00:08: Ich starte heute ein kleines bisschen anders als sonst.

00:00:11: Das ist die erste Folge von Kirsch Real mit einem Gast.

00:00:16: Und ja, ehrlicherweise muss ich zugeben, ich bin ein bisschen aufgeregter als sonst.

00:00:22: Nicht weil mir Gespräche oder Interviews ungewohnt werden, sondern weil ich sehr dankbar bin, dass mein erster Gast sich die Zeit nimmt.

00:00:31: Und weil ich hier an einem Ort bin mit ihm zusammen, der für mich persönlich etwas Besonderes geworden ist.

00:00:37: Das Steu ist für mich ein Ort, der fast wie Detox wirkt.

00:00:41: Einer von diesen Orten, an dem man spürt, was Gastgeber sein bedeuten kann.

00:00:46: Für die Menschen, die hier arbeiten und für die Gäste, die diesen Ort oft unglaublich zufrieden und ja, berührt, wiederverlassen.

00:00:57: Das, was hier entstanden ist, ist für mich kein Konzept, auch wenn es sich vielleicht anfangs so gedacht hat.

00:01:04: Sondern für mich ist das hier gelebte Gastgeberkultur.

00:01:07: Und vielleicht passt es genau deshalb, dass meine erste Gastfolge hier stattfindet.

00:01:11: Mit jemandem, den ich als Mensch, als allererstes, aber auch als Unternehmer, als Gastro-Persönlichkeit und als Bühnenpartner sehr schätze.

00:01:23: Luki Mara steht auf vielen Bühnen.

00:01:25: Er ist im Fernsehen präsent, er ist Unternehmer, Marke und eine ganz feste Größe in der deutschen Gastroszene.

00:01:33: Und ich möchte gleich zu Beginn sagen, Der Lucky, den man dort sieht, das ist auch der Lucky, den ich kenne und mit dem ich befreundet sein darf.

00:01:42: Was für mich persönlich so wertvoll ist oder für mich persönlich noch wertvoller ist als jede gemeinsame Bühnenerfahrung, die wir gemacht haben in den letzten Jahren, ist unsere Freundschaft.

00:01:53: Unsere Gespräche sind immer sehr ehrlich, sehr offen und oft auch tiefgründig.

00:02:01: Es geht ganz oft um unsere Herzensbranche, die Gastronomie, die wir beide so sehr lieben und die uns aber trotzdem genauso herausfordert.

00:02:09: Wir sprechen darüber, was kommt, aber auch genau so über das, was man vielleicht bewusst nicht mehr machen möchte und was sich auch ändern muss.

00:02:17: Wir sprechen aber auch über uns, was uns bewegt in unseren Familien, mit den Mitarbeitenden in unseren Unternehmen.

00:02:25: Ihr hört schon, es dreht sich immer um Entwicklung.

00:02:28: Und es ist ganz unterschiedlich in unseren Gesprächen, mal geht es um die Entwicklung und Weiterentwicklung des Unternehmens, manchmal geht es um die persönliche Entwicklung und ganz oft geht es aber auch wirklich um die Entwicklung unserer Branche.

00:02:42: Und was für uns immer ganz klar dazugehört, ist Genuss.

00:02:46: Das ist das, was uns verbindet, die Kulinarik.

00:02:49: Wir sprechen über tolle Weine, über Restaurants, die wir besucht haben, über Erlebnisse bei Kolleginnen und Kollegen und Ja, über Veranstaltungen, auf denen wir präsent waren.

00:03:00: Wenn wir zusammen sind und einmal abseits von den ganzen Bühntrubel uns sehen, dann fühlen wir unsere Gespräche oft darüber, was wir in den letzten Monaten gesehen und was sich auch bewegt hat und was uns vielleicht auch überrascht hat.

00:03:19: Fast immer gehen diese Gespräche so aus, dass einer von uns eine Idee oder einen Tipp mitnimmt.

00:03:27: Das ist ich ganz besonders.

00:03:29: Und ganz oft werden sie begleitet von einem guten Glas Wein.

00:03:33: Und wenn wir ehrlich sind, eher immer von einem Gläschen Champagner, weil wir es uns gönnen.

00:03:38: Ich erlebe Luki seit vielen Jahren als jemand, der wahnsinnig hart gearbeitet hat.

00:03:44: Für das, wo er heute steht.

00:03:46: Der aber immer dankbar ist für seinen Weg und für die Unterstützung, die er erfahren hat.

00:03:51: Und jemand, der zumindest in den letzten Jahren sehr bewusst mit seiner Zeit und seinen Entscheidungen umgeht.

00:03:58: Und vielleicht bin ich auch deshalb so aufgeregt und vielleicht auch stolz, dass ich ihn so kenne.

00:04:05: Denn ich darf sagen, für mich, wenn ich mit ihm zusammen bin, gibt es kein zweites Gesicht.

00:04:11: Lieber Lucky, herzlich willkommen zu meiner achten Folge hier in meinem Podcast.

00:04:17: Und herzlich willkommen als erster Gast.

00:04:19: Es ist mir eine Ehre und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.

00:04:23: Hallo liebe Meier.

00:04:26: Oh Mann ey, ich habe ja fast Pippi in den Augen, könnte man wirklich sagen.

00:04:33: Also diese Omage, die du jetzt gerade an mich gerichtet hast, das ist ja... Boah.

00:04:37: Das war übrigens das schnellste, was ich in der Folge gescriptet habe.

00:04:41: Ehrlich.

00:04:41: Das

00:04:41: ist mir am leichtesten gefallen, ja.

00:04:44: Nein, also schön, dass du mich überhaupt angelangt hast zu dem Podcast.

00:04:48: Super, super gerne und ich freue mich wirklich, dass du dir die Zeit nimmst.

00:04:50: Ich weiß, wie sehr du eingespannt bist in all dem, wo wir hier gerade sitzen.

00:04:55: Aber wenn wir gerade schon von diesem besonderen Ort, ich habe es gesagt und ich habe es vorhin auch schon noch mal in unserem Vorgespräch gesagt, das ist ein ganz, ganz besonderer Ort, den du und ich möchte es auch gerne sagen, den Steffi hier, den ihr hier gemeinsam aufgebaut habt.

00:05:08: Was ist eure Vision heute?

00:05:10: Ich weiß ein bisschen, was eure Vision damals war.

00:05:12: Ich glaube, dass sich nicht groß verändert hat, aber angepasst wurde.

00:05:16: Aber ich frage mich in diesen herausfordernden Zeiten, was treibt euch als Unternehmer und als Gastgeber wirklich an?

00:05:23: Das ist eine sehr gute Frage und tatsächlich habe ich mir oft Gedanken gemacht in der letzten Zeit.

00:05:29: Jeder wächst oder jeder versucht zu wachsen und ich versuche ein bisschen zu ruhen tatsächlich.

00:05:36: Ich habe mir echt Gedanken gemacht.

00:05:39: Mein Bruder zum Beispiel, der investiert ständig und macht sehr, sehr viel.

00:05:44: was auch sein muss, weil sich das Hotel immer weiterentwickelt.

00:05:47: Aber ich habe mir jetzt echt mal gedacht, das was wir erschaffen haben, das ist wunderbar.

00:05:53: Und das müssen wir jetzt erst mal pflegen.

00:05:56: Das muss erst gepflegt werden und nicht schon wieder das nächste Restaurant bauen und die nächste Event-Location und dann nochmal ein LKW kaufen, damit wir noch mehr catern können.

00:06:07: Mir ist es wirklich einfach mal wichtig zu ruhen, zu rasten.

00:06:12: Und das ist, glaube ich, so ein typischer Move, den ich von meinem Opa gesehen habe.

00:06:18: Der hat viel gearbeitet, hart gearbeitet, war dann beim Mittagessen und hat sich dann nachmittags auch mal aufs Sofa gelegt und hat dann gesagt, so, Sofa heißt bei uns Konape.

00:06:31: Und hat sich dann einfach meine Stunde aufs Konape gelegt und hat gesagt, so, und jetzt bin ich ausgeruht, jetzt geht es weiter.

00:06:37: Und ich glaube, das ist das Wichtige.

00:06:40: Und dieses Getriebensein, wie du weißt, liebe Meier, ich hatte ja zweimal Krebs.

00:06:46: Und nach dem ersten Mal war mir das nicht bewusst, aber nach dem zweiten Mal ist mir das wirklich im Jahr und zwanzigmal bewusst geworden, dass ich nicht mehr getrieben sein will.

00:06:56: Ich will es nicht mehr.

00:06:57: Ich will es nicht mehr.

00:06:59: Und ich muss nicht mehr wachsen.

00:07:00: Und es kommt jedes Wochenende irgendein Gast und sagt, wieso passen kein Gäste aus?

00:07:04: Wir würden alle hier übernachten, da würd's ein Haufen Geld verdienen.

00:07:07: Es geht mir am Arsch vorbei.

00:07:08: Es geht mir wirklich am Arsch vorbei.

00:07:11: Ich bin glücklich.

00:07:16: Ich glaube, die größte Einsicht, die man überhaupt noch haben kann, ist, dass man sagen kann, ich bin zufrieden.

00:07:23: Und ich bin zufrieden.

00:07:24: Ich habe so ein tolles Team.

00:07:25: Ich habe so tolle Mitarbeiter.

00:07:28: Finanziell stimmt alles.

00:07:30: Ich habe eine unfassbar wahnsinns mega die beste Frau auf der ganzen Welt.

00:07:35: Ich bin einfach zufrieden.

00:07:37: Und das muss man auch mal sacken lassen.

00:07:39: Und nicht schon wieder, hey, was kommt als nächstes?

00:07:41: Was passiert als nächstes?

00:07:43: Wo könnte man noch irgendwie?

00:07:45: Wir könnten alles.

00:07:46: Wir haben Anfragen für Veranstaltungen, wo ich mich früher noch getriggert gefühlt hätte, wo ich gesagt hätte.

00:07:54: Fürs Ego, für die Marke.

00:07:55: Ja, klar.

00:07:55: Das machen wir, das machen wir.

00:07:56: Du weißt schon, der Luky macht das Kettering bei X, Y, Open Air, sonst was.

00:08:02: Wo er dann sagt, hey, was was?

00:08:04: Ich glaub, na.

00:08:06: Das, was da im Endeffekt üblich bleibt.

00:08:09: Und was wir da vorhaben, ist ein Haufen Stress und ein Haufen negative Energie.

00:08:14: Und ich hab keinen Bock mehr auf negative Energie.

00:08:17: Das kann ich verstehen, wobei man hierfür zumindest meine Hörerinnen und Hörer, die Luki nicht kennen, dazu sagen muss, vielleicht diese kleine Sehnsucht nach Stille und nach Ruhe und nach Angekommen sein oder auch diese Zufriedenheit, die sich bei dir eingestellt hat, die ist absolut berechtigt, weil das, was hier steht, Luki, Vielleicht ist dir das nicht so richtig bewusst, deswegen sage ich es dir noch mal.

00:08:38: Hast du in zehn Jahren aufgebaut?

00:08:41: Also ich darf ja auch andere Kollegen aus unserer Branche begleiten und das ist, man sagt ja immer Unternehmertum ist kein Sprint, sondern Marathon.

00:08:51: Aber die Frage ist, mit welcher Geschwindigkeit?

00:08:52: und ihr habt schon einen Marathon in einer Sprintgeschwindigkeit hier hingestellt.

00:08:56: Ihr seid gesund gewachsen, aber es ist schon Wahnsinn, was du hier draus gemacht hast in nur Luckey zehn Jahren.

00:09:02: wenn du da drauf zurückblickst.

00:09:04: Deswegen glaube ich, dass diese Zufriedenheit und dieses Angekommen sein und ich bewahre jetzt mal in super wichtiger Schritte ist, weil man in dem Tempo wirklich auch zwischendurch einfach auch mal durchatmen muss.

00:09:16: Und wir dürfen uns ja schon eine ganze Zeit lang begleiten und da gab es oft genug Punkte, wo das Atmen nebenbei passiert ist.

00:09:24: Deswegen finde ich das so schön, dass das jetzt so deine Erkenntnis ist.

00:09:28: Ja, also wie gesagt, das ist heute... Ich bin ja mittlerweile sehr viel in der Öffentlichkeit und das Spannende ist ja, dass jeder immer sagt, bei dir bekommt man nie einen Platz.

00:09:41: Und ich habe dann überlegt, machen wir was richtig oder machen wir was falsch?

00:09:47: Und es gibt natürlich Gastronomen, die auch natürlich in den Medien präsent sind, die ganzen Fernsehkirche, die man ja kennt, die aber nicht in ihrem eigenen Destra stehen.

00:09:56: Und ich habe für mich beschlossen, dass wenn der Luckey Maurer draufsteht oder Ludwig Maurer draufsteht, dass ich dann auch selber da bin, weil die Leute sich da drauf freuen.

00:10:09: Absolut.

00:10:10: Und wir könnten franchisen.

00:10:14: Ich habe einmal Angebot bekommen, in München in der Maximilianstraße Steakhouse zu eröffnen, unter meinem Label.

00:10:21: Und der, der mir das Angebot hat, der hat gesagt, du musst gar nicht da sein.

00:10:24: Und ich habe gesagt, wenn ich nicht da bin, dann bin es doch nicht ich.

00:10:30: Natürlich wird das funktionieren.

00:10:32: Und dann mache ich einmal ein Konzept und dann koche ich einmal die Soße und dann rezeptiere ich den ganzen Bums.

00:10:37: Und dann ist das Steakhaus und dann wirst du das nächste Mal verrissen, weil das Steak nicht so war, weil irgendeiner, der mich gar nicht kennt, das Steak falsch gebraten hat.

00:10:48: Ja.

00:10:49: Und dann hast du beim Luki Marabrak seinem SG.

00:10:51: Genau.

00:10:52: Und was wir hier geschaffen haben, du brauchst auf den Punkt gebracht, das ist das, das wir zufrieden sind.

00:10:58: und dass man in den Moment erwischen muss oder dass ich für mich und für meine Frau diesen Moment erwischen musste, dass man einfach mal zufrieden ist.

00:11:11: Und dieses Konzept würde nicht funktionieren, wenn ich jetzt irgendwo in Japan oder in Amerika irgendeine Tempendance eröffne und dann kommen die Leute da her.

00:11:23: Und kann es da.

00:11:24: Ja.

00:11:25: Und dann kann man natürlich irgendeinen Statisten suchen, dem ich einen roten Bart ankleb.

00:11:29: Und dem ich ein Bestball-Campion aufsetzt, wo drauf steht, never fuck a fuck a. Aber das ist halt nicht, das ist halt nicht,

00:11:35: das

00:11:36: ist nicht das Original.

00:11:37: Ja.

00:11:37: Und also es gibt einen schönen Spruch.

00:11:41: Schuster bleibt bei deinen Leisten.

00:11:43: Und wie gesagt, vielleicht kommt es auch durch meine zwei Erkrankungen, Kribbserkrankungen.

00:11:50: Ich bin einfach nur... wirklich sehr, sehr glücklich und zufrieden mit dem, was mir wiederfahren ist, wo ich mich hingearbeitet habe.

00:12:01: Und das war nicht immer einfach, das ist ja klar.

00:12:05: Aber ich glaube, die größte Erkenntnis von allem, und ich bin kein Philosoph, aber die größte Erkenntnis von allem ist, dass man einfach mal sagt, es passt.

00:12:16: Wenn man von außen dich so sieht und das, was ihr hier gemacht habt, die Steffi und du, dann ist das für mich, also ganz speziell auf deine Person jetzt.

00:12:24: Ich habe immer das Gefühl oder ich habe immer das, was ich immer so gesehen habe, ist, du bewegst dich so ja zwischen zwei Welten auf den ersten Blick.

00:12:32: Wenn man das so sieht und wenn man hier nicht war, ist das kann es ja kaum gegensätzlicher sein.

00:12:37: Du hast hier im Steuer, in dem ganzen Areal, was hier dazugehört, Ruhe, Natur.

00:12:44: Verantwortung für Tiere, deine Zucht.

00:12:47: Und dann hast du an dem gleichen Ort Stress, super kreativ, Tempo, Catering, Küche, viele Menschen.

00:12:58: Das ist auf so einem kleinen Platz.

00:13:01: Und ich finde

00:13:02: immer,

00:13:02: beides gehört ja total zu dir, wenn ich das so sehe und wenn ich das beobachte und wenn ich das erleben darf.

00:13:08: Also ich erlebe den Lucky der Stall und zu sein Tieren geht.

00:13:13: Das ist genau der gleiche Lucky, der gleich eine Stunde später performt in seiner Küche oder auf einer Bühne.

00:13:21: Aber wie findest du für dich raus, Lucky, wann du Gas gibst und wann du still sein willst?

00:13:30: Ich glaube, das ist eine erzogene Sache.

00:13:35: Du meinst, das ist so familiär aus deiner ...

00:13:38: Ich bin in einem Wirtshaus groß geworden und mein Papa, der im November, im Jahr zwei tausendfünfundzwanzig verstorben ist, der mein großes Vorbild war, der uns geprägt hat, sehr, sehr geprägt hat.

00:13:52: Der hat das schon genauso gemacht und das war halt immer, es passiert nichts, wenn du dich nicht bewegst.

00:14:00: Es passiert nicht, wenn du den nicht mühe gibst, wenn du nichts machst, im Endeffekt.

00:14:09: Das ist wie schwarz und weiß.

00:14:11: Also bei uns...

00:14:12: Es ist wirklich so, wenn man das hier beobachtet.

00:14:15: Du hast den Vormittag mit den Tieren, die Verantwortung auch für die Zucht, hast dich auch in den Thema reingearbeitet, was ja deutlich außerhalb deiner Komfortzone ist, auch wenn es vielleicht viel in dir angelegt ist, weil du es gerne magst.

00:14:28: Aber du hast ja dann auch diesen Jubeltrubel, Vollgas, wie gesagt, Bühne, Fernsehen, Performance, aber auch hier in der Küche.

00:14:38: Das ist schon, also für mich sind das immer zwei Welten und ich bewundere das.

00:14:42: Und ich frage mich auch immer, wie man das so schafft, da immer so hin und her zu zwitschen, ohne sich zu verlieren.

00:14:47: Weißt du, um trotzdem die gleiche Person zu bleiben.

00:14:50: Das ist tatsächlich, weil du es jetzt ansprichst, das ist wirklich das, was alle immer sagen, du bist so authentisch.

00:14:58: Ja.

00:14:59: Du bist,

00:15:01: ich

00:15:03: sag das mal auf bayerisch, du bist ja genauso wie wir mit dir aus dem Fernsehen gehen, du bist ja echt.

00:15:08: Und das ist ja das schönste Kompliment, was man überhaupt noch bekommen kann.

00:15:12: Dass jemand sagt, du bist ja echt.

00:15:14: Und das gibt ja auch den einen oder anderen Kollegen, der nicht echt ist.

00:15:20: Und ich glaube, das ist auch ein Teil unseres Erfolges, den wir hier geschaffen haben.

00:15:27: Meine Frau und ich, dass wir einfach echt sind.

00:15:29: Dass wir uns einfach nicht verbiegen und nicht verstellen.

00:15:32: Und wenn jetzt jemand kommt und sagt, er möchte Jazzmusik hören.

00:15:35: oder einen veganen Gang haben, dass ich sage, fuck off.

00:15:42: Das können wir nicht.

00:15:43: Wenn Sie ein veganes Restaurant wollen, dann kommen Sie nicht zu uns.

00:15:51: Und das ist diese, ja, ich will jetzt sagen, fuck off Attitude, aber das ist einfach so, wir wollen echt sein.

00:16:00: Wir wollen das tun, was wir gerne tun und das können wir nur, wenn wir uns nicht verstellen.

00:16:04: Das ist im Endeffekt der Schlüssel unseres Erfolgs.

00:16:08: Jetzt hast du ihr gesagt und wir wissen es ja auch, du kommst aus einer gastronomen Familie.

00:16:12: Ihr wartet schon immer Gastronomie gemacht.

00:16:14: Auch heute noch deine Mama, lange mit deinem Papa zusammen.

00:16:18: Man bleibt ja nicht, auch wenn man als Kind dort in der Gasttrucke groß wird.

00:16:22: Ja, man kennt dann vielleicht auch nichts anderes und man liebt es vielleicht auch.

00:16:25: Aber ich glaube, man hat auch oft genug Momente, wo man sagt, boah, nee, ne.

00:16:28: Das will ich nicht machen.

00:16:30: Und man bleibt ja nicht in der Gastro, weil man bequem ist.

00:16:32: Auf gar keinen Fall.

00:16:33: Das ist ja eine Branche, wo du einfach genau weißt, das wird nie leicht und das wird immer, kann schwer sein.

00:16:39: Es

00:16:39: wird immer schwer bleiben.

00:16:40: Ja,

00:16:41: aber was hält, was glaubst du, was hält einen, obwohl man weiß, wie hart es werden wird?

00:16:46: Weil man es ja gesehen hat bei seinen Großeltern, bei seinen Eltern.

00:16:51: Was glaubst du, was hält?

00:16:52: Oder was sind Momente, die es irgendwie schwer machen und trotzdem sinnvoll?

00:16:58: Dass du sagst, okay.

00:17:00: Deshalb bleibe ich hier, deswegen mache ich Gastro, deswegen will ich in der Branche bleiben.

00:17:03: Die Gastronomie ist der Strangeste Beruf, den es überhaupt noch gibt.

00:17:07: Ja, finde ich auch.

00:17:08: Das weißt du, liebe Maja, das weißt du.

00:17:10: Das ist der Klasseste Beruf, den es überhaupt noch gibt, weil du es immer mit Menschen zu tun hast, die glücklich sein wollen und die erwarten, bedient zu werden und die erwarten, mit Freude rauszugehen.

00:17:25: Und manchmal muss man auch ganz viel Mühe da reinlegen.

00:17:27: Ich sage jetzt mal ein Beispiel.

00:17:29: Als ich ein kleiner Bub war und ich bin in einem Wirtshaus groß geworden, mittlerweile ist es ein viel kleiner Superi-Hotel.

00:17:35: Ich wollte grad sagen, muss man heute dazu sagen.

00:17:37: Und es war ein Wirtshaus.

00:17:41: Aber der Wirth hatte immer das Lagen.

00:17:42: Ja genau, der Wirth hatte immer das Lagen.

00:17:44: Das war mein Papa.

00:17:45: Mein Papa, ich merke erst jetzt, wie sehr er mir fehlt, seit er nicht mehr da ist.

00:17:51: Weil er uns halt auch so viele Werte weitergegeben hat.

00:17:55: Und der hat, ich hab als... kleines Kind nicht verstanden, warum alle anderen sich schön anziehen und zum Essen gehen, um mein Papa nach Frittierfett riecht, um meine Mama im Stress ist und Hundertfünfzig Bier runterzapfen muss.

00:18:14: Aber im Endeffekt haben wir dann nachmittags um drei Mittag gegessen, also um Fünfzehnhundert.

00:18:23: Ich vergesse, Gastronomie hat eine andere Zeit gerechnet.

00:18:27: Und dann hat mein Waffe immer gesagt, hey, die wollen heute alle zufrieden.

00:18:31: Also wir haben heute wirklich viele Menschen glücklich gemacht an einem Feiertag, wo alle anderen frei haben.

00:18:38: Wir haben gearbeitet.

00:18:40: Und das ist, glaube ich, der Sinn von der Gastronomie, dass du einfach Menschen glücklich machen kannst.

00:18:45: Und für mich war es schon immer klar, dass ich Freude habe, auch wie in der Musik.

00:18:52: Das habe ich jetzt ganz, ganz krass erfahren, als es mit der Band nach fast dreißig Jahren aufwärts ging und wir zum ersten Mal auf einer Bühne gestanden haben, wo fünftausend Leute vor uns waren.

00:19:04: die glücklich waren.

00:19:06: Und ich glaube, dass diese Gastronomie gehen, egal was du machst, du kannst eine geile Flasche Wein aufziehen, du kannst ein tolles Steak braten, du kannst einen schönen Käse aufschneiden, vielleicht schenkst einfach bloß ein Bier auf und servierst ein Wurstsalat.

00:19:22: Also das muss ja nicht immer... Es geht nicht

00:19:24: immer um Gummi, es geht nicht immer um Kaviar und so.

00:19:26: Es

00:19:26: muss nicht die Dose Kaviar sein, das würde ich grad sagen.

00:19:29: Und vielleicht... ist es einfach dieses Gefühl jemanden anderen was Gutes zu tun, wie in der Musik, wenn jemand auf ein Konzert ist, der sich über die Musik erfreut und das ist halt die Gastronomie.

00:19:44: Wir haben ja gestern schon ein gemeinsames Menüabend gehabt und ich freue mich, ich freue mich wirklich, dass ich eine Bestätigung kriege.

00:19:51: Wenn die Gäste dann zu mir kommen und sagen, können wir noch ein Foto machen, unterschreiben sie mir die Menükarte noch.

00:19:57: Und der Hauptgang, das war ja Wahnsinn.

00:19:59: Also diese geschmorte Rinderbacke.

00:20:01: Da müssen sie mir unbedingt das Rezept geben.

00:20:03: Und dann freue ich mich.

00:20:04: Und wenn es da noch heißt und der Wein, der hat so toll korrespondiert mit diesem Fleischgang, ich freue mich einfach.

00:20:13: Ich freue mich einfach.

00:20:14: Es tut mir gut und ich glaube, das ist der Grund, Und so bin ich erzogen worden, so bin ich aufgewachsen.

00:20:20: Das ist der Grund, warum ich gerne Gastronomie mache.

00:20:23: Sie fordert viel, aber sie gibt auch wahnsinnig viel.

00:20:26: Du hast auch durch deinen Catering und vor allen Dingen auch durch Gäste und auch Kunden will ich oder vielleicht auch auch Kooperationen, die du hast.

00:20:34: Hast du natürlich auch viel Einblick in andere Branchen und ich hatte das auch und ich habe halt immer gedacht.

00:20:39: kriegst ja nie so viel Feedback wie in der Gastronomie, also so dieses direkte Feedback.

00:20:44: Du kriegst es ja sofort, ne?

00:20:46: Bei anderen guckt sich mal jemand die Zahlen an oder Erfolge und langfristig und kurzfristig, ne?

00:20:51: Und dann sagt vielleicht auch mal einer, war ein gutes Quartal, war ein schlechtes Quartal, aber du hast es ja, also du kriegst ja beides, ne?

00:20:57: Du kriegst verkackt sofort ungefiltert und du kriegst,

00:21:03: hey,

00:21:04: geil.

00:21:05: Was ich finde, was ihr Gastronomen und ich sage... Bewusst jetzt ihr, weil ich ja gar nicht mehr so aktiv in der Gastro bin, auch wenn ich sie sehr eng begleite.

00:21:13: Ihr tragt ja eine wahnsinnige Verantwortung.

00:21:15: Weil die Menschen kommen hierher.

00:21:16: Und hier noch mal anders, weil ich muss einfach noch mal sagen, es ist der Arsch der Welt hier, ne?

00:21:20: Du fährst hier hin und... Ist

00:21:22: doch nicht der Arsch der Welt, es ist der Mittelpunkt der Welt.

00:21:24: Ja, für

00:21:24: euch ist es der Mittelpunkt.

00:21:25: Ist alles an sich stark.

00:21:26: Für euch Bayern

00:21:27: ist es der Mittelpunkt.

00:21:28: Also für jemanden, der aus dem Osten kommt, hier runter fährt, es ist schon weit draußen.

00:21:34: Ich liebe das hier.

00:21:35: Ich liebe das, weil es wirklich Detox im wahrsten Sinne des Wortes ist, weil, wenn ich von der Autobahn abgefahren habe, ruft mich auch keiner mehr an, weil mich zwei Tage keiner erreicht, ne?

00:21:44: Aber... Es ist die Verantwortung, dass sie sich so lange auf die Reise machen.

00:21:48: Und das weiß ich selber von den Abenden, wo ich hier bin.

00:21:50: Wenn die mir manchmal erzählen, wo deine Gäste herkommen, ne?

00:21:55: Und du hast ja wirklich nur einschlussfrei diesen einen Abend.

00:21:58: Und die müssen diese sechshundert Kilometer, und das ist so, das ist die Rechnung.

00:22:01: Die müssen sich gelohnt haben.

00:22:03: Nicht in erster Linie das, was sie bezahlt haben, sondern die sagen immer, hat es sich gelohnt, diese Zeit hier herzufahren, hier zu sein.

00:22:09: Und ich kann das nur sagen, was ich sehe, wenn ich hier war.

00:22:13: Die gehen hier raus und die würden ja, wenn du da vorne stehst und das Verkäuferisch gut machst, würden die wiederbuchen.

00:22:20: Die würden sofort das nächste Ding wiederbuchen, aber sie gehen oft zu spät, dass die buchungsportalisch geschlossen sind.

00:22:27: Aber das ist ja eine Riesenverantwortung, Luki, die ihr als Gastronomen tragt, weil die Leute wollen hier ein bisschen herkommen.

00:22:34: Die wollen Urlaub machen, die wollen Auszeit, die wollen abgelenkt werden.

00:22:39: Und diese Verantwortung hat die dich verändert?

00:22:42: Seid du die selber so für dich tragen musst?

00:22:44: Weil denn der Eltern haben sie auch schon getragen.

00:22:46: Ja.

00:22:46: Für ihre Gäste.

00:22:47: Nee, auf gar keinen Fall.

00:22:48: Also, ich hab mich nicht verändert.

00:22:49: Also, das ist ... tatsächlich muss ich ein bisschen ausholen.

00:22:53: Aber wir haben ja Zeit.

00:22:55: Die Frage, wir müssen nur den Wein im Blick haben.

00:22:56: Wir haben jetzt noch eine halbe Flasche.

00:23:00: Wir haben ... Als ich mich selbstständig gemacht hab, hab ich ein Angebot bekommen, dass ich in München eine Kochschule übernehme.

00:23:10: Oberhaching war das.

00:23:11: Und ich bin da jeden Mittwoch und Donnerstag hingefahren und hab da immer einen Kochkurs gemacht und hab mir gedacht, ich muss unbedingt

00:23:18: nach

00:23:18: München, muss da hin, weil die Münchner fahren nicht in Bayerischen Wald, die lachen uns eblos aus und im Borischen Wald erheubert sich ein Fenster, erheubert sich ein Kreuz, also quasi.

00:23:31: Und das Interessante war aber dann tatsächlich, dass jeder Zweite bei dem Kochkurs dann gesagt hat, Können wir dich mal besuchen?

00:23:38: Können wir uns das mal anschauen?

00:23:39: Wir würden gerne mal deine Tiere sehen.

00:23:41: Wir würden gerne mal sehen, wie du liebst.

00:23:43: Und irgendwann habe ich zu meiner Frau gesagt, sage ich, weißt du was?

00:23:47: Das war zweitausend und...

00:23:50: Ich hätte jetzt fünfzehn.

00:23:52: Ja, zweitausend, fünfzehn.

00:23:54: Aber ich sage, weißt du was?

00:23:54: Wir bauen jetzt den ganzen Hof um.

00:23:56: Und wir machen es jetzt.

00:23:57: Jetzt zehnjährig ist diesjahr mit

00:23:58: Stein, ne?

00:23:59: Ja.

00:23:59: Hab ich gesagt, so fuchten haben wir begonnen, so sechzehn haben wir öffnet.

00:24:03: Genau.

00:24:04: Und dann hab ich gesagt, weißt du was, wir probieren das jetzt einfach.

00:24:06: Und wenn's nix wird, dann wird's halt nix.

00:24:08: Aber es macht da keinen Sinn, jeden Mittwoch, Donnerstag nach München zu fahren.

00:24:14: Jeden Freitag, Samstag, irgendwo in Kettering.

00:24:17: Immer auf Tour, immer unterwegs.

00:24:20: Und dann haben wir das gemacht und seitdem ist es unfassbar.

00:24:26: Du glaubst gar nicht, wie oft wir darauf angesprochen werden auch, dass Gäste sagen auf dem Messer oder so, wir würden ja gerne mal zu dir kommen, aber man bekommt ja nie einen Platz.

00:24:34: Und wir haben jetzt über Fünfzehntausend E-Mail-Adress in unserem Newsletter, die sich aber selber angemeldet haben.

00:24:41: Ja,

00:24:43: keine Rabatte, keine Geschenke, keine Lieds gekauft, wie man es wollte nennen.

00:24:48: Nein, nein, genau.

00:24:50: So, und dann haben wir ein Menüabend und dann machen wir ein Wagyu-Dinner, das ist halt drei Wochen hintereinander, wo wir ein Seating haben von hundert Gästen pro Wochenende, also fuchzig pro Tag, also sind es dreihundert Plätze und keiner reserviert er für sich allein.

00:25:07: Also hast du im Endeffekt für einen Monat, Dreihundert Seatings auf Fünfzehntausend E-Mail Adressen.

00:25:14: Und dann ist es nach zehn Sekunden ausverkauft.

00:25:18: Und das hätte ich mir niemals gedacht.

00:25:20: Und was auch noch spannend ist, das muss ich dir jetzt erzählen, was auch noch spannend ist.

00:25:26: Ich hab mal über den Magnus.

00:25:28: Da

00:25:28: hab ich ganz kurz unterbrechen.

00:25:29: Ich hab gestern mit Steffi gesprochen.

00:25:32: Ich hab ein bisschen gefragt, weil die Branche ja extrem struggled gerade und viel passiert.

00:25:38: Das ist richtig Bambule grad bei uns, hab ich das Gefühl.

00:25:40: Und ich hatte Steffi gefragt, merkt ihr das?

00:25:44: Weil überall, wo du hinkommst, hört man, es ist rückläufig, es ist schwieriges Geschäft.

00:25:49: Buchungen gehen zurück.

00:25:50: Personalknappheit,

00:25:51: den ganzen Punkt.

00:25:52: Genau, das ist oft die Vor... auf die Ursache und dann sagen die halt, das ist aber auch wirklich die Folge, dass Gäste ausbleiben und das Gästezahlen zurückgehen, Buchungen zurückgehen.

00:26:01: Und Steffi sagt jetzt zu mir, nee, wir merken gar nix.

00:26:05: Hat sie wirklich gestern gesagt, sie hat gestern zu mir gesagt, nee, wir merken es nicht.

00:26:08: Und ich hab dann heute Morgen noch mal eure Homepage durchgescrawled und die Veranstaltung mir angeguckt.

00:26:13: Und es erinnerte mich an so eine alte Weinkarte, wo immer ausgetrunken steht, weißt du?

00:26:19: Für Stempel.

00:26:20: Aber es ist ja wirklich so und es ist ja kein Gag.

00:26:24: von euch.

00:26:25: Also es ist, ich weiß es, du machst ja kein Stempel rein, es ist ausverkauft, weil es ausverkauft ist, kannst du es ja tatsächlich einfach.

00:26:31: Ja.

00:26:32: Es ist voll und das ist das ganze Jahr voll.

00:26:34: Ja.

00:26:34: Ich weiß gar, ich habe komischerweise keine Veranstaltung gefunden, die man noch buchen könnte.

00:26:40: Und wie gesagt, ich war trotzdem, ich habe dann so, Steffi, wir haben ja auch so, wenn man so außerhalb von der Öffentlichkeit spricht, dann und sie war einfach dankbar für die Ehrlichkeit, aber sie hat wirklich gesagt, wir merken es wirklich nicht mal, ja es ist.

00:26:52: passiert nichts und das ist ja krass,

00:26:55: finde ich.

00:26:56: Ja, aber ich, und jetzt mal bei dem Thema, was wir vorhin schon hatten, weil wir halt auch einfach das tun wollen und das tun, was wir lieben und das ist Gastronomie und wir wollen uns nicht verstellen.

00:27:16: und ja, genau das, genau das.

00:27:19: Ja.

00:27:20: Und ja, das ist das, was Wie gesagt, wie vorhin schon erwähnt, was die Leute dann immer sagen, ihr seid so authentisch.

00:27:27: Wir sind nicht authentisch, wir sind einfach brussellig.

00:27:33: Wir freuen uns.

00:27:35: Und das ist das Erbe von meinem Vater, was mein Bruder um mir und ins Hirn gepflanzt hat.

00:27:41: Es ist schön, anderen Menschen eine Freude zu machen.

00:27:45: Krass, ja.

00:27:45: Schön.

00:27:46: Ich hätte die Frage vorbereitet, wer oder was erdet dich?

00:27:51: Ich kenne die Antwort, glaube ich.

00:27:53: Und ich glaube, wir haben auch als Hörer jetzt so ein bisschen eine Vorstellung, was da jetzt als Antwort kommen könnte.

00:27:59: Und trotzdem würde ich sie noch mal fragen, weil du auch vorhin die Fernsehzeiten angesprochen hast.

00:28:03: Und du hast natürlich auch viele Kollegen, mit denen du vor der Kamera stehst, die berühmt und auch berüchtigt werden.

00:28:09: Aber dieses authentische, was dir immer wieder, ja, so als Untertitel reingegeben wird, dieses echte.

00:28:15: Und das ist so.

00:28:16: Ich hab's ja auch am Anfang gesagt, wirklich Lucci, den Lucci, den ich hier am Mikro habe, mit dem ich auf der Bühne bin, den ich hinter den Kohlissen erlebe, den ich aber auch wirklich, wenn ich mir deine Fernsehsendungen angucke sehe, es ist immer der gleiche.

00:28:29: Es ist der Luki, den ich kenne.

00:28:31: Und wir sind oft ja auch lange zusammen.

00:28:33: Und man kann sich ja nicht permanent verstellen.

00:28:34: Mein Opa hat immer gesagt, wenn du lügst, musst du ein gutes Gedächtnis haben.

00:28:37: Das

00:28:38: wollte ich jetzt gerade sagen.

00:28:40: Aber sag noch mal.

00:28:42: Und wie gesagt, ich glaube, ich kenne die Antwort und unsere Hörer vielleicht auch schon.

00:28:44: Und trotzdem würde ich es gerne noch mal hören.

00:28:46: Was ärtet dich?

00:28:47: Wer schafft es, dir Feedback zu geben?

00:28:51: Oder genau, wer ärtet dich, dass du nicht abhebst?

00:28:53: Weil das könnte man bei diesem Erfolg, bei diesem Tempo, auch mit den Größen, die du manchmal zu tun hast, könnte man auch abheben.

00:29:02: Ja.

00:29:02: Erlauben dürftest du es dir.

00:29:04: Ich hab gar keinen Bock, mir das zu erlauben.

00:29:08: Ich wüsste aber auch jemanden, der das nicht erlaubt.

00:29:12: Also, wir haben mich natürlich erlaubt, das ist meine Frau.

00:29:14: Das ist eine ganz besondere Beziehung, die ich sehr, sehr liebe seit neunundzwanzig Jahren.

00:29:20: Das kann man sich gar nicht vorstellen.

00:29:23: Wirklich sehr, sehr lieb.

00:29:25: Steffi, jetzt kommt der Part für dich.

00:29:26: Den schicke ich dir extra.

00:29:28: Den schneide ich raus.

00:29:29: Den schneide ich extra für dich raus.

00:29:31: Weißt du, das ist so, wenn du so viel mitmachst, wie ich es vorhin schon erzählt habe.

00:29:37: Und immer noch zusammen bist.

00:29:39: Und immer noch... Und klar ist es mal hell und mal es ist dunkel und mal regnet und mal scheint die Sonne.

00:29:47: Aber es ist halt schon... Wir sind in unserer Familie sehr gut.

00:29:56: Ich liebe meine Mama.

00:29:57: Ich liebe mein Bruder.

00:29:58: Mein Bruder ist wirklich ein krasser Typ.

00:30:01: Auch nicht wenig erfolgreich?

00:30:02: Ja, viel erfolgreicher als ich.

00:30:04: Anders erfolgreich.

00:30:06: Der hat ja tausend PS mehr als ich.

00:30:11: Aber um das geht es ja gar nicht.

00:30:12: Das geht ja gar nicht, um sich zu betteln.

00:30:15: Meine Mama ist immer noch ... Die Pharaonen, die Kaiserin, das Höchste vom Höchsten.

00:30:22: Tischzehn ist der Dronensaal.

00:30:25: Der Dronensaal der Welt.

00:30:25: Im

00:30:26: Waldschluss.

00:30:28: Da sitzt sie auf Tischzehn.

00:30:32: Und regiert ihren Hof statt.

00:30:35: Mama, wenn es jetzt erst ist, war die Beste.

00:30:37: Nur

00:30:37: mit den Augen.

00:30:38: Manchmal

00:30:39: nur mit den Augen.

00:30:42: Mama, ich mein's nicht best, ich mein's gut.

00:30:44: Das war eine Oma schon nicht.

00:30:46: Ja,

00:30:46: war gut gemeint, Marianne.

00:30:49: Und, ne, aber im Endeffekt ist es tatsächlich so, dass das hier meine Ladestation ist.

00:30:56: Stellt mal vor, du bist ein Akkuschrauber, da musst du irgendwann diesen Akku wieder laden.

00:31:01: Und das hier ist meine Ladestation.

00:31:03: Scherengrub ist das, was ich mit meiner wunderbaren Frau aufgebaut habe.

00:31:10: was wir wirklich in zwanzig Jahren geschaffen haben, wo wir am Anfang belächelt worden sind, wo es Kaisen hat.

00:31:19: Das ist dann eh bald Konkurs und das ist eh bei Pleite.

00:31:22: So, und jetzt haben wir hier einen Genussort geschaffen.

00:31:28: Einen Ort, wo Menschen gerne hingehen, wo Menschen sich freuen, dass sie da sein dürfen.

00:31:34: Und wir tun... Hier genau das, was uns Freude macht.

00:31:40: Wir sind Gastgeber.

00:31:42: Wir sind keine Gastronomen, sondern wir sind Gastgeber.

00:31:44: Und ich sage das in jeder Ansprache und das ist jeden Abend dasselbe.

00:31:49: Wir sind der Wirtshaus.

00:31:50: Ich bin der Wirt.

00:31:51: Wir sind kein Gasthaus, wo der Gas kommt und sagt, ich habe den und den Anspruch und der muss erfüllt werden.

00:31:57: Mir scheißegal.

00:31:58: Entschuldigen Sie die Wortwahl.

00:31:59: Wir sitzen

00:32:00: uns untereinander.

00:32:03: Aber du weißt, was ich meine.

00:32:05: Wir

00:32:06: pippen übrigens auch

00:32:07: nicht.

00:32:08: Das ist was, was ich von meinem Papa gelernt habe.

00:32:11: Und das, was mir jetzt auch so im Nachhinein auffällt, hat sich immer Mühe gegeben.

00:32:15: Und der war eigentlich schon auf dem Kanabee gelegen.

00:32:20: Und dann hat meine Mama gesagt, Sepp, da sind drei Wanderer, die hätten gern einen Wurstsalat und einen Stromer-Max.

00:32:27: Und dann ist mein Papa aufgestanden und hat denen einen Wurstsalat und einen Stromer-Max gemacht.

00:32:30: Ja,

00:32:30: geil.

00:32:31: Der hat nicht gesagt, ah, wir haben geschossen.

00:32:33: Lohnt sich das?

00:32:34: Genau,

00:32:35: wir haben geschossen.

00:32:35: Und das ist das, was der uns beiden, mein Bruder, der ja wirklich ... Unfassbar erfolgreich ist auch und und mir mitgegeben hat.

00:32:45: Als Attitüde einfach auch und auch als ja, es ist schön und es tut gut, wenn man anderen was Gutes tun muss.

00:32:55: Und im Umkehrschluss muss ich aber jetzt mittlerweile sagen, ich habe mir eine Eroganz angewohnt und so funktioniert es bei uns.

00:33:04: Wenn wir geben alles, wenn jemand nicht damit zufrieden ist.

00:33:09: dann entschuldige ich mich nicht für irgendwas, was

00:33:11: ich nicht besser... Weil du ja sehr transparent auch sagst, wie du stehst.

00:33:13: Ja klar.

00:33:14: Ja genau.

00:33:15: Und ich würde es wirklich nicht arrogant sind, sondern Klarheit, Luckey.

00:33:19: Ja, aber ich mag mich nicht.

00:33:21: Wir geben alles.

00:33:23: Wir haben ein krasses Unternehmen.

00:33:27: Das ist mehr wie eine Familie.

00:33:30: Das ist jetzt nicht, ich bin der Arbeitgeber und du bist der Arbeitnehmer und jeder hier wirklich.

00:33:37: kennt den anderen und und weiß, wo.

00:33:39: vielleicht hat einer ein bisschen Schwäche, vielleicht hat einer ein bisschen mehr Stärke in dem Bereich und jeder unterstützt sich und und und jeder gibt sich Mühe.

00:33:48: und diese Intimität von diesem Team, drum habe ich gesagt, auch ganz, da lasse ich niemanden einbrechen.

00:33:56: Und wenn, wenn dann ein Gast dabei ist, der mal wirklich was zu meckern hat, dann sage ich, okay, hey, pass auf, was ist das?

00:34:05: Jetzt sind wir gleich fertig.

00:34:07: Dann kommen sie halt einfach nicht mehr zu

00:34:08: uns.

00:34:11: Und wenn das Weinglas nicht schön genug war, und wenn die Tischdecke nicht gestärkt genug war, dann... Also ich würde jetzt nicht sagen, fuck off, aber eigentlich schon.

00:34:21: Eigentlich schon.

00:34:22: Kann man schon

00:34:22: mal so stehen lassen.

00:34:23: Dann sage

00:34:23: ich, fuck off.

00:34:25: Du bist in meinem Haus, in meinem Witzhaus.

00:34:27: Ich bin da, der wird.

00:34:29: Und ich arbeite jeden Tag, achtzehn Stunden, damit das so ist, wie es ist.

00:34:34: Und der Erfolg gibt uns natürlich auch ein bisschen recht.

00:34:38: Ich gehe nicht in die Defensive.

00:34:40: Entschuldigen Sie, entschuldigen Sie, entschuldigen Sie, entschuldigen Sie.

00:34:43: Ja, und man muss es ja auch nicht versuchen, einen Leuten recht zu machen.

00:34:47: Also das ist halt, deswegen sage ich ja, ihr seid sehr klar in eurer Positionierung und eigentlich weiß jeder im Vorfeld, wenn er hier reserviert oder wenn er hier ein Ticket kauft, was ihn zu erwarten hat, weil ihr es sehr transparent auch ausspielt.

00:34:58: Du hast niemals dein Stil.

00:35:02: Der war schon immer der gleiche.

00:35:03: Man weiß schon immer, hier läuft halt kein Jazz.

00:35:07: Und hier läuft auch kein Pinot aus der Flasche.

00:35:11: Genau.

00:35:11: Das weiß so einfach, weil du oft genug sagst und oft genug steht überall.

00:35:17: Da weißt du, wenn du spätbegründer trinken willst, kannst du nicht Pinot

00:35:23: gefahren.

00:35:23: Das ist der spätbegründer Thema.

00:35:25: Das ist

00:35:25: unser Thema.

00:35:26: Da sind wir kontaktionell, da arbeiten wir noch dran.

00:35:30: Du hast es vorhin so schön angesprochen und das will ich so ein bisschen als Brücke nutzen.

00:35:35: Musik.

00:35:36: Ja.

00:35:37: Ich habe ja vorhin gesagt, du bewegst dich in zwei Welten.

00:35:39: Ich muss das nochmal korrigieren.

00:35:40: Für mich sind es vielleicht dann jetzt doch drei Welten, die aber ähnlich ja vielleicht ähnlich herausfordernd sind oder die ist dann vielleicht doch wieder verbindet.

00:35:49: Wenn ich dich auf der Bühne erlebe mit deiner Band Seasons in Black.

00:35:54: Ja.

00:35:55: Dann wirkst du zumindest in diesem Sommer für mich ein bisschen zufrieden.

00:36:04: Vielleicht eher leichter.

00:36:07: Also ich sehe unfassbar viel Leidenschaft auf der Bühne.

00:36:11: Aber es ist eine andere Leidenschaft.

00:36:13: Also es ist in der gleichen Intensität, aber es ist eine andere Leidenschaft als ... Die, die ich sehe, wenn du kochst zum Beispiel oder wenn du mit deinen Tieren unterwegs bist.

00:36:21: Ich habe mich manchmal gefragt, ob diese Welt dir auch dabei hilft, die Herausforderungen und Extreme unserer Branche und dieses ganze andere, was du hier als Unternehmer auch als verantwortlicher für, ja, ich glaube mittlerweile seid ihr wieviel, zwanzig Mitarbeiter, achtundzwanzig Mitarbeiter trägst.

00:36:38: Also hilft dir die Musik auch, die Extreme unserer Branche auszuhalten.

00:36:43: Weil es ist ja eine ähnlich intensive, fordernde Welt wie die Gastro, die Musikbranche, oder?

00:36:49: Ja.

00:36:52: Das Schöne ist, und deshalb liebe ich Jesus, ja.

00:36:55: Ich wollte, musste ich jetzt wieder ein bisschen ausholen, aber das kann ich ja ganz gut.

00:37:01: Ich wollte immer Rockstar werden.

00:37:03: Und mein, ich kann mich noch erinnern, ich hab in den ... Als ich so fifteen, sechzehn war, habe ich mir jeden Abend die Metallica-Videos angeschaut und dachte mir, ich will auch irgendwann mal so sein wie James Hetfield vom Metallica.

00:37:18: Das ist das Geiste, was es überhaupt noch gibt.

00:37:20: Das ist das Beste, das ist das Größte, wenn du in deinem Stadion stehst und James Hetfield hat gesagt, oh yeah, und alle auch, oh yeah.

00:37:29: So, und dann... Bin ich später aber tatsächlich da drauf gekommen, als wir angefangen haben, Cat-Rings zu machen für professionelle Bands, bei Rock am Ringen war das.

00:37:40: Da waren Bands wie

00:37:40: R.E.M.,

00:37:41: Depeche Mode, Foo Fighters dabei, wo ich gesehen habe, okay, das ist ein Business.

00:37:48: Und das große Glück ist, dass die Band nie in Business wurde.

00:37:55: Weißt du, was ich sagen will?

00:37:56: Das

00:37:56: ist ein bisschen wie bei meinem Bein.

00:37:57: Ja,

00:37:58: das ist, dass es nie ein Business wurde.

00:38:00: Ich muss da gar nichts.

00:38:02: Und wenn wir bekommen mittlerweile Anfragen für Gigs, wo wirklich Anfragen sind, ob wir in Sao Paulo in Brasilien spielen wollen oder in Rio.

00:38:15: Krass.

00:38:15: Wo ich mir denke, what the fuck in hell.

00:38:18: Wir sind die süßen Zimbleck aus dem bayerischen Wald.

00:38:23: Wir haben uns in Kaam gegründet.

00:38:25: Kaam ist, glaube ich, der einzige Landkreis in ganz Deutschland, wo keine Autobahn durchgeht.

00:38:31: Wir haben uns in Kaam gegründet und jetzt haben wir Anfragen, ob wir in Brasilien spielen wollen.

00:38:38: Flug wird übernommen, Eis wird übernommen.

00:38:42: Um auf deine Frage zu antworten.

00:38:43: Wirklich, es ist so, das ist eine Leidenschaft.

00:38:46: Das ist nichts, wo wir Geld damit verdienen müssen.

00:38:49: Und dann können, wir könnten, wenn wir wollen.

00:38:52: Aber wenn wir wollen, würden wir es kaum Leidenschaft mehr.

00:38:57: Das

00:38:57: stimmt.

00:38:58: Verstehst du, was ist das?

00:38:59: Total.

00:39:00: Ich bin total froh, dass du diesen Part auch in deinem Leben hast.

00:39:03: Also, dass das so bereich ist, weil ich wirklich, wenn ich das sehe, ja, ich sehe eine Leidenschaft und ich sehe eine gewisse Leichtigkeit.

00:39:10: Und das ist auch wichtig, dass das so bleibt.

00:39:13: dass du, vielleicht ist es genau das Geheimnis, dass es halt kein Business war, sondern dass es wirklich eine Leidenschaft ist, mit die dann irgendwann vielleicht auch monetarisiert werden kann oder wird oder keine Ahnung, aber die sich vielleicht einfach nur trägt, das reicht ja auch, dass man da, das hat, weil es ist ja, wenn man viel reißt und ihr wart ja, glaube ich, dieses Jahr in Backen, letztes Jahr, also im Jahr, das kostet ja auch Geld, also es ist ja jetzt nicht so, dass du, und nicht nur die Getränke, und dann auch, dass dahin kommen und da bleiben.

00:39:41: Zwei Branchen, so ein bisschen Musik und Gastro ist ja schon auch zwei Sachen, die man miteinander vergleichen kann.

00:39:47: Und wenn wir so ein bisschen zurückgucken, jetzt haben wir ja, wir sind ja beide achtziger Baujahr.

00:39:52: Und wenn ich so für mich zurückgucke und auch im Vorbereitung auf die Folge, habe ich mich so ein bisschen gefragt.

00:39:57: Und ich glaube, die Frage kann ich dir ganz gut stellen, weil du die gleiche Branche erlebt hast wie ich und vielleicht auch so ein Werdegang zumindest, was Führung angeht, was Mitarbeiterführung angeht.

00:40:08: Also wir sind, glaube ich, da.

00:40:10: würde man hier sagen, aus dem gleichen Stall, ne?

00:40:12: Also wir haben eine ähnliche Führung erfahren.

00:40:17: Was glaubst du, was heute nicht mehr funktioniert, wo wir aber in der Branche lange dran festgehalten haben?

00:40:23: Und ich sag's auch ganz bewusst

00:40:24: hier... Ja, ich weiß genau, was du meinst.

00:40:26: Ich

00:40:26: sag das auch ganz bewusst.

00:40:27: Manchmal gibt es auch Momente, wo ich mich dabei ertappe zu sagen, naja, damals... Die hatten schon auch recht und uns fehlten mir manchmal so ein bisschen, weißt du?

00:40:41: Aber trotzdem, glaube ich, es funktioniert einfach nicht mehr.

00:40:45: Tatsächlich ist es so, also wie du sagst, wir sind ja beide Achtziger Baujahr und wir haben ja beide, darf ich das sagen, das wird ja nicht rausgeschnitten, wir haben ja beide viel Scheiße gefressen.

00:40:55: Das stimmt.

00:40:56: Und Wein getrunken, Kampus.

00:40:58: Ja, wir haben.

00:40:59: Wir haben Scheiße gefressen.

00:41:01: Ich meine es jetzt sinnbildlich.

00:41:03: Wir

00:41:03: pippen ja nix.

00:41:04: viel scheißig gefressen.

00:41:05: Und ich denke mir, natürlich hat keiner mehr Bock auf die Gastronomie.

00:41:12: Kennst du noch Teildienst?

00:41:13: Weißt du noch, was Teildienst ist?

00:41:14: Weißt du das noch?

00:41:15: Soll ich dir mal sagen, Teildienst in der Schwarzwaldstube hieß übrigens morgens um sieben Anfang, ungefähr fünf, vierzehn Minuten Pause machen und nach dem zwei wieder rausgehen, alle zwei Tage.

00:41:23: Und dann hast du vier Minustage auf dem Konto.

00:41:26: Und bei uns war das so, also Wochenende frei geht sowieso nicht.

00:41:28: Freitag, Samstag.

00:41:29: Kracht.

00:41:30: Am Sonntag ist Branche.

00:41:31: Ja,

00:41:33: mit der Spülersausgabe.

00:41:36: Dafür kannst du am Montag freimachen.

00:41:38: Da kannst du am Montag freimachen.

00:41:39: Du kannst

00:41:39: mal eine Disko gehen.

00:41:40: Da hat nicht mal der Friseur offen.

00:41:41: Deshalb hab ich so lange Haare.

00:41:43: By the way.

00:41:46: Und es ist ja klar, wenn du jetzt einen jungen Menschen nimmst, der außen... Seinem Sozialgefüge gerissen wird, sag ich jetzt mal, der von der Schule runterkommt und dann muss er am Samstag, wo er normalerweise gerne Fußball gespielt hätte und wo abends alle weggehen, muss er arbeiten und am Sonntag muss er arbeiten, wo alle anderen am Frühjob machen oder sich zum Weißwurstessen treffen bei uns im Bahn und komplett konträr der Gesellschaft lebt.

00:42:17: Wenn der dann noch angeschrien wird von irgendeinem Kuläriker, der ein Alkoholproblem hat.

00:42:23: Ich sag's jetzt ganz dramatisch.

00:42:26: Und dann noch unterbezahlt ist.

00:42:28: Da braucht sich

00:42:29: kein

00:42:30: Mensch wundern, warum keiner mehr Lust hat auf Gastronomie.

00:42:33: Und ich hab das tatsächlich für mich beschlossen.

00:42:37: Ich hab auch diese Schule durchgemacht.

00:42:40: Und hab sie nicht verstanden, hab sie nicht begriffen.

00:42:43: Aber ausgehalten?

00:42:44: Ausgehalten, ja.

00:42:46: Ich meine, ich komme aus einer anderen Zeit.

00:42:51: Und wenn ich... Ist

00:42:52: es schon so, dass wir sagen, wir sind aus der Zeit gekommen?

00:42:53: Ja klar, wenn ich zu meiner Mama gesagt habe, der Chef ist ein Depp, hat gesagt, das hält schon aus.

00:43:01: Wenn du heute zu einer Mama das sagst,

00:43:03: dann

00:43:03: fährt die los.

00:43:04: Ja genau.

00:43:05: Aber früher war es halt so.

00:43:07: Zähne zusammenbeißen und durch.

00:43:09: Und sie hat ja Schuhrecht.

00:43:11: Das macht die schon noch härter.

00:43:15: Auch das meint ihr Lieb, Marianne.

00:43:17: Ja.

00:43:20: Meine Mama ist ein sehr liebevoller Mensch, aber die wollte natürlich

00:43:23: ... Abmatisch.

00:43:24: Ja.

00:43:24: Du ist

00:43:25: es.

00:43:25: Ja, der hat gesagt, was wirst denn?

00:43:26: Ja.

00:43:27: Und das ist ja, wenn du jetzt überlegst, mein Vater, der ist als neunthes von neun Kindern, ... ... ja, da

00:43:39: war das Pille-Palle.

00:43:40: Hey.

00:43:40: Hat er gesagt, was ist denn los?

00:43:41: Stimmt

00:43:42: die Frage nicht.

00:43:43: Sagt man heute.

00:43:44: Mein

00:43:45: Vater hat immer gesagt, wenn der Dein Chef richtig auf den Sack geht, haue ich mal in die Fresse.

00:43:54: Das machen wir auch nicht mehr heute.

00:43:56: Das ist echt schwierig.

00:43:58: Aber der hat einfach gesagt, Ludwig lasst er nichts gefallen.

00:44:01: Immer schon.

00:44:01: Immer schon.

00:44:03: Und lasst er einfach nichts gefallen.

00:44:05: Ich habe jetzt in meinem Schiff mal Arschloch gesagt, das habe ich ja in der vierten Folge erzählt, beim Lehrherr.

00:44:11: Liebe Grüße nochmal an Eki Reimann.

00:44:13: Ich wusste aber nicht, dass er auf dem Posten steht.

00:44:15: Und ich habe gerade heute noch mal im Auto drüber nachgedacht und mit Susi drüber philosophiert, weil sie die Folge angesprochen hat.

00:44:20: Und dann hat sie gesagt, boah, du hast so einen Chef Arschloch gesagt.

00:44:22: Dann habe ich gesagt, du Arschloch hast du gesagt.

00:44:25: Und dann habe ich gesagt, ja, aber Susi, es lag so ein bisschen daran, dass ich ja nicht wusste, dass er auf dem Posten steht, als ich den Posten beschimpft habe.

00:44:30: Hätte ich gewusst, dass mein Chef da steht, hätte ich sie Arschloch gesagt.

00:44:35: Aber das war ja auch wirklich ein anderer Umgangstun.

00:44:38: Er hat mich auch ordentlich dafür zusammengestockt.

00:44:40: Aber das muss ich ganz ehrlich sagen, und ich glaube, so war dein Papa auch, der hat mich jetzt nicht dafür zusammengestockt, dass ich... ihn als Arschloch betitelt habe, in dem Sinne.

00:44:47: Also so viel Ego.

00:44:48: Also es ging ihm nicht darum, dass ich zu ihm persönlich Arschloch gesagt habe, sondern er sagte, rein theoretisch würdest du ja zu jedem anderen Kollegen hättest du das ja auch gesagt.

00:44:57: Und das ist eine persönliche Beleidigung.

00:44:59: Und der hat natürlich auch rumgebrüllt und rumgeschrien.

00:45:02: Aber er hat nie persönlich so extrem beleidigt.

00:45:05: Das war so.

00:45:07: Aber was glaubst du, was braucht denn die Gastronomie wirklich, damit wir Zukunft haben und damit wir... Und ich meine jetzt nicht hier Trends, weißt du, ich meine jetzt nicht Hyprotein und Healthy

00:45:16: Food und Roboter

00:45:18: und ich meine, was brauchen wir menschlich damit wir in der Zukunft haben?

00:45:21: Weil ich glaube nur so funktioniert Gastronomie.

00:45:23: Ich habe da wirklich, kann ich das sofort beantworten, kann ich das sofort beantworten.

00:45:30: Corona hat wirklich was ausgelöst.

00:45:34: Ja.

00:45:34: Bei allen, bei allen.

00:45:38: Und jede Branche ist aus Corona wieder richtig rausgestattet.

00:45:44: Auf einmal war die Dachziegelteurer, der Mörtelteurer, die Baustoffe.

00:45:50: Wirtschaftlich.

00:45:50: Und alle haben es aktiviert.

00:45:52: Ja, das kostet jetzt mehr.

00:45:55: Die Onzeigen, die es nicht geschafft haben, und das habe ich schon mal auf der Rolling Pin Convention erzählt, beim Jürgen Piechler, habe ich gesagt, die Onzeigen, die es nicht überrissen haben, war die Gastronomie, weil in der Zeit, wo der Lockdown war, haben alle mal gesehen, was die Gastronomie leistet.

00:46:12: dass wir Glücksmomente schaffen, dass wir Genuss schaffen.

00:46:15: Ich sag dir ja mal, welche Verantwortung wir tragen.

00:46:17: Dass

00:46:17: wir Freude schaffen, ja.

00:46:19: Wir sind systemrelevant, wirklich.

00:46:21: Wenn ich weggehe in eine Stadt

00:46:23: fahre,

00:46:24: wenn ich mit meinen Mädels einen Städtetrip mache, die vielleicht nicht alle aus der Gastro kommen und ich mache das.

00:46:30: und dann sagen die mir, ich weiß nur, wir hatten mal so eine Situation, da sagt so eine Freundin zu mir, lass uns mal nach Finnland in so eine Blockhütte und dann mal so im Schnee und mit Kaminfeuer.

00:46:39: Weißt du, was ich als erstes gefragt habe?

00:46:41: Wo ist die nächste Gastronomie?

00:46:45: Weißt du, ich kann nicht durch eine Innenstadt laufen und nicht mich irgendwo in ein Café setzen, ein Glas Prosecco oder Shampoos trinken, ein Cappuccino dazu.

00:46:54: Ich will dann die Menschen beobachten, aber dafür brauche ich Gastro.

00:46:56: Das mache ich nicht bei Nordsee.

00:46:58: Weißt du, ich brauche Gastro dafür.

00:47:00: Weil du das jetzt so schön gesagt hast, das ist demrelevant.

00:47:03: Ja?

00:47:04: Der größte Tiefschlag, den ich jemals erfahren habe, das war im Lockdown.

00:47:10: als die Regierung gesagt hat, die Gastronomie ist nicht systemrelevant.

00:47:16: Systemrelevant.

00:47:17: Weißt du, was systemrelevant ist?

00:47:18: Jede Hochzeit, jede Taufe, jede Firmung, egal,

00:47:21: was du

00:47:22: machst, alles.

00:47:24: Das

00:47:25: war bei mir genauso.

00:47:26: Wohlfühlen,

00:47:27: Genuss, Geschmack,

00:47:29: Feiern.

00:47:30: Ich hab gedacht, die sagen gerade, keiner braucht mehr das, was ich kann.

00:47:35: Ja, genau.

00:47:37: Richtig.

00:47:37: Das haben die gesagt.

00:47:38: Die haben gesagt, keiner braucht das, was ihr könnt.

00:47:40: Genau.

00:47:41: Und haben eine ganze Branche lahmgelegt.

00:47:43: Ja.

00:47:43: Okay.

00:47:44: Aber da muss ich auch ehrlich sagen, Luki, da hast du auch die Stärke der Gastro gesehen.

00:47:49: Wie unfassbar schnell.

00:47:50: Das weiß ich auch bei dir.

00:47:52: Ihr euch neu erfunden habt.

00:47:53: Wie schnell ... Wir sind einmal zu Boden gegangen.

00:47:57: Das stimmt.

00:47:57: Und trotzdem war es unsere Mentalität zu sagen, alles klar, wir stehen wieder auf.

00:48:04: Was können wir dann machen?

00:48:05: Wenn ihr das meint, dass das alte Geschäftsmodell nicht systemrelevant ist, dann machen wir jetzt ein Modell.

00:48:10: Und das ist ja das, was so geil ist an der Gastro.

00:48:12: Sofort in die Lösung, da wird kurz geschüttelt, da wird vielleicht auch mal eine Flasche aufgemacht und mal kurz der Frust weggetrunken und dann sagt, okay, was machen wir jetzt?

00:48:20: Und dann ging es los, auch bei dir.

00:48:23: Ja, seit dem habe ich... Ein Shop.

00:48:30: Da kommen wir später nochmal drauf.

00:48:33: Der ist dann nämlich neu gewesen, ne?

00:48:34: Aber ist doch krass, oder?

00:48:36: Ja, das war halt...

00:48:37: Der Chiroka, der hätte, wenn die die Lamm gelegt hätten, eine andere Bedeutung, aber dann hätten die gewartet, bis sie wieder gebraucht werden.

00:48:43: Ich kann mich nur gut erinnern, als Corona

00:48:47: war.

00:48:48: Und dann war ein Kumpel von mir.

00:48:50: Der ist Fliesenleger, da sagt er, und wie geht's da?

00:48:53: Ich sage, ja, beschissen geht's mal.

00:48:54: Ja.

00:48:54: Beschissen.

00:48:55: Ich habe ein Katering-Unternehmen, eine Kochschule, ein Restaurant und ein Rinderzucht, wo ich an die Gastronomie liefere.

00:49:00: Ja.

00:49:00: Also ich habe vier Standbeine, ne, mit denen ich nicht mehr verdiene.

00:49:05: Und kann es funktionieren?

00:49:07: Sagt er, ja, passt schon.

00:49:09: Und der hat weiter seine Fliesen

00:49:11: gelegt.

00:49:12: Ja.

00:49:12: Er hat einfach weiter seine Fliesen gelegt.

00:49:14: Ja.

00:49:14: Und das war natürlich schon wichtig.

00:49:19: neuen Mut zu fassen, aber im Endeffekt haben wir uns verarscht bekommen.

00:49:23: Total.

00:49:24: Wir sind uns verarscht bekommen.

00:49:25: Und ich glaube, das Schlimmste war wirklich die Tatsache, dass das heißt, die Gastronomie, und ich rede jetzt nicht nur von meiner Gastronomie, ich rede von der Gastronomie überhaupt.

00:49:36: Überhaupt,

00:49:36: ja.

00:49:37: Dass jemand sagt, der Job, den du machst mit Herzblut, wo du dir eine Tollin aufgenommen hast, wo du gelernt hast, wo du investiert hast, Wenn's dann hast, das, was du machst, ist nicht systemrelevant, was da bullshit.

00:49:53: Und jetzt kannst du mal zurückzukommen auf die Frage anfangs.

00:49:59: Was war die Frage?

00:50:00: Was braucht für eine

00:50:01: Zukunft?

00:50:01: Genau, genau.

00:50:02: Was braucht?

00:50:03: Ja,

00:50:03: ja.

00:50:05: Ich hab's am Schirm.

00:50:07: Ich nicht mehr.

00:50:08: Wir sind abgeschweift, wie immer.

00:50:09: Passiert

00:50:10: uns selten.

00:50:12: Aber ganz einfach.

00:50:15: Die Frage ist die.

00:50:17: Wir haben das echt nicht begriffen, stark zurückzukommen.

00:50:22: Ja.

00:50:22: Wir haben das echt nicht begriffen.

00:50:24: Und jeder wird schaut wieder auf einen anderen, seinen Bierpreis.

00:50:26: Weil wir nicht zusammen gerückt

00:50:28: sind.

00:50:28: Genau.

00:50:28: Und jeder schaut wieder, hey, weil den kostet Schnitzel so und so viel.

00:50:32: Bei mir darf Schnitzel nicht so und so viel kosten.

00:50:34: Und wir müssen immer drunter bleiben.

00:50:36: Und wir haben eher einen Personalmangel.

00:50:38: Und um meine Mama zu zitieren, sagts, jetzt kommt der scheiß Mindestlohn auch noch.

00:50:43: Ich sag ja, fuck.

00:50:45: Na?

00:50:46: Warum soll man nicht einfach ein Euro mehr über mindestlohn?

00:50:52: Du kannst doch nicht von jemandem erwarten, dass er am Wochenende, ich nehme jetzt einfach mal effektives Beispiel, du kannst doch nicht erwarten, dass ein junges Mädel am Wochenende am Sonntag in einer Pizzeria aushüft, wo alle anderen feiern, wo alle anderen auf der Kautschokern einen Tatort ausschauen oder einen... Die hatten

00:51:11: gerade Weihnachten, Luckey.

00:51:12: Alle sitzen bei ihrer Familie.

00:51:14: Oder an Weihnachten kannst du nicht erwarten, dass die dann für zwölf Euro Fünfzig Euro übergehen.

00:51:20: Ja.

00:51:21: So, und dann kriegst du nicht immer ein Tipp.

00:51:23: Ja.

00:51:24: Weil alle mit Karte teilen

00:51:25: jetzt.

00:51:26: Weil alle mit Karte sind.

00:51:28: Und das ist das Problem, was die ganze Kastronomie hat.

00:51:30: Das sagt er da ganz ehrlich.

00:51:31: Ja, aber ich glaube, weil wir als Branche nicht zusammengerückt sind, weil wir nicht, wie du schon sagst, wir sind nicht stark zurückgekommen, wir sind aber auch nicht gemeinschaftlich zurückgekommen.

00:51:37: Wir hätten die Möglichkeit gehabt.

00:51:38: Ja.

00:51:39: Weil die haben uns vermisst.

00:51:41: Ja, genau.

00:51:41: Unsere Gäste haben uns vermisst.

00:51:42: Wir haben die Möglichkeit gehabt.

00:51:44: stark zurückzukehren.

00:51:46: Ich hab das auch so gesehen.

00:51:47: Ich hab das auch gemerkt.

00:51:48: Ich hab gesehen, wie meine Eltern gelitten haben, als das Hotel zuhörbar.

00:51:53: Mein Bruder mit seinem Fitnessstudio, ich hab gesehen, wie die alle gelitten

00:51:57: haben.

00:51:59: Und auch die Crowd, also auch die Gäste, die haben ja gelitten.

00:52:04: Und wir hätten stärker zurückkehren können und hätten ein Statement setzen können.

00:52:09: Und man sagt so, jetzt sieht's mal.

00:52:12: Wir hätten es neu machen können.

00:52:13: Jetzt

00:52:13: seht ihr mal, was ihr überhaupt versäumt.

00:52:16: Ja.

00:52:18: Wir hätten es neu machen können und haben die Chance nicht genutzt.

00:52:21: Ja, ist krass und gut, dass du so offen ansprichst.

00:52:25: Ja, ist so, ist so, ist so.

00:52:26: Ihr erzeitet noch schneller Beispiele?

00:52:28: Ja.

00:52:29: Wir sind in der Bayerischen Wald-Tourismus-Region, St.

00:52:32: Engelmar, Bodenei, Slamm, Lohberg, Skigebiet.

00:52:36: Komplett.

00:52:37: Also eigentlich richtig cool.

00:52:39: Ja.

00:52:40: Möchte man meinen, ne?

00:52:41: Wir sind nicht Tirol und wir sind auch nicht Oberbayern, aber wir sind hier schon in einer touristischen Region.

00:52:46: Ich muss

00:52:46: schon sagen, es ist schon schön hier bei euch.

00:52:49: Ich hab dann Hobby-Dreharbeiten gehabt für Kabel-I, irgendeiner Bumps, ich weiß nicht mehr, was das war.

00:52:59: Liebe Grüße an Kabel-I, liebe Grüße an Kabel-I.

00:53:01: Nein, es war eine Reportage.

00:53:02: Für eine Reportage.

00:53:03: Eine

00:53:03: Reportage.

00:53:04: Keine

00:53:04: Bumsreporter.

00:53:04: Ich weiß nicht mehr, was das war.

00:53:06: Und auf jeden Fall hat dann die Redakteurin zu mir gesagt, So um zwölf Uhr.

00:53:11: So, wir machen jetzt Mittag.

00:53:12: Wo bekommen wir hier was zu essen?

00:53:14: Also nirgends.

00:53:16: Heute ist Montag.

00:53:18: Ja, aber wir haben jetzt Hunger.

00:53:23: Und da haben wir gesagt, ja, sind sie nicht enttäuscht?

00:53:25: Sie können jetzt noch kaum fahren.

00:53:27: Ja.

00:53:27: Da gibt's ein Burger King und ein McDonald's.

00:53:31: Weil Montag, Mittag.

00:53:32: Entgegen.

00:53:33: Ja, Montag, Mittag.

00:53:34: Kriegst du nichts mehr zum Essen?

00:53:35: Ja.

00:53:36: Ja, wieso denn nicht?

00:53:36: Das sagst du so schön hier.

00:53:38: Weil keiner bereit ist.

00:53:41: das zu akzeptieren und das zu bezahlen und weil wir einfach diesen Fachkräftemangel

00:53:45: haben.

00:53:46: Und dieser Fachkräftemangel, das habe ich vorhin schon angesprochen, das kommt da davor, dass keiner Bock hat, dass er sich für wenig Kohle in seiner freien Zeit, in seiner Quality Time, ich hasse dieses Wort.

00:54:00: Quality time, Work life, Work life,

00:54:04: Work life,

00:54:05: Work life, Work life, Work life,

00:54:07: Work life, Work life, Work life, Work life, Work life, Work life, Work life,

00:54:13: Work life, Work life, Work life,

00:54:16: Work life, Work life, Work life, Work life, Work life.

00:54:23: Ich glaube, wir dürfen uns auch nochmal neu erfinden.

00:54:27: Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Mitarbeitenden das, die sich wohlfühlen.

00:54:30: Und das ist ja auch vielleicht der Grund, warum wir in dieser Branche bleiben.

00:54:33: Mich hat man auch letztens im Interview gefragt, warum machst du das eigentlich alles noch?

00:54:37: Und wie motiviert man sich in da mit diesen ganzen Herausforderungen?

00:54:41: Und dann habe ich gesagt, ich bleibe schon auch wegen der Menschen.

00:54:45: Also es ist wirklich so, wenn ich überlege, ich war ja viel draußen.

00:54:47: Guck mal, ich war im Zustell großhandel.

00:54:50: Also ich habe ja wirklich die Branche auch nicht bewusst verlassen, sondern durch meine persönliche Entwicklung auch raus.

00:54:56: Aber ich komme ja nicht weg.

00:54:58: Ich kehre ja immer wieder zurück in diese Branche und habe ja auch im letzten Jahr schon lange nicht mehr viel für Gastronomie und Tutterie gearbeitet.

00:55:08: Und es ist wirklich, wenn ich heute sage, warum bin ich geblieben, dann sage ich, Wegen der Menschen.

00:55:16: Und weil es einfach geil ist.

00:55:19: Jetzt sind wir wieder so weit.

00:55:22: Ich habe eine große Leidenschaft.

00:55:28: Ich sage da mal eins.

00:55:29: Ich schenk lieber was her, als dass ich was geschenkt bekomme.

00:55:33: Kennst du das?

00:55:33: Nein.

00:55:39: Mir hat es schon immer mehr Freude gemacht, jemand eine Freude zu machen.

00:55:43: Das dann anzuschauen.

00:55:45: Genau.

00:55:46: Dass ich einfach Menschen waschenke, wo es sich vielleicht drüber freut, wo ich weiß, dass

00:55:51: es sich drüber freut.

00:55:52: Mein

00:55:54: Kalender.

00:55:55: Und tatsächlich ist es so, dass ich das wahrscheinlich mit der Muttermilch aufgesogen habe, dass es einfach eine große Freude ist, wenn man Menschen glücklich macht.

00:56:05: Und das kannst du.

00:56:06: Mit Genuss, das kannst du mit essen, das kannst du mit trinken.

00:56:09: Das kannst du, wenn du dir eine schöne Feier machst.

00:56:12: Und das ist der Antrieb, das ist diese Motivation.

00:56:17: Und bei der Musik ist es das Gleiche.

00:56:19: Und ich habe das wirklich letztes Jahr, also im Jahr zwölfundzwanzig, so sehr gespürt.

00:56:25: Und da sind Dinge passiert.

00:56:28: Und jetzt bin ich doch schon fünfundvierzig.

00:56:32: Schon alt, aber noch lange nicht erwachsen, sag ich immer so schön.

00:56:36: Jetzt bin ich doch schon forty-fünf.

00:56:38: Und ich hab dann, ohne Schwan, in die erste Reihe geschaut, auf dem Festival, wo wir vor fünftausend Leuten gespielt haben.

00:56:46: Und dann hatten Menschen T-Shirts an.

00:56:49: Von uns?

00:56:50: Von unserer Band?

00:56:54: Nein,

00:56:54: nein,

00:56:55: nein.

00:56:56: Aber das Geile ist, früher war das immer so.

00:56:58: Ich wusste, wem ich ein T-Shirt geschenkt habe.

00:57:04: Warum der das angehabt hat?

00:57:05: Und dann habe ich gedacht, ey, wer ist das?

00:57:11: Wo hatten der das T-Shirt her?

00:57:13: Wahrscheinlich aus unserem Onlineshop.

00:57:15: Und das tut halt gut.

00:57:18: Ich glaube, ich habe das, wie gesagt, von meinen Eltern gelernt, von meiner wirklich liebevollen Mama und von meinem unglaublich liefvollen Papa, dass es gut tun kann, anderen was Gutes zu tun.

00:57:34: Cool.

00:57:35: Apropos Gutes tun, lieber Luki.

00:57:38: Du hast ein neues Buch herausgebracht.

00:57:43: Weißt du, das ist ein guter Übergang?

00:57:49: Du hast ein neues Buch im November.

00:57:51: Erschien.

00:57:52: Fünfundzwanzigstar, elfter ist es erschienen, oder?

00:57:55: Vielleicht, ja.

00:57:56: Also

00:57:56: November.

00:57:57: Ich kann mich an den Instagram-Post noch.

00:57:59: Kann ich noch mich erinnern, dass du da standest und das vorgestellt

00:58:01: hast.

00:58:02: Das Buch war mein Enggegner.

00:58:03: Das war mein Ende.

00:58:04: Da hab ich zwei Jahre dran gearbeitet.

00:58:06: Genau, zwei Jahre.

00:58:07: Und Ende ist es sehr eng geworden.

00:58:09: Ich war ja schon mal zwischendurch noch mal da.

00:58:11: Da kann ich mich erinnern, dass du deinen Urlaub mit diesem Buch verbringen hättest, müssen, wollen, sollen.

00:58:19: Wahrscheinlich ist es auch so passiert, sonst wäre es nicht fertig geworden.

00:58:22: Wollen, sollen.

00:58:23: Also, dein neues Buch ist gerade erschienen.

00:58:25: Hab ganz schlecht recherchiert.

00:58:28: Ich weiß, wie es heißt.

00:58:29: Es

00:58:29: ist Kochbuch.

00:58:30: Ja.

00:58:33: Vacu, das beste Fleisch der Welt.

00:58:34: Ich wollte sagen, es ist nicht das Erste, sondern es ist, glaube ich, das

00:58:37: ... ... neunte.

00:58:39: Okay, das neunte.

00:58:40: Gut.

00:58:41: Und da geht's ja ... Du hast gesagt, das ist ein Kochbuch, aber es geht ja nicht nur um Rezepte.

00:58:46: Ich hab da reingeschaut, auch als ich gestern im Shop bei dir war noch mal, da gibt's ja einen sehr großen und umfassenden theoretischen Teil, der sich um das Thema Züchtung.

00:58:59: Genau.

00:59:00: was dich ja auch schon viele Jahre hier begleitet im Stall.

00:59:03: Und es ist ein unfassbar dickes Buch, deswegen kann ich mir auch vorstellen, dass dein Urlaub da so ein bisschen drauf gegangen ist, über dreihundertsechzig Seiten Wahnsinn.

00:59:11: Aber dieser theoretische Teil, das ist mir aufgefallen in den viel Raum rein.

00:59:15: Warum war dir das so wichtig, Luckey?

00:59:17: Als ich angefangen habe mit diesem Projekt und das Thema Wagyu ist ja eigentlich letztendlich, ich will jetzt jetzt sagen die Cash Cower, aber das war schon der rote Faden in meiner Karriere.

00:59:29: Das zu machen.

00:59:30: Der Erste zu sein, der was total konträr das macht.

00:59:34: Also Wagyu-Zucht ist eigentlich immer intensive Mast.

00:59:39: Und das was wir gemacht haben damals, meine Frau und ich, das war ja sowas von dermaßen bescheuert.

00:59:47: Also das war sowas von konträr, das es eigentlich nicht funktioniert.

00:59:50: Wir haben es dann mitgekommen.

00:59:51: Unternehmerisch mutig, würde ich sagen.

00:59:52: Ja,

00:59:53: auf jeden Fall.

00:59:55: Manche würden leicht sein.

00:59:56: Wir haben es dann probiert und es hat funktioniert letztendlich.

01:00:04: Und ich wollte einfach all das gesammelte Wissen einfach mal aufs Papier bringen und habe mir zwei, drei tolle Autoren mit dazu genommen, den Dr.

01:00:15: Benjamin Jung, den Benny.

01:00:16: Ein sehr lieber Freund von mir, den Wolfgang Otto von Ottogermee, der Erste, der Wagio Fleisch nach Deutschland importiert hat.

01:00:24: Der dich auch schon lange Jahre begleitet, ne?

01:00:25: Seit

01:00:26: über zwanzig Jahren,

01:00:27: ja.

01:00:27: Ja.

01:00:27: Wirklich ein ganz, ganz, ganz toller Mensch.

01:00:30: Freund.

01:00:31: Ja.

01:00:33: Man könnte sagen Geschäftspartner oder man kann sagen Freund und das ist wirklich ein guter Freund.

01:00:38: Und mir war es einfach wichtig, all das mit den Menschen zu teilen.

01:00:43: Das ist wie mit der Musik.

01:00:45: Was ist das, was ich mein?

01:00:47: Ich kann das auch für mich behalten, ich kann auch Sturr sein, ich kann auch sagen, ich will das nicht.

01:00:51: Aber ich denke mir, das ist mein Wissen und das lasse ich jetzt da.

01:00:55: Aber warum reist es nicht aus deiner Sicht?

01:00:57: Du hast dir ja Partner dazugeholt.

01:00:59: Warum reicht es aus deiner Sicht nicht nur über Zubereitung zu sprechen?

01:01:02: Weil das ist ja das, was man von einem Kochbuch erwartet.

01:01:04: Weil du... Oh, jetzt hast du mich getriggert.

01:01:07: Jetzt hast

01:01:07: du mich getriggert.

01:01:08: Ich schenk nochmal was ein, warte kurz.

01:01:13: Weil du...

01:01:14: ...könnte mein ich kennen ihn.

01:01:18: Weil du natürlich wissen musst, dass man das nicht so einfach abflühstücken kann.

01:01:23: Also, wenn wir über Fleisch stehen, dann reden wir nicht über ein Produkt, wir reden über ein Lebensmittel.

01:01:30: Und das ist das, was ich immer sage.

01:01:32: Und für ein Lebensmittel stirbt ein D-Bewesen, dass wir vorher vielleicht züchten oder erzeugen oder, ich finde, den richtigen Satz gerade nicht dafür.

01:01:45: Das wir begleiten auch.

01:01:48: Also, es ist unfassbar wertvoll und unfassbar intim.

01:01:54: Und deshalb, mich regt es auch, wenn die Leute immer sagen, ich bin der Fleischpapst und der kann da super Steak brotten und so weiter und so fort.

01:02:03: Und es gehört halt einfach viel, viel mehr dazu, dieses Lebensmittel zu verstehen.

01:02:10: Und deshalb gehen wir viel mehr in die Tiefe und deshalb ... Sag ich immer, es ist nicht nur ein Produkt, sondern es ist etwas ganz anderes.

01:02:23: Und das ist, wenn man dich erlebt, und ich darf das schon ein paar Jahre, ist das, was ich sehr an dir schätze, aber man merkt sehr schnell, also auch ich habe das sehr schnell, als wir uns kennengelernt haben, gemerkt, dass es eben nicht darum geht, oder wenn man dich erlebt, merkt man, es geht nicht nur um Fleisch, auch wenn du oft in diese in diese Ecke gestellt wirst und auch auf diese Bühne, vielleicht wirst du ja oft auf diese Bühne Fleisch gestellt.

01:02:49: Was ich in unserer Zusammenarbeit und in unserer Freundschaft erlebe, dass es dir immer darum geht, ein besseres Verständnis zu haben.

01:02:57: Also wirklich, du hast auch mir viel erklärt, ohne mich oder mir viel beigebracht, ohne mich zu belehren.

01:03:06: Einfach durch deine Haltung, durch deinen Verantwortungsbewusstsein und durch dass du es einfach gesagt hast auf eine unfassbar lebendige Art.

01:03:15: Aber ich habe immer was mitgenommen und ich habe immer für mich auch, ich fahre auch dieses Mal wieder weg und denke über viele Sachen nach, Gott sei Dank, habe ich sechs Stunden Fahrt.

01:03:27: Aber ich denke immer wieder nach, wo ich so denke, ah, das hast du jetzt wieder, das nimmst du mit, das macht was mit dir.

01:03:35: Und auch ich sehe, ich ... Also alleine dieser Satz, wir reden nicht über ein Produkt, sondern wir reden über ein Lebensmittel, ist etwas, was ich, was man einfach bei dir merkt.

01:03:48: Es geht um Haltung, es geht um, also Haltung nicht von Tierhaltung, sondern um Haltung zu Lebensmitteln, zu dem, was wir verarbeiten, zu der Verantwortung, die wir tragen, weil wir das machen, was wir machen.

01:03:59: Und das hat auch meinen Lehrer immer zu mir gesagt, dass wir so eine Art Bildungsauftrag haben.

01:04:04: Natürlich.

01:04:04: Ich sag dir ganz ehrlich, Luki, mir ist es ein bisschen verloren gegangen in unserer Branche.

01:04:08: Und ich möchte dich fragen, weil ich da viel darüber nachdenke, was geht uns eigentlich verloren, wenn wir dieses Wissen, was du ja gemacht hast jetzt auch mit deinem neuen Buch, was passiert denn, wenn wir das nicht mehr weitergeben?

01:04:20: Und das ist das, was ich erlebe, Luki.

01:04:22: Es wird nicht mehr weitergegeben.

01:04:23: Wir haben unseren Bildungsauftrag ... Manchmal finde ich das, wenn ich irgendwo sitze und ich bin ja auch viel in der Gastronomie, nicht nur als Beraterin, sondern auch oft Gast.

01:04:33: Ich bin ja sehr gerne auch Gast und mir fehlt das.

01:04:36: Ich weiß ja auch nicht alles, weißt du?

01:04:38: Und und und.

01:04:39: Und ich bin eigentlich immer aus der Gastro raus und habe was gelernt und habe ein neues Lebensmittel oder eine neue Philosophie, einen neuen Betrieb kennengelernt, den ich mir danach angeguckt habe oder gegoogelt habe.

01:04:49: Und mir geht das so ein bisschen verloren.

01:04:51: Und ich frage dich mal, was geht uns in der Gastso verloren, wenn wir unser Wissen, wenn wir das Wissen, was wir über das Lebensmittel haben, nicht mehr weitergeben, wenn wir nicht weiterdenken als Zubereitung?

01:05:01: Das ist eine sehr gute Frage.

01:05:02: Das ist eine sehr gute Frage.

01:05:05: Ich glaube, dass sich einfach viele zu wenig damit beschäftigen.

01:05:09: Wo kommt was her?

01:05:10: Wie wird was gemacht?

01:05:11: Was ist Saisonalität?

01:05:13: Und ich habe einen richtig coolen Move.

01:05:17: Das ist eine absolute Provokation.

01:05:21: Das erzähle ich dir jetzt.

01:05:22: Ich fahre manchmal im November in Großmarkt und kaufe Spargel.

01:05:31: Spargel kommt aus Peru.

01:05:32: Und dann regt sich jeder auf hier, weil es ist November, es ist keine Spargelzeit.

01:05:41: Und weil Spagel ist ja im Frühjahr.

01:05:43: Ja,

01:05:44: wirklich?

01:05:44: Ja, freilich.

01:05:46: Sag doch, ich lerne immer was von

01:05:47: dir.

01:05:48: Das mache ich nur aus Provokation.

01:05:50: Das ist reiner Punk, was ich da betreibe.

01:05:53: Das ist absoluter Punk.

01:05:55: Und ich provoziere es natürlich.

01:05:59: Und dann sagen die, ja, es ist ja keine Spagelzeit.

01:06:01: Ich sage, hey, Alter, du bist gerade eine Mandarine aus dem Nikolausseckchen.

01:06:08: Du holst ja jede Woche Banane.

01:06:11: Du machst da Bayerisch-Krim, die heißt Bayerisch-Krim, und da ist Vanille drin aus Madagaskar.

01:06:16: Und einfach nur, schalt dein Hirnkasten an.

01:06:21: Schalte deinen Hirnkasten an.

01:06:24: Wann, wie, wo es und so weiter und so fort.

01:06:27: Und wir haben jetzt in dem Moment, wo wir diesen Podcast aufzeichnen, haben wir Januar.

01:06:37: Im Januar gibt es keine Tomaten.

01:06:39: Genauso wie es im November, genau so wie es im November keinen Spargel gibt.

01:06:44: Und das ist diese Provokation, die ich bewusst betreibe, um einfach den Leuten den Spiegel vorzuhalten, dass es Hirn wieder einschalten für eben gute Lebensmittel.

01:06:54: Ja, manchmal muss man sich anticken.

01:06:58: Ich habe noch zwei Fragen zum Abschluss.

01:06:59: Hast du Bock?

01:07:00: Ja,

01:07:00: klar.

01:07:03: Mit

01:07:03: dir habe ich immer Bock.

01:07:09: finde, dass es die geilste Branche der Welt ist.

01:07:12: Und das findest du auch.

01:07:12: Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein,

01:07:13: nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein,

01:07:15: nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein,

01:07:18: nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein,

01:07:20: nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein,

01:07:29: nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein,

01:07:31: nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, für diese Branche nicht überreden, sondern man kann ihnen einen Rat geben.

01:07:42: Und dann müssen die einst, also dann müssen die einem vertrauen.

01:07:45: Und wenn sie einem vertrauen und diese Branche erleben und da reinpassen und Leidenschaft haben, dann bleiben sie.

01:07:51: Ja.

01:07:52: Aber welchen Rat würdest du so jemand geben, der darüber nachdenkt?

01:07:56: Der muss ja schon ein bisschen angetriggert, angefixt sein.

01:07:59: Ja.

01:08:00: Ich meine, weißt du, so ein Büromaus, die kommt ja nicht auf die Idee, ich gehe jetzt mal in die Gastro.

01:08:05: Ja.

01:08:05: Brauchst schon

01:08:06: ein bisschen Crazy Shit.

01:08:08: Das ist oft so.

01:08:12: Du

01:08:12: hast es natürlich hier bei deinen Mitarbeitenden teilweise nicht.

01:08:14: Bei Mitarbeitenden.

01:08:16: Nein, wir müssen gendern.

01:08:19: Ich kann dir das auch alles dann weiterleiten.

01:08:21: Die kannst

01:08:21: du nicht beantworten.

01:08:22: Mitarbeiterinnen?

01:08:23: Weiberinnen.

01:08:26: Frauen sagt man nicht.

01:08:28: Weiberinnen.

01:08:31: Du hast es natürlich ganz oft, dass das ein bisschen eine Traumvorstellung ist.

01:08:36: Ich merke das ja, dass dann so junge Burschen oder junge Mädels, oder mal im Bierzeit arbeiten wollen, auf der Wiesen, einmal dabei sein wollen und so.

01:08:51: Und dann eine so schöne Vorstellung von der Gastronomie haben.

01:08:54: Die Gastronomie ist das härteste Business, das es gibt.

01:09:00: Natürlich gibt es ganz andere Handwerks-Jobs.

01:09:05: Aber für die Psyche ist die Gastronomie, weil du lebst ja konträr, du lebst ja komplett dagegen.

01:09:11: Hast du nur eine soziale Bubble?

01:09:14: Ja, das ist wie ein Taxifahrer oder wie ein Notarzt.

01:09:19: Du bist immer irgendwie den anderen entgegen.

01:09:23: Und viele wollen das mal versuchen und viele haben dann mal Bock drauf und viele machen das dann mal.

01:09:30: Ich glaube, um auf deine Frage zu antworten, das Wichtigste, wenn man Menschen motivieren kann, dass sie in der Gastronomie arbeiten ist, dass du den erklärst, hey, pass auf.

01:09:41: Mit deiner Arbeit, mit deinem Tun, mit deinen Stunden, die du da runterreißt, mit der Flasche Wein, die du aufmachst, mit dem Steak, das du brotst, mit dem Gericht, das du gerade anrichtest, machst du Menschen glücklich.

01:09:53: Und das ist der Antrieb.

01:09:57: Und darum bin ich vielleicht auch ein bisschen erfolgreich in dem, was ich mach.

01:10:00: Weil ich es schaffe, Menschen glücklich zu

01:10:04: machen.

01:10:06: Jetzt habe ich gerade ein bisschen Pepe in den Augen.

01:10:08: Okay.

01:10:11: Ganz zum Schluss.

01:10:12: Ja.

01:10:12: Ich glaube, du hast es gerade beantwortet.

01:10:14: Aber vielleicht kannst du es nochmal für doch mal so einfach in die Welt schreien.

01:10:17: Wofür lohnt sich der ganze Wahnsinn eigentlich am Ende wirklich?

01:10:20: Was würdest du sagen?

01:10:22: Das ist ja eine gute Frage.

01:10:24: Dass ich mal kack da lehnen, endlich aufzulgern.

01:10:28: Das war jetzt die ehrliche Antwort.

01:10:30: Soll ich dann unter dir einblicken?

01:10:32: Ja,

01:10:33: ein schöner Gruß an die reifersen Banken.

01:10:36: Und an die Sparkhassinien dabei mitscht und an die Oberbank.

01:10:39: Nein, ich spalle.

01:10:41: Ich frage nochmal, warum sich

01:10:43: das Ganze lohnt?

01:10:45: Jeder hat doch ein Ziel im Leben.

01:10:47: Und für mich war es wirklich das Schlimmste.

01:10:51: Das Schlimmste, wenn ich in eine stupide Arbeit marschieren müsste.

01:10:56: Ja.

01:10:59: Ich habe das auch schon überlegt.

01:11:00: Ich habe das echt schon überlegt.

01:11:02: Nachdem ich Zivildienst gemacht habe, habe ich überlegt, ob ich wieder zurück in die Gastro gehe, weil ich damals war Krankenpfleger oder ob ich in der Pflege bleibe.

01:11:09: Und dann habe ich kurz überlegt, ob ich in den Außen ins gehe bei einem liebsten Wildgroßhändler.

01:11:13: Weil das kannte ich auch ganz gut.

01:11:16: Ich bin ja witzig und lustig.

01:11:19: Ein

01:11:21: bisschen Ahnung.

01:11:22: Ja, ein bisschen Ahnung.

01:11:23: Minimal.

01:11:24: Minimal vielleicht.

01:11:25: Vielleicht beim Fleischhändler.

01:11:29: Und letztendlich ist es so, die größte Passion ist, die einfach menschenglücklich zu machen.

01:11:36: Und das habe ich mit der Mutter mich aufgesogen.

01:11:38: Das haben uns unsere Eltern gelernt.

01:11:41: Und mir tut's gut.

01:11:41: Und wir haben jetzt dann gleich, eine halbe Stunde geht unser Menü abendlos.

01:11:45: wo du die Weine machst und ich das Essen mach und ich hab einfach Bock da drauf.

01:11:51: Ich hab einfach, und das ist glaube ich ein richtig schöner abschließender Satz, ich hab einfach Lust da drauf, andere Menschen eine Freude zu machen, dass es den gut geht, dass die sich wohlfühlen und das ist eine Passion.

01:12:05: Und bevor ich jetzt in irgendeiner Fabrik irgendwelche Bauteile zusammenstecke, bleibe ich wieder heim Nacht bis um zwei wach.

01:12:15: Ja.

01:12:16: Und freue mich, wenn einer rausgeht und vielleicht eine Träne aus dem Auge rauskühlt und sagt, das war der Schind, die Tag seit langer, langer Zeit.

01:12:25: Ja, Maurer.

01:12:26: Sie haben es so geil gekocht.

01:12:28: Und dann freue ich mich.

01:12:29: Dann habe ich Bock.

01:12:30: Und dann freue ich mich und dann bin ich glücklich und zufrieden.

01:12:33: Das ist wie ein Applaus.

01:12:35: Und das ist jetzt wirklich mein letzter Satz, den ich da sage.

01:12:38: Das ist wie, wenn du ein riesengroßes Konzert spürst und schaust in die Crowd, schaust ins Publikum.

01:12:45: Und die Leute reißen die Hände in die Höhe und klatschen und applaudieren dir, weil du einfach nur jemanden erfreulich gemacht

01:12:56: hast.

01:12:56: Den ist gar nichts mehr hinzuzuführen.

01:12:58: Vielen, vielen Dank, lieber Lucky, dass du Gast eins warst in meiner Folge hier bei Folge Acht Kirsch Royal.

01:13:05: Vielen, vielen Dank.

01:13:07: muss mich kurz sammeln, kurz was trinken, lass uns anstoßen.

01:13:11: Grüße an Markus Molitor, danke für die Begleitung hier heute.

01:13:15: Zum

01:13:15: Abschluss gibt's bei uns oder bei mir in meinem Podcast immer ein Royal To Go und das ist heute ziemlich klar.

01:13:23: Wenn ihr das verstehen wollt, was wir hier gerade besprochen haben, wie man auch Gastgeber sein kann oder was Gastgeber sein bedeutet, jenseits von Konzepten, dann kommt hierher.

01:13:35: Das ist mein Tipp.

01:13:36: Schaut euch das hier an.

01:13:38: Macht so ein Besuch hier im Bayerischen Wald.

01:13:40: Das ist kein Restaurantbesuch.

01:13:42: Das will ich ihr schon mal sagen.

01:13:43: Das ist ein echtes Erlebnis.

01:13:45: Und wenn ihr ein bisschen tiefer einsteigen wollt in Wissen, Handwerk, Verständnis, dann nehmt eines der Bücher von Lucky.

01:13:52: Das Neuste haben wir gerade schon mal vorgestellt.

01:13:54: Oder wirklich auch das neueste Kochbuch.

01:13:58: Wagyu, das beste Fleisch der Welt.

01:13:59: Auf jeden Fall zu empfehlen.

01:14:01: Und wenn ich vor Ort sein kann, weil er... nicht mobil ist, keine Ahnung, ich wüsste gar keinen Grund, warum man hier nicht herkommen kann.

01:14:07: Also ihr seid ja superzentral angelegt, das muss man ja sagen, ihr kommt ja jeder her.

01:14:11: Dann findet ihr im Steuershop noch genau diese Haltung, das ist das, was ich so sehr an dir schätze, lieber Lucci, zu mitnehmen.

01:14:18: Kann man sich bestellen, kann man sich überall hinkommen lassen, kann man sich ein bisschen vorbereiten.

01:14:21: Ja, das war Folge acht, meine erste Folge mit Gast.

01:14:24: Lieber Lucci, ich sag nochmal, danke für deine Zeit, danke für deine Ehrlichkeit, für deine Offenheit und für das Vertrauen, was du mir nicht nur heute in dieser Folge ... zur Verfügung stellst oder mir entgegenbringst, sondern auch schon viele, viele Jahre.

01:14:37: Ich freue mich auf unser gemeinsames Jahr.

01:14:39: Wir werden tolle Zeiten zusammen haben und ich könnte mir vorstellen, dass es noch mal eine Folge gibt von unserer Reise, die wir miteinander planen.

01:14:47: Ich bin sehr dankbar dafür, dass du mein erster Gast warst und danke euch fürs Zuhören und sag bis zur nächsten Folge.

01:14:53: Vielen lieben Dank fürs Zuhören.

01:14:54: Und ich sag Hobbidy-Ary.

01:14:56: Servus.

01:14:57: Danke schön, Lucky.

01:14:58: Gerne.

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